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09.11.2014

Acht Tore und Spannung bis zum Abpfiff

Kollerbeck unterliegt 3:5 in Borgentreich

Borgentreich (krü). Dieses Spiel hätte der SV Kollerbeck nie und nimmer verlieren müssen. Allerdings reichen 35 Minuten Dampf gegen so dynamische Teams wie die erste Mannschaft des VfR Borgentreich nicht aus, um zu Siegen in der neuen gemeinsamen A-Liga zu kommen. Dass aus einem 0:4 nach 80 Spielminuten am Ende fast noch ein Remis geworden wäre, zeigt, wo am Sonntag das Hauptmanko lag. Raphael Föst, Michael Meyer und Pascal Ewers hätten fast noch den Ausgleich geschafft. Erst als Kollerbeck mit dem letzten Freistoß alles nach vorne warf, fing man sich in der 92. Spielminute den endgültigen Knock-out zum 3:5.

Personell sah es bei den Grün-Weißen wie so oft in dieser Spielzeit nicht all zu rosig aus. Kapitän Marc Neumann fiel zunächst mit einer Rückenverletzung aus und Torben Rheker war nach seiner roten Karte immer noch gesperrt. Marvin Köhne war leider ebenfalls nicht mit auf die Warburger Hochebene gefahren. So verteidigte zum ersten Mal in dieser Saison Jan Happe aus der Zweiten auf rechts.
 
Zu Beginn zeigte Kollerbeck der sehr jungen Borgentreicher Truppe, dass im Nordkreis durchaus ein ansehnlicher Kombinationsfußball gespielt wird. Die ersten 25 Minuten gehörten so auch eindeutig den Gästen. Lukas Meyer in der 11. und Raphael Föst in der 15. Spielminute hatten auch durchaus Chancen, die Kollerbecker in Front zu bringen. Den VfR Borgentreich hatte man einfach im Griff. Umso überraschender fiel dann in der 27. Spielminute das 1:0 für die Orgelstädter. Nach einem Stellungsfehler von Alexander Rheker brauchte der wieselflinke Mittelstürmer des VfR das Leder nur noch über den heraus eilenden Jens Schölzel im Kollerbecker Kasten hinweg heben.
 
Kurz zuvor hatte sich Michael Meyer seine fünfte gelbe Karte eingehandelt. Nach zwei Fouls in den ersten zehn Minuten war beim dritten Vergehen die Karte fällig. Somit fällt der Spielmacher des SVK im nächsten Heimspiel gegen Bonenburg als erster Kollerbecker für ein Spiel aus. Ob diese gelbe Karte eine so nachhaltige Wirkung hatte oder ob der ungewohnte Kunstrasenplatz die Ursache war, dass dem Kollerbecker „Zehner“ in Borgentreich recht viele Fehlpässe unterliefen und seine ansonsten bekannten kämpferischen Einlagen Seltenheitswert hatten, mag Spekulation bleiben.
 
Auf jeden Fall war ein Bruch im Spiel der Kollerbecker nach dem 0:1 unübersehbar. Die sonstigen Spielgestalter und Leistungsträger blieben allesamt weit hinter ihrer ansonsten gewohnten Leistungsfähigkeit zurück. Raphael Föst kam im Sturm ebenso wie Lukas Meyer kaum zur Geltung und Pascal Ewers blieb genauso wirkungslos. Und dass die Abwehr einen schweren Stand hat, wenn vorne keine Entlastung kommt und die wenigen Chancen nicht verwertet werden, braucht nicht zu verwundern. Und so dauerte es auch nicht lange, ehe Borgentreich auf 2:0 erhöhte. Nach einem Fehlpass im Mittelfeld war der Linksaußen des Gastgebers durchgebrochen, um im zweiten Versuch Jens Schölzel im SVK-Kasten zu überwinden.
 
Als nach dem Wechsel dann Marc Neumann für Markus Esche ins Spiel kam, sah es zunächst so aus, dass wenigstens die Defensive sicherer wurde, doch dieses Bild täuschte schnell. Der VfR agierte nun über die schnellen Stürmer derart druckvoll, dass es eigentlich nur noch eine Frage der Zeit sein konnte, wann der nächste Treffer fiel. So hatte die Maaßen-Truppe in der 57. und 59. Minute Riesendusel, dass Borgentreich nicht erhöhen konnte, als zunächst Jens Schölzel in eins-gegen-eins-Manier parierte und beim zweiten Versuch der über den halben Platz spazierte Zehner das Leder zum leider im Abseits stehenden Mitspieler gab. Doch in der 67. Minute war es dann doch geschehen.
 
Der Rechtsaußen der Voss-Truppe spielte die Kollerbecker Abwehr schwindelig und sein Pass auf den mitgelaufenen Sturmpartner wurde eiskalt und verdient eingenetzt. Als dann Borgentreich in der 80. Minute sogar auf 4:0 erhöhte, musste man schon Schlimmeres befürchten. Zu dominant waren die jungen Wilden aus Borgentreich und zu ideen-, ja teilweise sogar lustlos waren die Kollerbecker bis dahin gewesen. Doch mit einem Male stand es 1:4. Raphael Föst war auf Rechtsaußen durch gelaufen und irgendwie zappelte das Leder plötzlich in den Maschen (81. Spielminute). Danach ging es Schlag auf Schlag. Nur eine Minute später wurde der immer agile Sven Abitz im Sechszehner gelegt und Michael Meyer verkürzte per Elfmeter auf 2:4. 
 
Als dann erneut Sven Abitz in der 87. Minute im Strafraum gefoult wurde und Pascal Ewers den zweiten Kollerbecker Elfer als Kopie des ersten verwandelte, wurde es noch einmal munter unter den Zuschauern und Spielern. War noch mehr drin? Jetzt zeigte Kollerbeck mit einem Schlag, dass man doch kämpfen konnte. Und selbst ein 4:4 schien nicht  mehr gänzlich unmöglich. Doch quasi mit der letzten Chance, einem Freistoß aus etwa 25 Meter aus halblinks durch Michael Meyer fiel die Entscheidung. Der Freistoß kam zu flach, Borgentreich schaltete gleich auf Angriff um und da Jens Schölzel im Sechszehner des VfR war, um den Freistoß einzudrücken, war das SVK-Tor mutterseelenallein. Von der Mittellinie lief der Rechtsaußen aufs leere Tor zu und vollendete zum 5:3-Endstand für Borgentreich.
 
Der SVK spielte mit: Jens Schölzel; Alexander Rheker, Tim Ewers, Dominik Abitz (82. Simon Reinhard), Jan Happe; Michael Meyer, Lukas Meyer, Pascal Ewers, Markus Esche (46. Marc Neumann), Raphael Föst, Sven Abitz

Musste personell wieder umstellen: Trainer Raphael Maaßen