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02.11.2015

Kollerbeck holt drei Punkte im Nachholspiel

SVK besiegt Driburg trotz 45 Minuten Unterzahl klar mit 3:1

(SN) Nach der 1:3-Niederlage gegen den Tus Lüchtringen vom vergangenen Wochenende fragten sich viele Fans, wie würde der SVK den Riss der Siegesserie verkraften. Würden die Schützlinge von Trainer David Mc Curry wieder an die zuvor gezeigte Leistung und Konstanz anknüpfen können, oder den Weg ins untere Mittelfeld antreten? Erschwerend kam noch hinzu, dass der Trainer auf drei wichtige Stammkräfte aus der Defensive verzichten musste. Dennis Zobel musste aufgrund einer Zerrung pausieren, Julian Reinhard seine Strafe wegen der fünften Gelben absitzen und Keeper Jens Schölzel musste aufgrund einer verschleppten Grippe passen.

Doch wenn man sich auf eines beim SVK verlassen kann, dann ist es der Zusammenhalt, wenn es personell mal etwas enger wird. So standen dann drei Akteure im Defensivverbund, die man dort schon länger nicht mehr gesehen hatte. Im Tor machte sich Oldie Sascha Niemeier warm, auf der rechten Außenverteidigerposition tauchte Dominik Abitz auf und in der Innenverteidigung gesellte sich der lange verletzte Tim Ewers zu Jan Dyballa. Auf die Ersatzbank setzten sich der noch nicht wieder ganz fitte Raphael Föst, Sven Abitz  und Niklas Johlen. Nur gut also, das bei dieser doch etwas zusammen gewürfelten Abwehr mit dem Tus Bad Driburg der dritt schlechteste Sturm der Liga im Rehbergstadion zu Gast war.
 
So ging es bei herrlichem Sonnenschein in die Partie und schon in der 3. Minute hätte sich die fehlende Spielpraxis von Tim Ewers fast gerächt. Ziemlich einfach konnte der Driburger Stürmer Tim überlaufen und sich den Ball Richtung Kollerbecker Tor vorlegen. Tim drehte sich und packte ziemlich kompromisslos die Sense aus. Dass es für dieses Foul unter den lauten Protesten der Driburger nur die Gelbe Karte gab, lag wohl nur an der Tatsache, das sich der Stürmer den Ball zu weit vorgelegt hatte und der Ball sich schon fast in den Händen von Sascha Niemeier befand, als das Foul begangen wurde. Es handelte sich somit nicht um eine Notbremse, da sich keine klare Torchance für den Tus ergeben hätte.
 
Nach diesem Schrecken kam der SVK dann langsam besser ins Spiel und konnte sich ein Übergewicht im Mittelfeld erarbeiten. Allerdings blieben Chancen eher Mangelware. Ganz im Gegenteil gab es hinten ein paar brenzlige Situationen zu überstehen, die aber eher der tiefstehenden Sonne als dem spielerischen Übergewicht der Driburger zu zollen waren. Die Driburger schlugen des Öfteren lange Bälle, die von der neuen Abwehr mehrmals falsch eingeschätzt wurden. So kam es zu unnötigen Zweikämpfen in Strafraumnähe aus denen 2-3 Freistöße in aussichtreicher Position für die Gäste heraus sprangen. Diese landeten aber entweder in der Mauer oder bei Keeper Sascha Niemeier.
 
Einzig in der 26. Minute war der Keeper des SVK schon geschlagen, als bei einem langen diagonalen Ball auf die rechte Seite, Dominik Abitz zu weit von seinem Mann entfernt war, dieser in den Strafraum einlief und den Ball gegen die Laufrichtung von Niemeier an den rechten Innenpfosten setzte. Von da aus sprang er zurück  in die Arme von Keeper Sascha Niemeier. Praktisch im Gegenzug hatte dann auch der SVK eine große Chance, als sich Michael Meyer in unnachahmlicher Manier durch drei Gegenspieler bis an den Sechzehner tankte und den Ball mit einem herrliche Schuss knapp ans Außennetz setzte.
 
Für die Führung der Grün-Weißen sorgte dann allerdings Moustapha Karabert. Dieser konnte einen wunderschönen Lupfer von Marc Neumann hinter die Abwehr der Driburger zur umjubelten Führung einschieben. Ab da schien alles nach Plan zu laufen für die Kollerbecker. Doch bereits in der 42. Minute musste der SVK zum ersten Mal wechseln. Dominik Abitz musste mit Wadenkrämpfen raus. Die Belastung auf dem weichen Boden und das fehlende Training forderten ihren Tribut. Für ihn wurde Niklas Johlen eingewechselt, welcher eigentlich noch in der A-Jugend spielt, seine Sache aber sehr gut machte. Doch die Vorzeichen für die zweite Halbzeit sollten sich für die Jungs um Kapitän Marc Neumann noch weiter verschlechtern.
 
Denn in der 45. Minute wurde Alexander Rheker wegen angeblicher Notbremse mit Rot des Feldes verwiesen. Zuvor hatte Alex einen langen Ball aufgrund der tiefen Sonne falsch eingeschätzt und musste mit dem Driburger Marcel Hartmann ins Laufduell. Dieser kam plötzlich zu Fall und Schiedsrichter Paul Meier wertete dieses als Notbremse durch Rheker.
 
Es hieß also 45 Minuten in Unterzahl die 2. Halbzeit überstehen. In der Halbzeit wechselte David Mc Curry. Er brachte Sven Abitz für Moustapha Karabert. Torben Rheker wechselte auf die Außenverteidiger-Position von Alex Rheker und Marvin Köhne zog sich mehr ins Mittelfeld zurück, wodurch Sven Abitz der einzig wirklich offensive Mann der Kollerbecker auf dem Platz war. Gespannt wartete man auf das Anrennen und den Druck der Gäste, um die Führung zu egalisieren. Doch von dem war nichts zu spüren, auch war über die gesamte zweite Hälfte die Personelle Unterzahl der Grün-Weißen nicht zu erkennen. Ganz im Gegenteil. Die Abwehr stand viel sicherer. Da man nicht mehr in die tiefe Sonne schauen musste, waren die langen Bälle der Driburger im Gegensatz zur ersten Hälfte völlig harmlos. Entweder wurden sie durch die Abwehr geklärt oder sie landeten in den Armen von Sascha Niemeier.
 
Wirkliche Torchancen gab es nur für die Kollerbecker. Und so war es Lukas Meyer, der auf herrliche Vorarbeit von Sven Abitz in der 53. Minute auf 2:0 erhöhte. Abitz hatte sich durch zwei Gegenspieler in den Strafraum gedribbelt und mustergültig auf Meyer gelegt. Dieser schob eiskalt ein. Alles schien für den SVK zu laufen, doch es wurde doch nochmal spannend. Denn nur zwei Minuten später nutzte der TuS seine einzige Torchance der 2.Hälfte zum Anschlusstreffer. Bezeichnend allerdings, dass der Treffer aus einer Standardsituation entstand. Ein Freistoß von der rechten Seite fand in Philip Zwack einen Abnehmer und so stand es nur noch 2:1. Doch auch jetzt wollte kein Druck durch die Driburger entstehen. Quasi im Gegenzug hätte Lukas Meyer fast den alten Abstand wieder hergestellt, als er nach einer Ecke den Ball unter die Querlatte donnerte.
 
In der 80ten fiel dann die endgültige Entscheidung. Diesmal nutzte der SVK eine Standardsituation um einzunetzten, allerdings unter gütiger Mithilfe von Torwart Robert Kimmel. Tim Ewers schlägt einen Freistßoß aus der eigenen Hälfte mittig Richtung Sechzehner. Der Torwart kommt raus, verschätzt sich, und so kann Jan Dyballa den Ball über den Torwart in den leeren Kasten köpfen.
 
Somit blieben die drei Punkte am Ende verdient im Rehbergstadion.  Ein besonderer Dank nochmal an Sven Abitz, Sascha Niemeier, Niklas Johlen und Dominik Abitz, die sofort eingesprungen sind, um bei der Personalnot in der Defensive auszuhelfen.