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01.04.2012

Glückliches Ende in Brakel

SVK gewinnt dank starker Schlussphase 4:2 gegen SpVg. Brakel II

Brakel (krü). April, April, da kann man machen, was man will…So oder ähnlich werden sich die Mehrzahl der Kollerbecker A-Liga-Kicker am ersten April-Wochenende beim Gastspiel gegen die stark abstiegsgefährdete Reserve des Landesligisten SpVg Brakel wohl gedacht haben. In einem völlig indiskutablen Spiel gewannen die Dölitzsch-Jungs am Ende glücklich und nicht unbedingt verdient mit 4:2 Toren. Die Kollerbecker Tore erzielten Martin Rheker (20.), Christian Föst (72. und 89.) sowie Pascal Ewers in der 81. Spielminute.

Was vom Ergebnis her wie eine klare Angelegenheit aussehen mag, war für die wenigen mitgereisten Kollerbecker Zuschauer phasenweise eine Zumutung. Bis zur 72. Spielminute führte die Brakeler Zweite sogar mit 2:1 Toren. Und wenn sich nicht wenigstens die Routiniers in ihrer Ehre verletzt gefühlt hätten, wäre der SVK auch mit einer Schlappe im Gepäck nach Hause gefahren. Was die Grün-Weißen auf dem sehr gut bespielbaren Kunstrasenplatz ablieferten, war alles andere als eines Tabellenzweiten würdig.
 
Sicherlich ließen sich der Ausfall von Stefan Klocke (auf Urlaub in London) und Mika Grunwald (in Hamburg) als Erklärung anführen, doch gegen einen Gegner, der gegen Tietelsen/Rothe mit 1:3 am Vorsonntag verloren hatte, muss auch mit zwei Mann Ersatz ein souveränes Spiel aufgezogen werden können. Doch weit gefehlt. Was sich schon durch das ausgefallene Training am Freitag – es waren nur drei Spieler zur Übungsstunde erschienen - andeutete und auch in Altenbergen streckenweise zu beobachten war, erlebte an der Nethe den vorläufigen negativen Höhepunkt. 
Trainer Norbert Dölitzsch wird bestimmt noch einige Tage heiser sein, so lautstark versuchte er seine Mannen anzutreiben, doch die schienen sich nicht im Geringsten an seine Anweisungen zu halten. Der SVK verspielt hier leichtfertig viel Kredit bei den treuesten Fans und riskiert nebenbei auch noch eine super Platzierung in der A-Liga-Tabelle. Auch wenn es am Sonntag noch einmal mit einem blauen Auge glimpflich abging. Die nächsten Spiele werden mit der Leistung und Einstellung von Brakel unweigerlich in die Hose gehen.
 
Zu Beginn der auf 12.30 Uhr vorgezogenen Partie im Brakeler Stadion spulte der SVK noch gewohnt souverän sein Pensum ab. Und das 1:0 in der 20. Spielminute war dann auch die logische Konsequenz der bis dato optischen Überlegenheit. Martin Rheker, war es, der mit einem schönen Volleyschuss die Kollerbecker Führung erzielte. Zuvor hatte Christian Föst das Leder an die Unterkante der Latte geköpft und Lukas Meyer war im Nachsetzen an der Abwehr der Gastgeber hängen geblieben. Obwohl das Leder klar hinter der Auslinie war, ließ der Schiedsrichter weiter laufen und so konnte Michael Meyer ungestört auf Martin Rheker flanken, der dann einnetzte.
 
Doch statt jetzt nach zu setzen und den Sack zu zu machen, ließ Kollerbeck jetzt unerklärlicherweise die Zügel schleifen. Was da bis zur Pause vom SVK geboten wurde, war wirklich kaum noch auszuhalten. Fehlpässe en masse, Nickeligkeiten und Meckereien sowie ein Ausgleichstor durch Brakel (42. Spielminute) waren unrühmliche Höhepunkte eines Spielabschnitts, der allenfalls B-Ligareife besaß. Symptomatisch auch das Gegentor. Nachdem die Kollerbecker das Leder nach einer Ecke längst unter Kontrolle haben mußten, fabrizierte Routinier Christian Föst im eigenen Sechszehner einen Querschläger, der genau auf dem Kopf des Torschützen landete.
 
Wer nach dem Wechsel gedacht hatte, Norbert Dölitzsch könnte seine Jungs jetzt wach rütteln, der sah sich bitter enttäuscht. Was die Kollerbecker bis zur 72. Spielminute anboten, dürfte man eigentlich gar nicht erwähnen. Doch Schweigen hilft hier auch nicht weiter.
 
Das paradoxe ist, dass die Grün-Weißen durchaus zu Chancen kamen, obwohl das Spiel einfach nur grausam war. So hätten Mario Mugabe (zweimal), Torben Rheker und Lukas Meyer durchaus die erneute Kollerbecker Führung schaffen können. Aber die schaffte dann Brakel in der 67. Minute. Und wie! Ein langer Ball aus der Abwehr heraus fand einen rot-schwarzen Anspielpunkt und unerklärlicherweise war Torhüter Jens Schölzel dann fast bis zur Mittellinie aus seinem Tor gekommen, so dass der Brakeler Mittelstürmer den SVK-Keeper problemlos überlaufen und einschießen konnte. Problemlos deshalb, weil Jens Schölzel schon gehörigen Dusel hatte, als er in der 29. Spielminute nach einer Notbremse glücklicherweise „nur“ gelb gesehen hatte. Jetzt hätte ein Eingreifen unweigerlich den Platzverweis bedeutet.
 
Wenn überhaupt irgendwas Positives an dem Spiel festzuhalten bleibt, dann war es die Schlussphase. Hier schaffte der SVK doch noch aus dem 1:2 ein 4:2. Zwischen der 72. Minute (Christian Föst machte seinen Fehler vom 1:1 mit einem Volley-30-Meter-Schuß unter die Latte wett), der 81. (hier drückte Pascal Ewers das Leder im Drehen ins Netz) und der 89. Minute (erneut war Christian Föst - diesmal mit dem Kopf – erfolgreich) gelang den Gästen eine Ergebniskorrektur, die sie so nicht verdient hatten. 
 
Trotz dieses 4:2-Sieges war kaum jemand mit dem Spiel zufrieden. Und hier jetzt die Kommentare der Kollerbecker Zuschauer nach dem zwischenzeitlichen Rückstand wider zu geben, würde nur unnötig Öl ins Feuer gießen bedeuten. 
 
Der SV Kollerbeck spielte in folgender Aufstellung: Jens Schölzel, Alexander Rheker, Benedict Lange, Lukas Meyer (68. Pascal Wegener), Mario Mugabe, Torben Rheker, Christian Föst, Michael Meyer, Marc Neumann, Pascal Ewers, Martin Rheker

Trotz tollem, neuen Kunstrasenplatz wollte kein tolles Spiel gelingen: Hier scheitert Pascal Ewers mit seinem Kopfstoß