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31.01.2005

Brand mit Taktik und Tempo

LEICHTATHLETIK: 1. Kollerbecker Rehberg-Cross gleich mit 107 Läufern

VON DIETER MÜLLER

Kollerbeck. Erst auf den letzten 200 Metern hat sich Michael Brand abgesetzt. Ohne Probleme, mit viel Tempo und noch mehr Taktik hat der Langstreckler der Non-Stop-Ultra Brakel den 1. Rehberg-Crosslauf in Kollerbeck über 8900 Meter und fünf anstrengende Runden gewonnen. Mario Düwel vom LC Paderborn, Martin Schoppmeier vom SV Brenkhausen/Bosseborn und Michael Amstutz (NSU) liefen nach ihm ins Ziel.
Fünf Runden sind sie zusammen gelaufen. Fünfmal zusammen den Berg hochgeächzt. Michael Brand, Martin Schoppmeier und Mario Düwel hatten den Rest des Feldes längst abgehängt - den Sieg würden die Drei unter sich ausmachen.
An der Strecke setzten aber selbst die Zuschauer aus Paderborn auf Neongelb. Damit sollten sie Recht behalten. Michael Brand hat's zwar spannend, aber berechenbar gemacht. Ein kurzer Antritt - und weg war er. Mario Düwel - seine 10km-Bestzeit liegt bei 32:30 Minuten - konnte nicht dran bleiben. Und Martin Schoppmeier erklärte nachher: "Ich bin zufrieden mit dem Lauf, aber irgendwie hatte ich zum Schluss nicht mehr den Biss, dranzubleiben." Und Michael Brand meinte zu seinem starken und taktischen Rennen: "Ich habe mich lange zurückgehalten, fühlte mich gut und konnte zum Schluss noch mal antreten."
Das machte auch Rene Struck. Obwohl er das eigentlich gar nicht mehr brauchte, gab er trotzdem auf den letzten Metern noch mal so richtig Gas. Der 10jährige Leichtathlet des SV Kollerbeck rannte gleich vom Start weg los, wie von der Tarantel gestochen. Und er hielt das Höllentempo bis zum Schluss durch, gewann mit großem Vorsprung seinen Lauf der Schüler C. Woher er das Tempo habe? "Von meinem Papa", erzählte der kleine Mann ganz groß im Ziel. Sein Papa ist Josef Struck, der den Marathon unter drei Stunden und die 10km in 38 Minuten läuft.
Überhaupt waren die Kollerbeck fast mit allen Schülerinnen und Schülern vertreten. Trainerin Christin Klocke ging mit ihren Schützlingen zum Aufwärmen, feuerte sie auf der Strecke an und zählte meist zu den ersten Gratulanten im Ziel.
Die wohl größte Fangemeinde hatte Karina Eickermann. Sie wurde auf ihrem Lauf über 2700 Meter gleich von sechs Kollerbeckerinnen mit selbst gemaltem Spruchband unterstützt und enttäuschte ihre Fans nicht. Karina Eickermann gewann ihren Lauf locker. Bernd Weber hatte keine Probleme, die Mittelstrecke über 3700 Meter zu gewinnen. Der Langstreckler aus Ovenhausen, der für den Laufladen Endspurt startet, setzte sich gleich nach den ersten Metern ab und baute diesen Vorsprung bis ins Ziel auf rund 400 Meter aus. Lisa Rheker gewann auf der Mittelstrecke - und das obwohl die Kollerbeckerin, die seit diesem Jahr im Trikot der LG Göttingen startet, zuletzt verletzungsbedingt kaum trainiert hat.
Die Premiere ist mehr als geglückt. Der 1. Rehberg-Crosslauf ist bestens angenommen worden, 107 zufriedene Teilnehmer insgesamt, eine ordentlich präparierte Strecke, eine sowieso gute Organisation, ein unterhaltsamer Heinrich Rheker als Moderator am Mikro und ein starkes Teilnehmerfeld im Hauptlauf mit 32 Startern - das kann sich sehen lassen.
Nach Möglichkeit soll es nicht beim einmaligen Event bleiben. "Es soll keine Eintagsfliege sein. Sofern wir nicht andere Laufveranstaltungen wie zum Beispiel des Kreiscross oder die OWL-Meisterschaft ausrichten, wollen wir den Rehberg-Cross gerne im Laufkalender etablieren", sagt Heinrich Rheker, Leichtathletikabteilungsleiter des SV Kollerbeck.

Rehberg-Cross
Die Schnellsten über 650 Meter: Sie rannten erst eine leicht verlängerte Stadionrunde
im Affenzahn, bekamen anschließend eine Urkunde und eine weitere Überraschung
aus der Geschenkekiste. (FOTO DIETER MÜLLER)