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23.10.2006

Serie reißt gegen neuen Spitzenreiter

SVK – SV Fürstenau/Bödexen 2:3

Irgendwann musste es ja mal so kommen. Der SVK verliert im 14. Saisonspiel das erste Mal innerhalb dieser Serie und gibt damit die Tabellenführung an den verdienten Sieger, den SV Fürstenau/Bödexen, ab. Doch das waren sie auch schon, die schlechten Nachrichten. Denn das Spiel selber war Unterhaltung allerhöchster Güte. Insbesondere die zweite Halbzeit war an Spannung und Dramatik nicht zu überbieten. Es konnte froh sein, wer das Spektakel als einer der annähernd 450 Zuschauer live miterleben durfte. Die Tore für den SVK schossen Carsten Rheker und Michael Meyer.

Der SVK kam besser in die Partie und erzielte die 1:0-Führung nicht unverdient bereits in der 18. Spielminute durch Carsten Rheker. Und der Gast hätte sich auch nicht beschweren können, wenn er in der 26. Spielminute bereits 0:2 hinten gelegen hätte. Michael Meyer war alleine auf das Tor der Fürstenauer zugelaufen und hatte sein Glück per Heber versucht. Dies misslang jedoch. Und weil die Gäste in Durchgang Nummer eins allenfalls aus Distanz gefährlich wurden, ging der SVK mit der knappsten aller Führungen in die Halbzeitpause.
Dort war Trainer Jörg Hundertmark bemerkenswert ruhig. Nur zum Ende der Pause wurde der Sabbenhausener so leidenschaftlich, wie man ihn aus sonstigen Ansprachen kennt. Es ist nun müßig, darüber zu philosophieren, ob die vehementere Version die bessere Wahl gewesen wäre. Fakt ist jedoch, dass seine Jungs so schlecht wie nie zuvor in dieser Saison aus der Kabine kamen. Denn es dauerte keine vier Minuten, da lag der SVK mit 1:2 hinten. Zwei Standards, zwei Kopfbälle. Einer davon direkt ins Tor. Der andere diente als Vorlage für den Fürstenauer Top-Scorer Fabio Mancini, der zur viel umjubelten Führung der Gäste einnetzen konnte.
Diese Schocksekunden steckten die Hundermark-Schützlinge erstaunlich gut und erstaunlich schnell weg. Denn es dauerte nur weitere acht Minuten, bis Michael Meyer schon zwei Mal aus aussichtsreicher Position den Ausgleich auf den Fuß hatte. Doch beim ersten Mal scheitert er aus sechs Meter am besten Fürstenauer, Torhüter Christian Reick, und beim zweiten Mal am Aluminium des Gästetores. Dann allerdings gleich zwei Mal Glück für den SVK in der 61. Spielminute. Zunächst sprach Schiedsrichter Willi Meyer den Grün-Weißen einen umstrittenen Freistoß aus 18 Metern zentral vor dem Tor zu. Und zum anderen sollte Michael Meyer diesen dann auch endlich verwandeln. Riesenjubel unter den Kollerbecker Anhängern. Die Spannung stieg jetzt ins Unermessliche. Denn es kam zu einem echten Schlagabtausch, der jedoch auf die unglücklichste aller denkbaren Arten beendet wurde. Denn es war keineswegs ein Fürstenauer oder Bödexer, der Sascha Niemeier zum letzten Mal an diesem Tag überwinden sollte. Tatsächlich war es sein eigener Libero André Struck, der einen vermeintlich harmlosen langen Ball mit dem Kopf ins eigene Tor verlängerte. Wütende AngrifNiklas Rheker / Jens Schölzelfe waren die Folge. Und insbesondere Elmar Happe hatte in der 92. Spielminute tatsächlich noch die Riesenchance zum erneuten Ausgleich auf dem Kopf. Allerdings konnte Christian Reick wiederholt in letzter Sekunde mit einem Riesenreflex retten, sodass es am Ende der Gast war, der rund um den Mittelkreis tanzte. Keine 20 Meter entfernt saßen und lagen die Kollerbecker Spieler wie ein Häufchen Elend auf dem Boden. Die Jubelarien der FüBös waren schlicht und ergreifend das letzte, was sie nun sehen wollten.
Es bleibt nun also zu hoffen, dass sich sehr schnell eine Erkenntnis durchsetzt: die Mannschaft hat im bisherigen Saisonverlauf Großes geleistet und wird es auch weiterhin tun. Kopf hoch, ihr Kollerbecker! Und Glückwunsch, Ihr Fürstenauer und Bödexer! Wir sehen uns im Frühjahr wieder. Bis dahin ist dann hoffentlich auch geklärt, ob man tatsächlich nach jedem Allerweltsfoul schreien muss, als wäre man ohne Narkose auf dem OP-Tisch aufgewacht.

Der SVK spielte in folgender Aufstellung: Sascha Niemeier, Andre Struck, Alexander Rheker, Simon Reinhard, Elmar Happe, Marc Neumann, Jens Schölzel (91. Martin Rheker), Niklas Rheker, Michael Meyer, Carsten Rheker, Torben Rheker (71. Jörg Hundertmark)


Am Boden: Niklas Rheker (l.) und Jens Schölzel