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14.10.2007

Und wieder nichts Zählbares

SV Höxter – SVK 3:1

Wieder gut mitgespielt. Wieder kämpferisch gut dagegen gehalten. Und wieder nichts Zählbares mitgenommen. Auf diese drei Kernpunkte kann man das Spiel in der Weserkampfbahn gegen den SV Höxter reduzieren. Es nützen eben die schönsten Spielanteile nichts, wenn man vorne schlicht und ergreifend zu harmlos und hinten immer mal wieder gut für ein Gegentor ist. Dass man den Mannen um Elmar Happe in kämpferischer Hinsicht nie auch nur den Ansatz eines Vorwurfs machen kann, ist auf der einen Seite tröstlich. Auf der anderen Seite kann aber an der Stelle eben auch nicht der berühmte Hebel angesetzt werden. Den Kollerbecker Ehrentreffer erzielte André Struck per Elfmeter in der 86. Spielminute.

Elmar Happes Ansprache vor dem Spiel fiel um einiges länger aus als gewohnt. Dies war der Tatsache geschuldet, dass Happe als Spieler und als Trainer der zweiten Mannschaft einige Jahre in Höxter gearbeitet hat und aus diesem Grund eine Menge über den Gegner berichten konnte: „Die haben mit Sicherheit gute und auch sehr gute Einzelspieler. Das ist nicht die Frage. Was jedoch die mannschaftliche Geschlossenheit angeht, da muss der Vorteil ganz eindeutig auf Kollerbecker Seite liegen.“

Personell hatte Happe umgestellt. Jens von Heesen war nach Rücken- und Knieproblemen wieder in die Anfangself und Elmar Happe deswegen auf den Liberoposten gerückt. Aus diesem Grund hatte sich André Struck mit einer Rolle auseinanderzusetzen, die er in der Form lange nicht genossen hatte. Er nahm zunächst auf der Auswechselbank Platz.

Von dort aus konnte er dann wie alle anderen Zuschauer auch feststellen, dass beim Duell „Sechster gegen Letzten“ einiges möglich war für den SVK. Denn er spielte mal wieder gut mit und hatte auch seine Chancen. Allerdings ereilte den SVK einmal mehr das gleiche Schicksal wie in so manchem Spiel vorher: Die erste Chance des Gegners führte zum Rückstand. Es war die sechzehnte Spielminute, als Niklas Rheker der Ball im Sascha Niemeiereigenen Sechzehner unglücklich an die Hand sprang. Absicht oder nicht, das war hier die Frage. Der Schiedsrichter aus Detmold entschied auf Absicht und dementsprechend auf Elfmeter, den der Höxteraner Neuzugang Umut Gün souverän zum 1:0 verwandelte.

Danach sollte in der ersten Halbzeit nicht mehr viel vor den Toren passieren. Denn das, was der SVK produzierte, sah zwar bis zum gegnerischen Sechzehner ganz passabel aus, war aber eben auch wenig gefährlich. Allenfalls hätte man mit ein wenig mehr Glück zu einem Elfmeter kommen können. Doch nach kniffligen Situationen gegen Torben und Niklas Rheker nahm der nicht immer souveräne Schiedsrichter die Pfeife eben nur in den Mund, blies aber nicht hinein.

So stand es zur Halbzeit 1:0 für den SV Höxter und Elmar Happe war optimistisch, dass der SVK noch zu seinem Elfmeter kommen würde. Dies sollte sich zwar im weiteren Verlauf des Spiels noch bewahrheiten, allerdings viel zu spät. Denn vorher bekam der SV Höxter seinerseits einen zweiten Elfmeter zugesprochen (62.). Elmar Happe beteuerte noch, den Gegner nicht berührt zu haben. Es nützte aber nichts. Er sah also nach einer Meckerei in der ersten Halbzeit seine zweite gelbe Karte und musste damit das Spielfeld verlassen. Zudem verwandelte Umut Gün den Elfmeter erneut und es stand 2:0 für den Gastgeber.

Zwar spielte der SVK auch in der folgenden Phase des Spiels noch gut mit, musste in der 75. Spielminute aber das 3:0 und damit den endgültige K.O. hinnehmen. Dass der eingewechselte André Struck in der 86. Spielminute noch einen Elfmeter verwandeln konnte, der im Übrigen ebenso zweifelhaft war wie seine Vorgänger auf der anderen Seite, kann getrost unter Ergebniskosmetik verbucht werden.

Nach Abpfiff bot sich den etwa 50 mitgereisten Kollerbecker Zuschauer, die dieses Spiel mal wieder zu einem Heimspiel für den SVK haben werden lassen, das gewohnte Bild. Betrübte Kollerbecker Spieler, denen von allen Seiten Mut zugesprochen wurde. Nur von solchen Komplimenten kann man sich eben nichts kaufen. Vielmehr stand auch am Ende dieses Spiels wieder die Frage im Raum, die ein resignierter Marc Neumann aussprach: „Kann mir mal einer sagen, warum wir immer mehr investieren als der Gegner und trotzdem verlieren?“ Die Antwort ist so einfach wie ernüchternd: „Weil wir zu ungefährlich sind!“

Der SVK spielte in folgender Aufstellung: Sascha Niemeier, Matthias Brisgies (46. Jens Schölzel), Mikael Grunwaldt (79. André Struck), Elmar Happe, Marc Neumann, Michael Meyer, Niklas Rheker, Torben Rheker, Carsten Rheker, Pascal Ewers, Jens von Heesen

War vor dem Spiel noch gut drauf: Sascha Niemeier beim Warmmachen