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20.08.2006

Frust pur

TuS Hembsen – SVK 3:3

(luw) Trainer Jörg Hundertmark war restlos bedient. Und das mit Recht, denn was seine Jungs in den neunzig Minuten zuvor abgeliefert hatten, war unterste Schublade gewesen. Nicht nur, dass das Spiel grottenschlecht war. Auch brachte es die Mannschaft tatsächlich noch fertig, eine 2:0- bzw. 3:1-Führung gegen einen Aufsteiger zu verspielen. Für den SVK trafen Carsten Rheker, Michael Meyer und Jens Schölzel.

Das Spiel fand in Ottbergen statt, weil der Platz in Hembsen im Moment grundsaniert wird. Und das allein war schon kein gutes Omen, denn in Ottbergen hatten die Hundertmark-Schützlinge schon lange keinen Sieg mehr erreichen können. Und auch heute sollte es wieder so kommen.
Doch der Reihenfolge nach. Der SVK war von Anfang die bessere zweier schlechter Mannschaften gewesen. Aus diesem Grund schaffte es die Mannschaft auch, bis zur 25. Spielminute mit 2:0 in Führung zu gehen. Das allerdings fand unter gütiger Mithilfe des Hembsers Reservetorwarts statt. Beim ersten Gegentor konnte er einen von Jens Rheker abgefeuerten Fernschuss aus 22 Metern nur abklatschen. Den Nachschuss versenkte Carsten Rheker. Beim zweiten Gegentor hatte er sich viel zu weit vor seinem Kasten aufgehalten und war von Michael Meyer aus 35 Metern überlistet worden.
Also eigentlich zur Pause alles im grünen Bereich, doch Jörg Hundertmark machte aus seinen Gefühlen keinen Hehl, als er freimütig offenbarte „Leute, ich habe Angst um dieses 2:0“.
Jörg HundertmarkWie Recht er doch haben sollte. Denn wenn viele schon dachten, dass das Spiel nicht mehr schlechter werden könnte, wurden sie schnell eines Besseren belehrt. „Peinlich“, „erbärmlich“, „Grottenkick“ und „Not gegen Elend“ waren Vokabeln, die an der Seitenlinie in diesem Zusammenhang kursierten. Und tatsächlich kam kein Pass über mehr als fünf Metern an. Die sich gegen eine solch schwache Mannschaft automatisch ergebenden Chancen wurden konsequent wie schon im Spiel gegen Bredenborn nicht genutzt. Stattdessen beschäftigte sich jeder Spieler nur mit den Fehlern des anderen. Die Folge war eine Meckerei, die immer mehr überhand gewann, je länger das Spiel dauerte.
Folgerichtig fiel der Anschlusstreffer in der 70. Spielminute per Elfmeter. André Struck hatte sich nur noch mit einem Foul helfen können. Als dann jedoch in der 75. Spielminute das 3:1 durch Jens Schölzel folgte, atmeten viele Kollerbecker Fans wieder auf. Das müsste doch eigentlich reichen.
Tat es aber nicht, weil zum einen die Freiräume grob fahrlässig nicht für ein viertes Tor genutzt wurden. Und weil zum anderen noch zwei Treffer für den TuS Hembsen fielen. Jedes weitere Wort über diese Schlussphase wäre eines zuviel. Das allerdings gilt mitnichten für den Trainer, der mit Sicherheit seine Lehren aus dem Spiel ziehen wird. Die Frage ist nur, welche…

Der SVK spielte in folgender Aufstellung: Sascha Niemeier, Andre Struck, Alexander Rheker, Simon Reinhard, Jens Rheker (65. Marc Neumann), Elmar Happe, Jens Schölzel, Niklas Rheker (40. Matthias Brisgies), Michael Meyer, Carsten Rheker, Torben Rheker (89. Jörg Hundertmark)

Hatte Mühe, seinen Zorn nach dem Schlusspfiff zu unterdrücken: Jörg Hundertmark