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28.12.2003

WDR2 - Liga live

SVK gegen die Reserve der Brakel

(luw) Herzlich Willkommen, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, zu WDR2 - Liga live. Spitzenspiel des heutigen Spieltages in der Kreisliga B des Sportkreises Höxter ist unstrittig das Match zwischen dem Überraschungsteam der Hinrunde, dem SV Kollerbeck und der Reserve der Spielvereinigung Brakel. Bei diesem Spiel geraten alle anderen Spiele in den Hintergrund, sodass wir gleich einmal zu meinem Kollegen Manfred Breuckmann im Kollerbecker Rehbergstadion abgeben. Dort sind bereits zwanzig Minuten gespielt und es war schon ordentlich was los, nicht wahr Manni?

Ja, das kann man wohl sagen. 0:4… Nein, Verzeihung 4:0 steht es hier für den Gastgeber. Und damit herzlich willkommen, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, im Kollerbecker Rehbergstadion.

Im Moment treibt Hundertmark den Ball. Er kommt über die rechte Seite. Hundertmark, der von den Spielerfrauen liebevoll nur „der Geilste“ genannt wird.

Jetzt Doppelpass mit seinem neuen Traumpartner auf der rechten Seite: Jörg Lange. Lange Zeit war diese Position von Bielefeld eingenommen worden. Der jedoch war dem harten Verdrängungswettbewerb auf der rechten Seite zum Opfer gefallen.

Nun also Jörg Lange, der in dieser Saison schon zwei Tore erzielen konnte. Bisher wusste man gar nicht, dass er soweit zählen kann. Eine erstaunliche Entwicklung des Jung – Verzeihung - jetzt Altunternehmers in den Reihen des SVK. Jetzt verzettelt er sich aber, und der Ball wird abgefangen durch die Brakeler.

Oh. Rüde Attacke im Mittelfeld von - Sie können es sich denken, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer - Jochen Mönks. Jochen Mönks ist es auch jetzt, der wild in Richtung Schiedsrichter gestikuliert und einen imaginären Ball mit den Händen nachbildet als wolle er sagen: „Da ist der Ball. Da ist der Ball“. Aber das war schon ein Foul. Gerne erinnert man sich in Kollerbeck an seine super Vorarbeit im letzten Spiel vor der Winterpause zum zwischenzeitlichen 1:1 gegen die erste Mannschaft die SG Albaxen/ Lüchtringen zurück.

Der Freistoß wurde inzwischen von Brakel ausgeführt. Führte aber nicht zum Erfolg, denn André Struck hatte den schlecht getretenen Freistoß der Gäste dazu genutzt, eine seiner gefürchteten Halb-Schwalben  - so möchte ich es mal formulieren – anzusetzen. Wie er dabei in Zeitlupentempo zu Boden geht – bedacht darauf, ja keine Schramme davonzutragen – und dabei trotzdem den Freistoß rausholt, das ist schon eine Kunst. Und so führt er auch lächelnd den langen Freistoß aus.

Auf Torben Rheker. Der nimmt den Ball hoch. Nein. Er lässt den Ball unten. (leise) Konnte ja auch keiner ahnen. Unnachahmlich, wie er da den Ball mit seinem bulligen Körper abschirmt. Die Hände dabei versteckt in den Ärmeln seines Trikots. Süß sieht er aus. Seine Freundin Christina soll regelmäßig ins Schwärmen geraten.

Jetzt spielt der den Ball auf seinen Cousin Jens Rheker. Jens Rheker, dem, so verlautet es aus internen Kreisen, Kontakte zur sadomasochistischen Szene nachgesagt werden. Nahrung erhalten diese Gerüchte natürlich immer dann, wenn er selbst auf dem Fußballplatz Opfer seiner selbst wird. Wenn er sich z.B. wie in Sandebeck selbst den Unterschenkel aufreißt und vor Lust laut aufstößt.

Nichts von alledem macht er aber jetzt. Jetzt nämlich spielt er den Ball weiter auf seinen Cousin Carsten, der jetzt -Aah- von hinten brutal umgetreten wird. Erstaunlich, wie ruhig er bei diesen Aktionen immer bleibt. Allein ein leises „ Ey Schiri“ ist auf seinem Mund abzulesen. Gott-Sei-Dank geht es aber auch für ihn weiter.

Der Freistoß wird ausgeführt. Lange Flanke auf Torben, der auf einmal alleine auf das Tor zuläuft. Aber was ist das? Wer läuft denn da über den Platz? Ist es einer von diesen Nacktflitzern? Nein, das ist doch… Ich kann es nicht erkennen. Doch. Es ist der Betreuer Rainer Mönks, der hier in aller Seelenruhe über den Platz schreitet. Er scheint auf der Suche nach Verletzten Spielern des SVK zu sein. Die sind aber alle bereits schon wieder gesundet. So soll es öfter gehen, wird aus gut informierten Kreisen des SVK berichtet. Sobald Rainer Mönks, das Urgestein und der Wunderheiler, den Platz betritt, sind selbst Spieler wie Alexander Rheker in Sekundenschnelle wieder topfit.

Apropos Alexander Rheker. Seine Krankengeschichte in diesem Jahr ist schon bemerkenswert. Ein Virus zu Beginn der Saison ist mittlerweile auf sämtliche Körperteile geschlagen. Im Moment sind es Knieprobleme, an denen der quirlige Linksaußen laboriert. Was allerdings zu keiner Zeit in Mitleidenschaft gezogen worden ist, ist die Stimme. Wirklich erstaunlich, wie er ständig die Mannschaft durch seine kurzen und knackigen Parolen aufrüttelt. Ein ganz, ganz wichtiger Mann im Moment für den SVK.

Jetzt also Hochball. Die Fairness gebietet es, dass die Brakeler den Ball zurück zu den Kollerbeckern spielen. Machen die aber nicht. Was jetzt den Kapitän des SVK auf den Plan rufen müsste. Sascha Niemeier müsste aus seinem Kasten stürmen. Müsste über den ganzen Platz stürmen. Die Zuschauer müssten rufen: Nein Sascha, tu es nicht. Nicht schon wieder. Schiedsrichter Willi Meyer müsste die Szene beobachten. Ein leises Lächeln müsste sich in sein Gesicht schleichen. Unbemerkt von ihm selbst. Müsste besser aufpassen, der Mann in Schwarz. Seine rechte Hand müsste langsam zur rechten Gesäßtasche fassen. Dort müsste der rote Karton schon hervorblitzen.

Aber nichts von alledem passiert. Sascha Niemeier bleibt ganz cool. Cool wie es sonst nur Oliver Kahn vermag. Wirklich erstaunlich also die Entwicklung nicht nur des Kollerbecker Keepers. Sondern die der ganzen Mannschaft. Und das alles wegen eines neuen Trainers? Die Antwort wird die Rückrunde geben müssen. Und damit zurück in die angeschlossenen Funkhäuser.