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09.10.2011

Keine Schnitte in Stahle

SVK unterliegt in Stahle klar 0:3

(luw) Was war dieses Spiel vor dem Anpfiff doch hochstilisiert worden. Verständlicherweise, schließlich ging es im Duell Erster gegen Zweiter um nichts weniger als die Frage, ob es in diesem Jahr vielleicht noch einmal spannend würde in dieser A-Liga. Hochklassig war dieses Spitzenspiel dann aber wirklich nur, was die Effektivität, die Kaltschnäuzigkeit und die Abgeklärtheit des Gastgebers insbesondere in der ersten Halbzeit betrifft. Alles andere, insbesondere das, was sich der neutrale und der Kollerbecker Zuschauer von den Grün-Weißen erhofft hatte, blieb komplett auf der Strecke. So dauerte es auch nur knapp 45 Minuten, bis die Partie zugunsten des Gastgebers entschieden war. 3:0 stand es zu diesem Zeitpunkt und nicht ein einziger Zuschauer hätte auch nur einen Pfifferling auf die Kollerbecker gesetzt. Und womit? Mit Recht!

Norbert Dölitzsch hatte seinen Spielern noch in der Kabine die Gewichtigkeit dieses Spiels eindrucksvoll vor Augen geführt. Drei Tabellen hatte er an die Kabinentür geheftet. Jeweils eine für jeden möglichen Ausgang dieses Spiels. Von nur noch zwei Punkten Abstand auf den FC Stahle reichte die Spannbreite bis auf beachtliche acht Punkte.
 
Dass schließlich die denkbar schlechteste Alternative Realität wurde, lag definitiv an dieser ersten Halbzeit, in der die Kollerbecker alles das vermissen ließen, was vonnöten gewesen wäre, um hier auch nur eine Chance zu haben. Zwar hatten die Grün-Weißen in der Anfangsphase mehr Ballbesitz und tatsächlich auch eine gute Torgelegenheit durch Pascal Ewers, doch schnell wurde klar, wie die taktische Ausrichtung des Gastgebers heute aussah. Frei nach dem Motto „Lasst den Kollerbeckern ruhig den Ball, die machen schon ihre Fehler und dann schlagen wir eiskalt zu“ erzielten sie die Tore eins bis drei. Die Kollerbecker wurden tatsächlich im fremden Stadion drei Mal mehr oder weniger ausgekontert. 
 
Das 0:1 aus Kollerbecker Sicht in der 12. Spielminute fiel dabei fast noch eher unglücklich. Der Ball sprang an den Pfosten des Kollerbecker Tores und der Stahler Stürmer brauchte sich deswegen noch nicht einmal gegen Keeper Sascha Niemeier durchsetzen. Dumm gelaufen. Es war der erste Torschuss des FC Stahle gewesen.
 
In der 23. Spielminute konnte sich Sascha Niemeier zumindest einmal auszeichnen, ehe der dritte Schuss der Stahler schon wieder Aluminium traf (28.). In der 31. Spielminute war es dann aber doch wieder so weit. Mikael Grunwaldt rutscht aus, was prompt mit dem 0:2 bestraft wurde.
 
In der 35. Spielminute musste dann Lukas Meyer verletzungsbedingt ausgewechselt werden. Er war der durchaus als kompromisslos zu bezeichnenden Abwehrarbeit des FC Stahle zum Opfer gefallen und wurde mit einer Wadenbeinfraktur ins Höxteraner Krankenhaus abtransportiert. Überhaupt kamen die Kollerbecker aufgrund dieser Härte zu vielen Freistößen rund um den Stahler Sechzehner. Allein gefährlich sollte es dadurch eben nicht werden.
 
Ganz im Gegensatz zur Gegenseite, wo die Stahler Stürmer eine Torgefahr ausstrahlten, der nichts entgegen zu setzen war. So fiel in der 42. Spielminute folgerichtig das 0:3 aus Kollerbecker Sicht und der Drops war gelutscht.
 
Zwar versuchte Norbert Dölitzsch in der Kabine noch einmal, seine Leute aufzurichten. Im Fußball sei schließlich alles möglich. Ein Blick in die Augen seiner Spieler verriet allerdings alles andere als Hoffnung.
 
So ging es in eine zweite Halbzeit, in der der SVK zwar durchaus noch die eine oder andere Chance zur Ergebniskosmetik hatte und sogar zu einem Aluminiumtreffer durch Mario Mugabe kam. Man hatte aber auch zu jeder Zeit das Gefühlt, der FC Stahle könnte noch einmal zulegen, wenn es denn unbedingt sein müsste. Ansonsten beschränkte sich der Gastgeber auf das Verwalten dieser komfortablen Führung. Wer wollte es ihnen verdenken?
 
Festzuhalten bleibt, dass der SVK in der heutigen Form nicht den Hauch einer Chance auf den Punktgewinn hatte. Viel zu viele technische Fehler hatten das grün-weiße Spiel gespickt. Ob es an der übertriebenen Hektik am Ball lag, die Norbert Dölitzsch fast wöchentlich moniert? Man weiß es nicht. Fakt ist es nun, dass der SVK jetzt erst einmal seine Position in der Verfolgergruppe suchen und finden muss. Das Optimum in dieser Saison scheint in diesem Moment tatsächlich der zweite Tabellenplatz zu sein. Doch wie sagte es Norbert Dölitzsch noch in der Halbzeitpause: „Im Fußball passieren die komischsten Sachen!“ Gut, heute passierten sie nicht. Aber die Saison ist noch lang. Und sie ist definitiv zu lang, um sie vorzeitig abzuschenken. Und deswegen geht es nun darum, sich zu schütteln und dann wieder aufzustehen!
 
Der SV Kollerbeck spielte in folgender Aufstellung: Sascha Niemeier, Christian Föst, Martin Rheker, Marc Neumann, Alexander Rheker, Pascal Ewers, Lukas Meyer (35. Mario Mugabe), Torben Rheker, Stefan Klocke, Mikael Grunwaldt (75. Jens Schölzel), Michael Meyer (60. Pascal Wegener)

Auch Augen verschließen half heute nicht: Norbert Dölitzsch versteht die Welt nicht mehr