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12.10.2008

Pascal Ewers rettet einen Punkt

Trotz Überlegenheit nur 1:1 gegen Lauenförde

Selten kam ein Punkt so verdient und gleichermaßen so glücklich wie an diesem Tag daher. Und zu wenig ist er auch eindeutig. Denn der SVK kommt trotz drückender Überlegenheit über neunzig Minuten nicht über ein 1:1 gegen den SC Lauenförde hinaus. Den Ausgleich erzielte in der 87. Spielminute Pascal Ewers.

Wunderschönes Herbstwetter. Klasse Kulisse zum Oktoberfest. Und sowohl die Damen (4:1) als auch die zweite Mannschaft (11:1) haben mit Kantersiegen vorgelegt. Da fehlt ja eigentlich nur ein überzeugendes und vor allem siegreiches Spiel der ersten Mannschaft gegen den SCL.

Und tatsächlich begann der SVK mit ungeheurem Tempo. Da wurden die Zweikämpfe gesucht und mit großer Mehrheit gewonnen. Da wurde kombiniert und gelaufen. Da wurden Chancen im Fünf-Minutentakt herausgespielt und herausgearbeitet. Aber da wurde eben das Tor nicht gemacht. Und das lag ganz eindeutig an einem glänzend aufgelegten Gästekeeper. Der tauchte noch zu Zeiten in der unteren Ecke des Tores auf, als der Kollerbecker Torschrei eigentlich schon die Lippen verlassen hatte. Sowohl den guten Schuss von Matthias Loges (5.) als auch von Jens Schölzel (7.) entschärfte er bravourös.

Und wie die alte Fußballweisheit eben besagt, muss man sich beim Auslassen solcher Hochkaräter nicht großartig wundern, wenn es urplötzlich 0:1 steht (15.). Ausgangspunkt war ein Lauenförder Konter über wenige Stationen. Trainer Jörg Hundertmark drehte sich aber nur einmal kurz um die eigene Achse und peitschte direkt wieder seine Leute nach vorne: „Immer weiter! Das kennt ihr doch!“ Immerhin hatte der SVK auch in der Vorwoche gegen Hembsen mit 0:1 zurück gelegen. Um später die Gäste mit 8:1 wieder zurück an die Nethe zu ballern. Das sollte doch auch heute möglich sein.

Das war aber eben nicht möglich. Und zwar deswegen, weil all die Dinger, die am letzten Sonntag wie von Zauberfuß den Weg ins Tor fanden, heute zum Teil kläglich versiebt wurden. So scheitern auch Niklas Rheker (18.), Matthias Loges (22.) und im Nachstochern Pascal Ewers teilweise am Torwart und teilweise an den eigenen Nerven. Folgerichtig haderte auch Jörg Hundertmark an der Seitenlinie mit dem Schicksal: „Wir haben das Spiel so im Griff. Warum machen wie die Buden nicht?“

In der Folgezeit verlor die Partie etwas an Geschwindigkeit. Was jedoch an der Überlegenheit der Grün-Weißen nichts änderte. Am Ergebnis änderte sich aber bis zur Halbzeit auch nichts, sodass es mit einem 0.1 in die Kabine ging. Dort konnte sich der Trainer viel Zeit lassen: „Atmet erstmal tief durch, Jungs! Viel habe ich nämlich nicht zu sagen. Wir spielen einfach so weiter. Dann fallen die Tore zwangsläufig!“

ErsatzbankSo die Theorie. Die Praxis allerdings sah etwas anders aus. Denn es war unverkennbar, dass der SVK mit zunehmender Spieldauer den Preis für das Tempo der ersten Halbzeit zahlte. So kam die zwar Kräfte schonende, aber eben auch meist erfolglose Brechstange immer öfter zum Einsatz. Der SCL hingegen verlegte sich zunehmend auf das Ball Wegschlagen und den verschwenderischen Umgang mit der Zeit. Das aber mit großem Erfolg, denn mit voranschreitendem Minutenzeiger erspielten sich die Kollerbecker auch immer weniger Torchancen.

Eine so genannte 100%ige allerdings hatte noch einmal Jens von Heesen in der 67. Spielminute. Der jedoch war wohl zu überrascht, dass der Gästekeeper heute einmal Schwäche zeigt und den eigentlich sicher gepflückten Eckball aus den Händen gleiten lässt. Doch Jens von Heesen kann eben nicht profitieren.

So verstrich die Zeit und nicht nur Betreuer Steffen Rheker verlor den Optimismus: „Wir schießen heute kein Tor mehr. Da müsste schon was ganz Dummes passieren!“

Der viel umjubelte Ausgleich in der 87. Spielminute allerdings war dann klasse gemacht. Niklas Rheker, der trotz seiner Augenverletzung ein großes Spiel auf „seiner“ linken Seite machte, brachte den Ball in den Strafraum. Dort setzte sich Pascal Ewers klasse durch und netzte per Kopf ein. Dieses Tor war nicht nur wichtig für die Mannschaft, sondern auch für den Youngster selber. Schließlich hatte seine Freundin Sabine Schulz heute auch schon zwei Mal für die Damenmannschaft des SVK getroffen. Und da wollte er natürlich in Nichts nachstehen. Das zweite Tor allerdings wollte weder ihm noch jemand anderem gelingen, sodass es schlussendlich beim 1:1 blieb.

Dieser eine Punkt ist definitiv zu wenig Lohn für zu viel Arbeit. Nur diesem Umstand ist es wahrscheinlich geschuldet, dass nach Spielende so wenig Applaus von den Zuschauern kam. Sie alle waren wohl nicht minder enttäuscht als die Spieler. Anders herum muss man aber auch die viele Arbeit sehen, die investiert wurde. Deswegen an dieser Stelle: Vielen Dank, Jungs, für die super Unterhaltung!

Der SVK spielte in folgender Aufstellung: Sascha Niemeier, Jens Schölzel (76. Lukas Meyer), Matthias Brisgies (75. Jan Durgeloh), Marc Neumann, Torben Rheker (70. Stefan Klocke), Michael Meyer, Mikael Grunwaldt, Niklas Rheker, Jens von Heesen, Matthias Loges, Pascal Ewers

Selten wird Pressearbeit so schnell belohnt: Lukas Meyer (hinten) mit Drehstollen