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13.03.2011

Torlos. Trostlos. Titellos?

SVK – SV Bruchhausen/Ottbergen 0:0

(luw) Das war ja mal nix mit „Erster gegen Letzter“. Das war eher „Not gegen Elend“. Norbert Dölitzsch hatte es vor dem Spiel ja schon verraten. Die Vorbereitung war alles andere als optimal verlaufen. Die Trainingsbeteiligung allenfalls mittelmäßig. Das Ergebnis war dann offenkundig zu sehen im Spiel eins nach der Winterpause gegen den SV Ottbergen/Bruchhausen. Über neunzig Minuten gelang es dem SVK nur ganz, ganz selten einmal, so etwas wie konzentrierte Ordnung ins Spiel zu bringen und so Druck aufzubauen. Und da es dem Gegner verständlicherweise auch eher darum ging, das Spiel zu zerstören als selber zu gestalten, stehen am Ende folgerichtig die Nullen auf beiden Seiten.

„Leute, wie lange bin ich jetzt hier? Sieben Monate. Das ist das schlechteste, was ich in diesen sieben Monaten erlebt habe.“ Norbert Dölitzsch war zur Halbzeitpause restlos bedient angesichts der Darbietungen seiner Elf. Und weiter: „Da ist ja gar nichts im Spiel. Keine Ordnung. Keine Bewegung. Und vor allem keine Ruhe.“
 
Und tatsächlich waren die ersten 45 Minuten – gelinde gesagt – fußballerische Magerkost gewesen. Serviert auf staubiger Asche. Und die Möglichkeiten des Trainers, durch Spielertausch Akzente ins Spiel zu bringen, waren auch sehr begrenzt. Die beiden Neuzugänge Christian Föst und Artur Razlaf fehlten wegen Skiurlaub und Bänderblessur ebenso wie Martin Rheker mit Meniskusschaden. Mikael Grunwaldt spielte zwar trotz Grippe, hätte aber wohl Probleme gehabt, das seinem Arzt plausibel zu erklären. 
 
So entwickelte sich ein Spiel, das weit überwiegend von den Schwächen beider Mannschaften lebte. Denn durch diese ergaben sich Chancen auf beiden Seiten, die die Offensiven alleine sich nie hätten erspielen können. So wusste man zur Halbzeit eher nicht, ob man eigentlich glücklich oder traurig sein sollte mit diesem 0:0. Bester Mann auf dem Platz war definitiv der Ottberger Schlussmann, der die wenigen Kollerbecker Gelegenheiten mit viel Können zunichte machte. Deswegen erschraken die 20 mitgereisten Ottberger und Bruchhäuser Zuschauer auch sichtlich, als ihr Keeper in der 32. Spielminute nach einem Zusammenprall mit dem glücklosen Lukas Meyer mehrere Minuten auf dem harten Untergrund liegen blieb. Glücklicherweise für die Gäste konnte er jedoch nach intensiver Behandlung weiterspielen.
 
Ganz zum Ende des ersten Durchgangs wurde es noch einmal hektisch. Zunächst hatte der SVK noch die große Chance auf einen Treffer nach einer Ecke. Doch der Kopfstoß von Pascal Ewers wurde noch so eben von der Linie gekratzt (42.). Auf der Gegenseite kann Sascha Niemeier einen Freistoß nicht festhalten und hat Glück, dass der Nachschuss nur Aluminium touchiert (45.). Und auch eine Minute später muss der Papenhöfener Kopf und Kragen riskieren, um den steil gepassten Ball noch abzufangen.
 
So ging es also mit einem 0:0 in die Pause und die Hoffnung der Kollerbecker Zuschauer nährte sich allein aus der Erkenntnis, dass die zweite Halbzeit doch wohl nicht schlechter werden könne. Eine Stunde später war diese Erkenntnis einer neueren gewichen: Doch, es geht! Denn das Spiel wurde jetzt noch zerfahrener. Katastrophale Fehlpässe auf beiden Seiten prägten das Bild teilweise ebenso wie offenkundiger Kräfteschwund. Diese Mixtur und die Tatsache, dass die Kollerbecker ihre wenigen Gelegenheiten nicht nutzen konnten, führten schlussendlich zum Remis, mit dem natürlich der von Walter Leineweber gecoachte Gast aus Ottbergen mehr anzufangen wusste. Der feierte dann auch den Punktgewinn nach dem Spiel wie eine Meisterschaft.
 
Apropos Meisterschaft: Züge fahren mitunter auch schon einmal recht zeitig ab. Man schaue nur ein Jahr zurück.
 
Der SVK spielte in folgender Aufstellung: Sascha Niemeier, Torben Rheker, Michael Meyer, Alexander Rheker, Lukas Meyer, Jens Schölzel (60. Slava Neskoromny), Marc Neumann, Pascal Ewers, Mikael Grunwaldt, Stefan Klocke, Niklas Rheker

Gefährlich wurde es heute oft allenfalls nach Standardsituationen: Niklas Rheker bringt den Ball in den Strafraum