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07.10.2007

Eben keine klare Sache gegen Lemgo

TBV Lemgo – SVK 4:0

(luw) „Wer morgen in der Zeitung liest ‚4:0 für Lemgo’ und sich denkt ‚Wie erwartet eine klare Sache’, der weiß vom wahren Spiel gar nichts.“ Der nach wie vor verletzte Jens von Heesen brachte es nach dem Spiel enttäuscht auf den Punkt. Denn während das Endergebnis tatsächlich eine klare Sprache zu sprechen scheint, hatte der SVK über die gesamte Spielzeit mehr Ballbesitz und Spielanteile als der lippische Gegner. Allerdings machte der TBV in wahrer Spitzenreitermanier aus insgesamt sechs Torchancen vier Tore. Eine Traumeffektivität, von der der SVK im Moment einfach nur träumen kann. Geträumt wird im Übrigen auch immer noch vom ersten Heimtor.

„Aggressivität“, „Disziplin“ und „Leidenschaft“. Elmar Happe hatte diese Worte auf bunt leuchtenden Plakaten in der Kabine platziert. Die Hoffnung war, genau mit diesen Tugenden die große Überraschung zu erreichen. Das Konzept schien zunächst tatsächlich aufzugehen. Denn der SVK spielte von Beginn an gut mit.

Die erste ganz große Chance allerdings versiebte Elmar Happe höchstpersönlich  in der 5. Spielminute. Ein von André Struck getretener Freistoß fand den freien Kopf von Elmar Happe, der den Ball aus 7 Metern nicht im Tor versenken konnte. „Der Ball wäre in der letzten Saison 100%ig drin gewesen“, so hörte man die Kollerbecker Zuschauer raunen. Und so machte es der Leitwolf vor, wie es seine Spieler in den folgenden 85 Minuten nachmachen sollten. Denn es war nicht etwa so, dass der SVK keine Torchance hatte. Ganz im Gegenteil: Im Gegensatz zum Dringenberg-Spiel kam es immer wieder zu einigermaßen guten Gelegenheiten. Doch die alte Fußballweisheit, dass die „Dinger“ eben nicht „reingehen“, wenn man unten drin steht, bewies heute einmal mehr seine brutale Richtigkeit. Diese Weisheit besagt bekanntermaßen ebenfalls, dass ein Spitzenreiter solche Probleme nicht hat. Eindrucksvoll bewies das der Gegner aus Lippe.

Das 0:1 fiel bereits in der 8. Spielminute durch einen kapitalen Schnitzer des Kapitäns und Tortwarts Sascha Niemeier. Ein Ball aus 25 Metern in undankbarer Höhe ließ der Papenhöfener durch die Finger an den Pfosten gleiten. Von dort sprang der Ball direkt vor die Füße eines gegnerischen Stürmers, der wohl einfacher in dieser Saison noch nicht zum Torerfolg gekommen war. Die erste Chance des TBV führte also zum 0:1.

Doch der SVK steckte nicht auf und kämpfte sich ins Spiel. Chancen blieben jedoch zunächst Mangelware. Allenfalls Mikael Grunwaldt vermochte in der 24. Spielminute gefährlich zu werden. Doch der Vördener drosch den Ball aus spitzem Winkel nur über das Tor.

Und so kam es, wie es kommen musste. Während der TBV aus seiner zweiten Torchance dank eines wie gewohnt aufmerksamen Marc Neumanns Neuer Fan des SVKkein Tor machen konnte (28.), hieß es nur fünf Minuten später nach der dritten Chance des TBV dann doch 0:2. Vorausgegangen war diesmal ein absolut unnötiger Freistoß.

Doch wieder ließ sich der SVK nicht unterkriegen und kam jetzt bis zur Halbzeitpause zu seiner besten Phase. Die Chancen für Carsten (37.), Torben (43. und 45) und Niklas Rheker blieben jedoch wie gewohnt ungenutzt.

Gleichwohl war Elmar Happe in der Kabine zumindest teilweise zufrieden. Warum der TBV eine solch mäßige Leistung anbot, war dem Lehrer  zwar nicht bekannt aber grundsätzlich auch egal. Viel mehr forderte er den Glauben an einen Erfolg in der zweiten Halbzeit: „Wenn wir den Anschlusstreffer erzielen, dann geht hier was!“

Ob das allerdings so gekommen wäre, kann an dieser Stelle nicht geklärt werden. Denn der vorausgesetzte Anschlusstreffer fiel trotz weiterer Chancen nicht. Insbesondere Elmar Happe nagelte in der 75. Spielminute den Ball aus 35 Metern nur an das Lattenkreuz. Die Treffer fielen tatsächlich nur auf der anderen Seite in der 53. und 77. Spielminute zum 0:3 und 0:4. Am Ende hätte es auch gut und gerne 0:5 stehen können, doch erlaubte sich der TBV in der 80. Spielminute tatsächlich den Luxus, die zweite Chance in diesem Spiel auszulassen. Doch auch ohne dieses Tor trifft eine Vokabel die Spielweise der Lemgoer wie den Nagel auf den Kopf: „Gnadenlos“. Die Vokabel für das Kollerbecker Spiel lautet ganz nüchtern: „Glücklos“

Sich dieses zurück zu erkämpfen wird jedoch von Niederlage zu Niederlage schwieriger. Denn jedes Negativerlebnis brennt sich tiefer in die Köpfe der Spieler ein. Es wird spannend zu beobachten sein, wie Elmar Happe und seine Leute die Situation meistern werden. Eines steht jedoch fest: Sie brauchen dabei auf jeden Fall mehr denn je die Unterstützung ihrer Anhänger.

Der SVK spielte in folgender Aufstellung: Sascha Niemeier, Andre Struck, Matthias Brisgies, Mikael Grunwaldt (59. Simon Reinhard), Elmar Happe, Marc Neumann, Michael Meyer, Niklas Rheker, Torben Rheker, Carsten Rheker (59. Jens Schölzel), Pascal Ewers

Trotz neuen Fans namens Anna Sophia kein Heimtor für den SVK