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18.05.2014

SVK präsentierte sich von der schwächsten Seite

0:2-Schlappe beim Absteiger aus Amelunxen

Amelunxen (krü). Motivation kann Berge versetzen. Aber fehlende Motivation kann auch zu einem Desaster führen. Gegen einen allenfalls Mittelmaß erreichenden TuS Amelunxen unterlagen die Dölitzsch-Schützlinge mit 0:2 Toren. Dabei hatte der SVK sogar noch mächtig Dusel, dass die bereits abgestiegenen Nethedörfler Chancen en Masse versiebten. Bei gerade einmal zwei mickrigen Torgelegenheiten brauchte sich niemand in grün-weiß über die Niederlage zu beschweren. Keiner der eingesetzten 14 Spieler erreichte auch nur annähernd Normalform.

Vor dem Spiel trauten nicht wenige Kollerbecker Fans ihren Augen nicht. Der 52jährige Meinolf Köhne lief in kurzen Hosen und Trainingsjacke vor dem Umkleidegebäude auf und ab. Wer gedacht hatte, dass er in der zuvor kickenden Zweiten ausgeholfen hatte, sah sich schnell eines Besseren belehrt. Ausfälle im Stammkader des SV machten kurz vor Ende sogar noch eine Einwechslung notwendig. Mit Michael Meyer (seine alte Rückengeschichte machte sich wieder bemerkbar), Jan Dyballa und Martin Rheker waren gleich drei der stärksten Spieler der letzten Wochen nicht einsatzfähig und so mussten dann sogar Jens Schölzel und Marius Marx aushelfen, obwohl sie kurz vorher in der Zweiten bei der Amelunxer Reserve mit 7:4 Toren gewonnen hatten.
 
Hatte man anfangs ob der wenigen Chancen noch gedacht, der SVK könnte Amelunxen jeder Zeit in die Schranken weisen, wenn man nur wollte, so sahen sich die wenigen mitgereisten Kollerbecker Zuschauer mit zunehmender Spielzeit enttäuschter gegenseitig an. Die Dölitzsch-Jungs brachten einfach nichts zustande. Allein schon die Körperhaltung sprach Bände. Lustlos wie selten spielte man sich die Bälle zu. Und nicht wenige der Zuspiele landeten entweder im Aus oder beim Gegner. Dass man so die bieder wirkenden Gastgeber noch stark machte, konnte nicht verwundern.
 
Hatte Sascha Niemeier im Kollerbecker Kasten in der 30. und 43. Minute noch Glück, dass die Amelunxer dickste Chancen leichtfertig vergaben, so kam es nach dem  Seitenwechsel gleich knüppeldick. In der 47. Minute legte Christian Föst einen durch gebrochenen Strürmer des TuS im Sechszehner und den fälligen Elfmeter fischte Sascha Niemeier super unten aus dem Eck. Doch selbst dieser Warnschuss kam beim SVK nicht an. Die Gastgeber konnten weiter durch die löchrige Abwehr spazieren und schalten und walten, wie sie wollten. Einzig die Chancenverwertung war bis dato äußerst miserabel. 
 
Norbert Dölitzsch lief nervös an der Seitenlinie auf und ab und meinte nur „wir betteln um ein Tor“. Und genau dieses „Betteln“ sollte dann auch erhört werden. Nachdem Lukas Meyer in der 50. Minute seine einzige Chance am ganzen Tag im letzten Moment verpasste, kam Amelunxen sechs Zeigerumdrehungen später zur mehr als verdienten Führung. So kurios wie das ganze Spiel, so komisch war auch das Tor. Eine Ecke prallte vom langen Innenpfosten in die Maschen der nur als Zuschauer beteiligten Kollerbecker Abwehrspieler.
 
An ein Aufbäumen war nach diesem Weckruf nicht zu denken. Amelunxen spielte weiter Katz und Maus und versemmelte weiterhin in schöner Regelmäßigkeit seine Torchancen. So lange, bis in der 72. Minute dann  doch noch das zweite Tor fiel. Ein Konter der Hake-Truppe drosch der Mittelstürmer aus vollem Lauf unten rechts ins Kollerbecker Netz. Danach hätte es fast noch ein zahlenmäßiges Debakel geben können, doch die weiterhin ganz schwache Chancenverwertung und der Pfosten (75. Minute) verhinderten schlimmeres für Kollerbeck. Wenngleich. Schlimm genug war diese Niederlage trotz des ergebnismäßig knappen 0:2 schon. 
 
Erwähnenswert war dann auf Seiten des SVK nur noch, dass ab der 78. Spielminute Vater und Sohn Köhne gemeinsam auf dem Platz standen. Meinolf Köhne kam für den ausgelaugten Kapitän Marc Neumann zu seinem ersten Einsatz in dieser Spielzeit. Schon bedenklich, wenn der SVK einen 52jährigen Fußballrentner auf den A-Liga-Rasen schicken muss. Aber am Sonntag war nicht nur diese Personalie recht bedenklich.
 
Der SVK spielte mit: Sascha Niemeier; Tim Ewers, Alexander Rheker, Jens Schölzel, Christian Föst (69. Michael Meyer), Marvin Köhne, Marc Neumann (78. Meinolf Köhne), Lukas Meyer, Pascal Ewers, Raphael Föst, Torben Rheker (51. Marius Marx)

Ihm macht sein Rücken immer noch zu schaffen: Michael Meyer konnet auch heute nicht richtig helfen