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13.06.2010

Hundertmark mit historischer Klatsche verabschiedet

SVK geht mit 1:10 in Brakel unter

(luw) „Wenn ich Euch nicht kennen würde, dann würde ich das hier und heute persönlich nehmen.“ Deutliche Worte des tief enttäuschten Trainers Jörg Hundertmark in der Pause beim Halbzeitstand von 0:6. Gerichtet an die Mannschaft, mit der er so viele Erfolge feiern konnte. Und weiter: „Nach sechs Jahren beim SVK muss ich ausgerechnet in meinem letzten Spiel die Charakterfrage stellen. Jetzt geht es um unsere Ehre. Lasst es bitte nicht zweistellig werden!“

Was in den 45 Minuten zuvor abgelaufen war, spottet jeder Beschreibung. Natürlich war allen Beteiligten klar, dass die SpVg. Brakel eine klasse Truppe auf den neuen Kunstrasen schicken würde. Gespickt mit hoch talentierten und hoch motivierten A-Jugendlichen. Was dann allerdings ablief, damit konnte man nicht rechnen. Bereits nach drei Minuten stand es 2:0 für die um Klassen besseren Brakeler. Und wer jetzt noch naiverweise dachte, dass sich Grün-Weiß lediglich erst einmal an das ungewohnte Geläuf gewöhnen musste und dass dann alles besser werden würde, der sah sich spätestens in der 11. Spielminute getäuscht. Denn schon stand es 3:0.

Der SVK nahm das alles weitestgehend reaktionslos und emotionslos zur Kenntnis. Da war kein Aufbäumen, keine Gegenwehr zu erkennen. Stattdessen hängende Köpfe, die mit jedem Gegentor ein Stückchen weiter Richtung Boden hingen.

Auch Jörg Hundertmark sank immer weiter auf seiner Trainerbank zusammen. Was in seinem Kopf vorging, ist schwer zu erraten. Vielleicht dachte er ziemlich genau drei Jahre zurück. Da hatte er sich schon einmal verabschiedet. Das allerdings unter komplett anderen Vorzeichen. Mit dem letzten Spiel gegen Driburg hatten seine Jungs im Jahre 2007 den historischen erstmaligen Aufstieg in die Bezirksliga unter Dach und Dach gebracht. Und dann das heute. Ebenfalls wieder ein historisches Spiel. Denn kein Beteiligter konnte sich auf Anhieb an eine zweistellige Niederlage der Kollerbecker Ersten Mannschaft erinnern. Wahnsinn!

Diese Rückserie muss man sich erst einmal auf der Zunge zergehen lassen. Als Tabellenführer in das Jahr 2010 gestartet, konnte der SVK gerade einmal zwei Siege einfahren. Wer sich nicht mehr dran erinnern kann: Es waren die Spiele gegen Ovenhausen und Altenbergen. Ansonsten acht Unentschieden und vier Niederlagen. Das ist die Bilanz eines potenziellen Absteigers. Damit ist die zweistellige Niederlage gegen Brakel auch nur das i-Tüpfelchen auf eine Rückserie zum Abgewöhnen. Wie es dazu kommen konnte, wird zu analysieren sein. Denn diese Frage ist dafür entscheidend, wie es weiter gehen soll. Neuer Trainer, neues Glück? So einfach wird es mit Sicherheit nicht werden.

Nachdem Jörg Hundertmark in der Halbzeitpause also noch einmal an die Ehre der Mannschaft appelliert hatte, wurde es zumindest etwas besser. Zwar fiel direkt im Anschluss bereits das 7:0. Doch gelang Pascal Ewers per Strafstoß in der 60. Spielminute zumindest der Ehrentreffer zum zwischenzeitlichen 1:7.

Irgendwann um diesen Zeitpunkt herum fand Jörg Hundertmark auch seinen – wenngleich zynischen - Humor wieder: „Immerhin steht es in der zweiten Halbzeit jetzt 1:1 unentschieden.“ Sprach es und verstummte sogleich. Denn postwendend fiel das 8:1. Das allerdings machte jetzt auch nichts mehr. Der Sabbenhausener versprach trotzig: „Davon lasse ich mir den Abschied nicht kaputt machen. Dadurch wird es heute Abend umso heftiger!“ Gemeint war wohl der Konsum von entsprechenden Kaltgetränken und hoffentlich erfolgreichen WM-Spielen anlässlich der Abschiedsfeier in der Vereinskneipe. Hier pflichtete ihm auch der zweite Abgang Jens Rendorf bei. Der verletzte Libero hatte mit Kind und Kegel am Rand gestanden und ebenfalls seine Augen nicht getraut. Auch er hatte diesen Abschied nicht verdient gehabt. Er wird sich aber mit ein bisschen Abstand dann doch hoffentlich an ein tolles Jahr in Kollerbeck erinnern.

Das wiederum gilt auch insbesondere für Jörg Hundertmark, den erfolgreichsten Kollerbecker Trainer aller Zeiten. Die letzte Rückserie im Allgemeinen und das letzte Spiel im Besonderen können und werden nicht das übertünchen, was Jörg Hundertmark in sechs Jahren mit dieser Mannschaft alles erreicht hat!

Deswegen nur zwei Worte: „Danke, Jörg!“

Der SVK spielte in folgender Aufstellung: Sascha Niemeier,, Mikael Grunwaldt, Alexander Rheker, Martin Rheker, Michael Meyer (46. Jens Schölzel), Pascal Ewers, Stefan Klocke, Benedict Lange, Niklas Rheker, Torben Rheker, Lukas Meyer

Auch sie hatten das heute nicht verdient: die treuen Fans des SVK