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16.09.2012

Schützenfest mit zu wenigen Toren

SVK – SV Reelsen 2:0

(luw) Was haben wir schon alles für Spiele zu unserem traditionellen Oktoberfest erlebt? Mal waren es echte Fußballkrimis. Mal waren es richtige Fuball-Kämpfe mit Nasenbeinbruch und was sonst noch alles dazu gehört. Und mal waren es Schützenfeste mit zweistelliger Torausbeute. Beim diesjährigen Oktoberfest kam dann irgendwie alles zusammen. Denn so wie das Spiel gegen den Aufsteiger SV Reelsen gelaufen ist, hatte es mehr als genug Spannung in sich. Was die Nasenbeinbrüche angeht, ist zwar Fehlanzeige zu erstatten. Emotionen waren trotzdem mehr als genug im Spiel. Und eine zweistellige Torausbeute lag durchaus im Bereich des Möglichen. Denn was heute alles über das Tor, neben das Tor und auf den Torwart kam, das hatte auf einem DinA4-Zettel keinen Platz. Doch der totale Torerfolg wollte nur Lukas Meyer und Stefan Klocke glücken.  

Was war das wieder für ein herrliches Fußballwetter im Rehbergstadion pünktlich zum Oktoberfest? Wer auch immer für die Terminierung dieses Events verantwortlich ist, er muss den Papst respektive Petrus regelmäßig in der Tasche haben. Phantastisch!
 
Die Vorbedingungen für einen tollen Fußballnachmittag waren also gegeben, zumal zuvor die Damenmannschaft und die Zweite Mannschaft bereits die Punkte eins bis sechs eingefahren hatten. So nahmen die Mannen um Kapitän Marc Neumann also die letzten drei Punkte in Angriff. Nicht mit dabei war unter anderem Michael Meyer, der nach einem Hexenschuss und einer Woche „gelben Schein“ noch nicht wieder einsatzbereit war. Dafür stand Pascal Ewers wieder in der Anfangsformation, nachdem er ja mehrere Wochen wegen einer Bänderverletzung im Sprunggelenk auf der imaginären Tribüne hatte Platz nehmen müssen.
 
Der SVK begann die Partie schwungvoll und hatte ab der ersten Minute die Hosen auf dem Spielfeld an. So dauerte es auch nur achte Minuten, bis die Grün-Weißen in Gestalt von Lukas Meyer zu ihrer ersten Torchance kamen. Doch sein Kopfball im Anschluss an eine Ecke wurde noch so eben von der Linie gekratzt. Das machte jedoch insofern nichts, als dass es nur eine Minute später bereits Elfmeter für Kollerbeck hieß. Raphael Föst war im gegnerischen Sechzehner Opfer einer Zange geworden. Wie gewohnt schnappte sich sein Bruder Christian Föst die Kugel und schritt zur Tat. Ob demnächst die alte Weisheit, dass der Gefoulte nicht selber schießen solle, auch auf Brüder ausgeweitet werden muss, mag dahin gestellt bleiben. Fakt ist aber, dass Christian entgegen aller Gewohnheiten den Ball eben nicht im Tor versenkte. Der Torwart parierte mit Glück und Geschick und es blieb weiterhin 0:0.
 
Lange Zeit mit der Glücksgöttin Fortuna zu hadern blieb dem Schützen jedoch nicht. Denn bereits in der 13. Spielminute hatte er die nächste richtig gute Chance auf dem Fuß. Dieses Mal segelte sein Ball aber knapp am Tor vorbei. Gleiches Bild nur zwei Minuten später, als sein Schuss knapp über das Tor segelte. Normalerweise macht der Defensivspezialist in letzter Zeit regelmäßig aus jeder Chance ein Treffer. Heute allerdings – wir machen es kurz – wollte ihm trotz Chancen auch im zweiten Durchgang keine Bude gelingen. 
 
So musste eben Lukas Meyer einspringen. Das Spiel schrieb die 40. Spielminute und Raphael Föst hatte – wie bereits zwei Minuten zuvor – aus 13 Metern abgezogen. Zwar konnte der Torwart zunächst wieder parieren. Den Ball festhalten konnte er jedoch dieses Mal nicht, sodass Lukas Meyer die Konfusion im Strafraum nutzen und den Ball einschieben konnte. Na bitte, jetzt musste der Knoten doch hoffentlich geplatzt sein! 
 
Auch hier können wir es wieder kurz machen: Der Knoten sollte heute nicht mehr platzen! Was jedoch fast geplatzt wäre, das war Norbert Dölitzschs Halsschlagader angesichts einer mehr als suboptimalen Chancenauswertung. Immer wieder machte er seinem Ärger Luft: „Konzentriert euch endlich!“ Allein es wollte nichts helfen.
 
Insbesondere erneut Christian Föst in der 49., Martin Skatulla in der 62 und Raphael Föst in der 64. Spielminute hatten derart klare Dinger zum 2:0 auf dem Kopf bzw. auf dem Fuß, dass die Gesichtsfarbe des Fußballlehrers immer mehr ins violette wechselte.
 
Erlösung brachte in der 70. Spielminute erst der kurz zuvor eingewechselten Stefan Klocke, den eine mit Schnee bedeckte Flanke von Marc Neumann erreicht hatte. Sein Gegenspieler hatte vergeblich auf Abseits gespielt bzw. spekuliert und musste dann hilflos mit ansehen, wie Stefan Klocke den Torwart ausguckte und den Ball im kurzen Eck unterbrachte. Große Erleichterung im Rehbergstadion, denn zuvor war es ein ganz kleines bisschen ungemütlich geworden. Sogar Torwart Jens Schölzel hatte ein ums andere Mal ins Spielgeschehen eingreifen müssen, nachdem sich oftmals der Ball ganz bedrohlich aus der Sonne kommend gen Latte gesenkt hatte. Nicht wenige hatten zu diesem Zeitpunkt gedacht, dass sich so eine miserable Chancenauswertung einfach irgednwann rächen muss.
 
Mit dem 2:0 wurde es allerdings wieder ein wenig ruhiger auf dem Platz. Als dann in der 75. Spielminute ein Reelser Spieler – vermutlich aufgrund einer Beleidigung – glatt rot kassiert hatte, war der Drops dann endgültig gelutscht und die drei Punkte im Sack. Dass der eingewechselte Sven Abitz noch einen Ball an den Pfosten setzte, ist dann nur noch eine weitere Randnotiz, zu einem Spiel, das man wohl schnell abhaken sollte.
 
Was jedoch nicht so einfach abzuhaken ist, ist tatsächlich die mehr als üble Chancenauswertung der Grün-Weißen, die sich jetzt schon durch die – zugegebenermaßen noch recht junge - Saison zieht. Das Maß aller Dinge ist in Sachen Torausbeute ganz eindeutig der SV Brenkhausen. Ob sich der jedoch viel mehr Chancen als der SVK erarbeitet, das ist ja fast nicht zu glauben.
 
Der SVK spielte mit: Jens Schölzel, Alexander Rheker, Martin Rheker, Martin Skatulla, Dominik Abitz, Andreas Koch, Pascal Ewers (68. Sven Abitz), Christian Föst (82. Marvin Köhne), Marc Neumann, Raphael Föst, Lukas Meyer (66. Stefan Klocke) 

Mustte heute tatenlos zusehen: Spielgestalter Michael Meyer