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07.08.2011

Pokal-Sensation lag in der Luft

SVK verliert gegen SpVg Brakel erst in der Verlängerung

Lange, lange Zeit lag sie in der Luft. Doch am Ende verpuffte die Sensation in einer mehr als unglücklichen 1:3-Niederlage gegen den Landesligisten aus Brakel. Nach einer sehr verdienten 1:0-Führung durch Christian Föst in der ersten Halbzeit drehte das Spiel um die 65. Spielminute herum. Erst fliegt Mario Mugabe mit gelb-rot vom Platz. Fünf Minuten später dann der Ausgleich, der schlussendlich die Verlängerung erzwingt. Hier spielt der Landesligist etwas cleverer und entscheidet das Spiel zu seinen Gunsten. Schade, schade!

Am Anfang der Partie stand die Frage, wer denn den Annentag besser wegstecken würde. Und sagen wir es mal so: Einen Zweiklassenunterschied war zu keinem Zeitpunkt festzustellen. Ganz im Gegenteil: In Halbzeit Nummer eins hatte ganz klar der Gastgeber das Heft des Handelns fest in der Hand. Folgerichtig auch die frühe Führung für die Grün-Weißen. Mikael Grunwaldt hatte einen Freistoß aus der eigenen Hälfte weit in den gegnerischen Sechzehner gebracht. Dort machten weder die Gästeverteidiger noch der am heutigen Tag sehr unsichere Gästekeeper Anstalten, an den Ball zu kommen. Christian Föst konnte sich also in aller Ruhe die Richtung für seinen Kopfball aussuchen. Er entschied sich für die lange Ecke und ließ die Kollerbecker im Kollektiv jubeln.
 
Auch in der Folgzeit erarbeitete sich der SVK gute Chancen, die jedoch nicht genutzt werden konnten. In der 20. Spielminute dreht sich insbesondere Pascal Ewers auf dem gegnerischen Elfmeterpunkt um die eigene Achse, setzt den Ball aber über das Tor.
 
Nach einer halben Stunde konnten sich die Brakeler dann etwas mehr Ballbesitz sichern, kamen aber zu keinem Zeitpunkt zwingend vor das von Jens Schölzel bewachte Tor. So wäre es fast gänzlich ohne großen Aufreger in die Kabine gegangen, wäre da nicht 45. Spielminute gewesen. Bei einem heftigen Zusammenprall bleiben sowohl Jens Schölzel als auch der Gästestürmer minutenlang auf dem Boden liegen. Dann am Ende geht es für beide weiter.
 
Während in der Halbzeitpause in der Kollerbecker Kabine konzentrierte Ruhe herrschte, ging nebenan bei den Gästen die Post ab. Andreas Grützner war minutenlang gar nicht mehr zu beruhigen. So unzufrieden war er mit der Leistung seiner Jungs gewesen, die tatsächlich in der Halbzeit Numero eins vieles haben vermissen lassen, was einen Landesligisten eigentlich auszeichnen müsste. Auf der anderen Seite muss man aber auch festhalten, dass der SVK wirklich eine gute Partie ablieferte an diesem Tag.
 
Und so hätte das Spiel auch durchaus mit einem Kollerbecker Sieg enden können, wenn da nicht diese entscheidenden Minuten um die 65. Spielminute gewesen wären. Erst scheitert Michael Meyer denkbar knapp nach einer wunderschönen Flanke von Alexander Rheker. Nur eine Minute später gerät Neuzugang Mario Mugabe mit dem Gästekeeper aneinander und sieht für das Foul zunächst gelb, um dann nur wenige Sekunden später nach einem mehr als unfreundlichen Spruch in Richtung desselben die gelb-rote Karte zu sehen.
 
Mit zehn Leuten gegen einen Landesligisten, das kann normalerweise nicht lange gut gehen. Und tatsächlich ging es das auch nicht. Schon in der 70. Spielminute steht es nach einer gegnerischen Ecke 1:1.
 
Doch damit war ja noch nichts verloren. Denn heute ein Tor zu schießen, das war jederzeit möglich. So hatte auch Michael Meyer in der 82. Spielminute nach einem schönen Doppelpass allein vor dem Gästetorwart stehend die ganz große Chance, zur erneuten Führung, als der in dieser Phase beim Kollerbecker Publikum nicht unebedingt so beliebte Schiedsrichter zum Schock der grün-weißen Anhänger auf Abseits entschied. Eine mehr als strittige Entscheidung.
 
In den letzten beiden Minuten der regulären Spielzeit klingelte dann noch zwei Mal das Aluminium. Zunächst war es der eingewechselte Lukas Meyer, der einen Kopfball auf die Oberkante der Latte setzt. Und auf der anderen Seite hatte der bereits geschlagene Jens Schölzel das Glück des Tüchtigen, als der allzu platzierte Schuss des Barekeler Stürmers ebenfalls nur das Metall traf. 
 
So ging es also in einen Verlängerung, in der sich die Partie zeitig zugunsten der Gäste entschied. Denn bereits in der 105. Spielminute traf der zuvor eingewechselte Youngster Mario Skalecki in seinem ersten Pflichtspieleinsatz für die Seniorenmannschaft der SpVg. nach einem schönen Solo und einem Traumschuss aus 18 Metern in die Kollerbecker Seele. 1:2.
 
Doch erneut steckte der SVK nicht auf und kam durch einen erneuten Lattentreffer von Michael Meyer in der 104. Spielminute wieder einmal ganz nah ran an den Torerfolg. Doch der blieb in dem Moment ebenso aus wie ein paar Minuten später in der zweiten Halbzeit der Verlängerung. Denn auch dort konnte Alexander Rheker kein Kapital aus einem kapitalen Bock des Gästekeepers schlagen, der den Ball eigentlich schon in der Hand hielt, dann aber beim Abrollen der Show etwas zuviel Konzentration widmete und das Leder wieder aus der Hand segeln ließ.
 
Zum Ende des Spiels ließen dann jedoch mehr und mehr die Kräfte nach beim SVK. So richtig zwingend wurde es nach Vorne nicht mehr. Folgerichtig dann auch das 1:3, dem bereits zwei bis drei Großchancen der Brakeler nach Kontern voraus ging. 
 
Am Ende gewannen also elf glücklicher Landesligisten gegen zehn tapfere Kollerbecker, die jetzt ihre ganze Konzentration auf die Liga lenken können. Die Leistung jedenfalls macht Lust und Mut für eine tolle Serie. Kopf hoch, Jungs!
 
Der SV Kollerbeck spielte in folgender Aufstellung: Jens Schölzel, Pascal Wegener (75. Lukas Meyer), Martin Rheker (112. Steffen Rheker), Christian Föst (106. Kevin Mönks), Marc Neumann, Alexander Rheker, Pascal Ewers, Mario Mugabe, Stefan Klocke, Alexander Rheker, Mikael Grunwaldt

In Haarbrück noch Doppeltorschütze, dieses Mal der Pechvogel: Mario Mugabe verfolgt nach seinem Platzverweis in dieser Szene das 1:2