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26.04.2009

SVK vergibt in Überzahl Big Point

SVK vs. FC Stahle 1:2

(luw) Der SVK war so nah davor, noch einmal richtig einzugreifen in das Aufstiegsrennen. Im Spiel gegen den Tabellenzweiten Stahle steht es 1:1 und der Gegner dezimiert sich völlig unnötig. Das bedeutet, dass bei eigenem Chancenübergewicht noch eine Viertelstunde in Überzahl verbleibt, um das entscheidende 2:1 zu machen. Doch erstens kommt es eben anders und zweitens als man denkt. Denn in der 82. Spielminute ist es nicht die Heimmannschaft, sondern der FC Stahle, der nach einer Standardsituation das viel umjubelte Siegtor macht.

Keine Überraschung bot die Kollerbecker Startaufstellung. Erstaunlicher war da schon, dass sich der SV Kollerbeck zu Beginn des Spiels sofort den Schneid abkaufen ließ. So dauerte es auch nur bis zur Spielminute vier, als es 0:1 aus Kollerbecker Sicht hieß. Trotz aller Schlafmützigkeit der Kollerbecker Defensivabteilung war das Tor natürlich ein wunderschönes. Ein Stahler Spieler war rechts lang geschickt worden. Ohne lange zu fackeln zog er aus der Luft ab und traf ins lange Eck des Kollerbecker Tores. Sascha Niemeier ohne Chance.

Und auch danach kam der SVK nicht richtig ins Spiel. Zwar erspielten sich die Grün-Weißen ein wenig mehr Ballbesitz. Insgesamt aber agierten die Stahler schnörkelloser und damit auch oft gefährlicher. Die Ballstafetten der Kollerbecker liefen oft ins Leere. Oft passte einfach dieser immer wieder gerne zitierte letzte Pass nicht.

Viele Chancen erspielte sich also keine der beiden Mannschaften. Insbesondere aus dem Spiel heraus passierte nicht viel in den beiden Sechzehnern. Für den SVK hatten immerhin noch Jens von Heesen im Anschluss an eine Ecke (16.), Niklas Rheker per Distanzschuss aus 22 Metern (34.) und Torben Rheker (42.) die besten Chancen.

Auf der anderen Seite rettete Sascha Niemeier desöfteren gedankenschnell bei steilen Zuspielen auf Stahler Stürmer. Vor allem in der 43. Spielminute kann er noch so eben retten, indem er schnell aus seinem Kasten stürmt.

Als alle Beteiligten sich schon auf einen Rückstand zur Halbzeit eingestellt hatten, fiel dann aber doch noch das Tor für den SVK. Wie so oft hatte Michael Meyer eine Ecke gefährlich vor das Stahler Gehäuse gebracht. Dieses Mal war es Jens von Heesen, der per Kopfstoß den Ausgleichstreffer erzielte (45.)

„Psychologisch war dieses Tor das Beste, was uns passieren konnte.“ Jörg Hundertmark war in der Kabine angetan von der Wendung des Spiels. Nicht zufrieden allerdings war er mit der Spielweise seiner Mannschaft. „Leute, wir sind gar nicht richtig in die Zweikämpfe gekommen. Und noch etwas: Ich habe heute selber schon auf dem Platz gespielt. Ich weiß also, dass der unheimlich hügelig und damit schwer zu bespielen ist. Trotzdem wünsche ich mir etwas mehr Konzentration beim Passspiel.“

Die folgende Viertelstunde war aus neutraler Sicht wohl die beste des Spiels. Direkt nach Wiederanpfiff haben Jens von Heesen wieder per Kopf nach Ecke (46.) und Stefan Klocke per Schuss knapp am langen Pfosten vorbei (47.) die schönsten Chancen zur Führung. Doch daraus wurde leider nichts.

Glück hatten die Kollerbecker dann in der 50. Spielminute, als Sascha Niemeier einen Freistoß noch so eben ans Aluminium lenken kann. Und noch mal rettete der Papenhöfener in der 55. Spielminute mit Klasse und Können im letzten Augenblick.

Dann allerdings wurde das Spiel mit dem weiteren Verlauf der zweiten Hälfte wieder zerfahrener. Emotionen kochten hoch. Nicht immer waren alle Anwesenden einverstanden mit den Entscheidungen des Schiedsrichters Johannes Meilenbrock. In der 75. Spielminute blieb dem Vinsebecker allerdings keine andere Wahl.

Einem langen Ball folgend wurde der soeben eingewechselte Jens Schölzel knapp vor der Strafraumgrenze von seinem Gegenspieler gehalten. Die nun zwangsläufig folgende rote Karte war deswegen umso unnötiger, als dass der Stahler Torwart längst aus seinem Tor geeilt war und den Ball quasi schon in den Händen hielt.

Sei es drum: Der SVK spielte jetzt in Überzahl und hatte die große Chance durch einen Treffer auf einen Punkt an den FC Stahle heran zu kommen. Bei all den gefährlichen Situationen rund um den Stahler Strafraum fiel das Tor allerdings auf der anderen Seite.

Nach einer weiteren Standardsituation dachten viele Zuschauer bereits, dass Sascha Niemeier den Ball wohl fangen würde. Diesem Irrglauben sind wohl auch die Kollerbecker Spieler aufgesessen. Nicht anders ist es zu erklären, dass urplötzlich ein Stahler Spieler unbedrängt zum Kopfball kommt und den Ball hoch über den Kollerbecker Keeper hinweg ins lange Eck verlängert (82.).

Noch blieben zwar acht Minuten, um wiederholt zu egalisieren. Dies allerdings sollte trotz aller Anstrengung nicht gelingen. Bedauerlich, dass Mittelfeldmotor Michael Meyer bereits in der 78. Spielminute wegen „Plätte“ ausgewechselt worden war. Denn der Spielmacher kann noch so ausgelaugt sein. Sein Überraschungsmoment und sein Killerinstinkt hätten dem SVK bei den verschiedenen Standardsituationen im Schlussspurt gut zu Gesicht gestanden.

So aber blieb es beim 1:2. Damit ist der FC Stahle dem SV Kollerbeck erst einmal wieder auf sieben Punkte enteilt. Und wer in Unterzahl gegen Kollerbeck gewinnt, der kann bei aller Bescheidenheit erstens so unverdient nicht gewonnen haben und zweitens so unverdient nicht dort vorne stehen. Hut ab, Stahle!

Der SVK spielte in folgender Aufstellung: Sascha Niemeier, André Struck, Marc Neumann, Michael Meyer (78. Elmar Happe), Jens von Heesen, Alexander Rheker, Niklas Rheker, Pascal Ewers, Stefan Klocke (75. Jens Schölzel), Matthias Loges, Torben Rheker

 Genießen Traumwetter und Traumkulisse, aber eben nicht Traumspiel: Trainer Jörg Hundertmark und Betreuer Steffen Rheker