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25.08.2013

Mit Kampf aus der Krise

SVK holt in Riesel ersten Dreier der Saison

Nein, ein fußballerischer Leckerbissen ist das Spiel gegen den FC Aa-Nethetal mit Sicherheit nicht gewesen. Das aber war nach zwei Auftaktniederlagen und mit der derzeitigen Personallage auch nicht zu erwarten gewesen. Das Spiel kam also eher als solide Hausmannskost daher. Die Zutaten: Kampf, Leidenschaft und Ballverluste. Am Ende hieß der etwas glückliche Sieger SV Kollerbeck. Die Kollerbecker Torschützten hören auf die Namen Christian Föst und Jan Golüke.

Die ohnehin schon mäßige Spielerdecke war noch einmal ein Stückchen kürzer geworden. Alexander Rheker hatte sich im Spiel gegen Blau-Weiß Weser eine Zerrung im Oberschenkel zugezogen und musste passen. Stattdessen stand Kapitän Marc Neumann nach seiner absolvierten Rot-Sperre wieder zur Verfügung, wurde jedoch zunächst von Norbert Dölitzsch nicht aufgestellt. Für ihn hatte sich wieder Christian Föst die Kapitänsbinde übergestreift und in der 30. Spielminute die dazugehörige Verantwortung übernommen. Als sich nämlich ein Nethetaler Spieler aus einem Reflex heraus mit der Hand zuerst in Torben Rhekers Schuss aus 22 Metern geworfen hatte, zeigte der Schiedsrichter bestimmt auf den Elfmeterpunkt. Christian Föst schnappte sich also den Ball und ließ dem Nethetaler Torwart Sven Schmidt mit seinem Flachschuss ins linke Eck keine Chance.
 
Diese Aktion war der Höhepunkt in einer an Höhepunkten armen ersten Halbzeit. Strafraumszenen blieben insgesamt Mangelware, obwohl es ständig hin und her ging. Doch wechselte der Ball regelmäßig im Fünf-Sekunden-Takt den Eigentümer und damit schneller, als dass überhaupt mal etwas Produktives damit vonstattengehen konnte. Der Ball war tatsächlich die oft zitierte „ärmste Sau“ auf dem Platz. „So viel Kraft können wir gar nicht haben, dass wir neunzig Minuten dem Ball hinterher rennen können.“ Norbert Dölitzsch war also nur semizufrieden mit dem, was er von seinen Spielern sah. Zufrieden wird er allerdings mit dem Ergebnis sein, mit dem es in die Pause ging: 1:0 aus Kollerbecker Sicht.
 
Kurz nach dem Seitenwechsel sollte es sogar noch besser kommen. In der 50. Spielminute ist es Pascal Ewers gewesen, der auf der rechten Seite schön freigespielt worden ist und eine scharfe Hereingabe flach vor das Tor brachte. Dort hatte sich der soeben eingewechselte Jan Golüke gerade rechtzeitig von seinem Gegenspieler ein wenig abgesetzt und den Ball über die Linie drücken können. Jetzt sah das ganze doch schon recht freundlich aus.
 
Dumm nur, dass der Zwei-Tore-Vorsprung nicht lange Bestand hatte. Denn nach nicht einmal zehn weiteren Minuten hieß es nur noch 2:1. Nethetals Spielertrainer Arif Göral, seines Zeichens mittlerweile 47 Jahre alt, hatte den sich ihm bietenden Platz genutzt und aus etwa 22 Metern einen schönen Schlenzer im langen, oberen Eck platziert.
 
Das Spiel drohte stand nun auf der Kippe. Der Gastgeber witterte wieder Morgenluft und baute Druck auf das Kollerbecker Tor auf. Doch gerade rechtzeitig gelang Jan Golüke ein erstaunliches Dribbling. Erstaunlich deswegen, weil er sich an nicht weniger als vier Gegenspielern vorbeimogelte und dann eiskalt aus 15 Metern positiv abschloss (71.). Sollte es das jetzt bitte schön gewesen sein?
 
Nein, natürlich nicht. Zu diesem Spiel hätte auch eine ruhige Schlussphase einfach nicht gepasst. Das hatte sich wohl auch Jens Schölzel gedacht, als er einen bereits sicher geglaubten Ball wieder preisgab und dem Nethetaler Stürmer so ein relativ einfaches Tor ermöglichte (79.).
 
Was folgte, waren nervenaufreibende Minuten mit diversen Unterbrechungen und eine Nachspielzeit von insgesamt sieben Minuten. Als der Schiedsrichter dann endlich ein Einsehen hatte, brach sich die grün-weiße Erleichterung ihre Bahn.
 
Der SVK spielte mit: Jens Schölzel, Christian Föst (50. Marc Neumann), Raphael Föst, Martin Rheker, Martin Skatulla, Dominik Abitz, Pascal Ewers, Mario Mugabe (46. Jan Golüke), Jan Dyballa (55. Lukas Meyer), Torben Rheker

Machte mal wieder ein mehr als solide Partie, musste jedoch verletzungsbedingt ausgewechselt werden: Jan Dyballa