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03.08.2013

Deftige 0:3-Schlappe im Ortsderby beim SV Bredenborn

Erneut frühes Aus für den SVK im DFB-Vereinspokal

Bredenborn (krü). Das Positivste am Erstrundenspiel des SVK beim Ortsrivalen SV Bredenborn ist, dass es noch zwei Wochen sind, bis man zum ersten Saisonspiel gegen den FC Nieheim topfit sein muss. Allerdings muss da SVK-Coach Norbert Dölitzsch nahezu magische Fähigkeiten an den Tag legen, um aus dem derzeitigen Team eine Mannschaft zu formen, die dem Anspruch Meisterschaftsfavorit nur annähernd gerecht werden kann. Gegen allenfalls bieder daher kommende Germanen fingen sich die Kollerbecker eine ernüchternde 0:3-Packung und wurden so erneut ihrer „lieben“ Gewohnheit gerecht, den Kreispokal gleich in den ersten Runden verlassen zu müssen. Das 7:1 aus der Qualirunde vor einer Woche gegen den Südkreis-Vertreter Siddesen/Niesen kann da leider nur als kurz aufflackerndes Intermezzo verbucht werden.

Vor der Partie hatte sich sehr schnell der wohl länger andauernde Ausfall von Mittelfeld-Regisseur Michael Meyer herum gesprochen. Am Montag erfuhr der lange Schlacks die Diagnose für seine schon länger anhaltenden Rückenbeschwerden. Doppelter Bandscheibenvorfall lautet die niederschmetternde Diagnose. Was der Ausfall für den SV Kollerbeck bedeutet, konnte schon am Freitagabend in Bredenborn eindrucksvoll beobachtet werden. Ohne seine steuernde und ordnende Hand verhielten sich die Grün-Weißen wie ein Haufen aufgescheuchter Hühner. Da war nichts mehr von der spielerischen Linie aus den letzten Jahren zu sehen.
 
Dass das nicht nur am Fehlen von Michael Meyer oder am Ausfall des im Urlaub befindlichen Routiniers Christian Föst und schon gar nicht an der brennenden Saharahitze lag, wird schnell klar, wenn man bedenkt, wer ansonsten im Team des letztjährigen A-Liga-Vizemeisters stand. Da waren mit Marc Neumann und Pascal Ewers die Leistungsträger der letzten Jahre ebenso an Bord wie die komplette letztjährige Viererkette. Und doch vermochte es der SVK nicht, gegen eine ebenfalls stark ersatzgeschwächte und stark verjüngte Bredenborner Truppe zu bestehen. Dass es am Ende nur 0:3 hieß, ist allein dem Unvermögen und der Unerfahrenheit der Germanen zuzuschreiben. Ansonsten wäre ein Debakel möglich gewesen.
 
Dabei begann Kollerbeck klar dominant. Angetrieben vom anfangs überragenden Raphael Föst erarbeiteten sich die Dölitzsch-Jungs so manch erfolgsversprechende Chance. So war es in der 12. Minute Neuzugang Jan-Henrik Golüke, der nicht richtig den Kopf hinter den Ball bekam, und zwölf Minuten später war es dann erneut Golüke, der das Leder nach einem Föst-Freistoß verstolperte. In der 32. Minute war es dann Raphael Föst, der sich sauber frei gelaufen hatte und urplötzlich frei vor Altherren Keeper Bickmann stand. Doch sein Ball trudelte so langsam Richtung Tor, dass er im letzten Moment von einem Germanen-Verteidiger von der Linie gekratzt werden konnte.
 
Konnte man diese Chance in die Kategorie hundertprozentig einordnen, so war es in der 37. Spielminute fast schon eine 1000prozentige Chance, die Pascal Ewers ausließ. Nach schöner Vorarbeit von Mario Mugabe kam das abprallende Leder zum völlig freistehenden Ewers, doch der brachte es fertig, das Leder am freien Tor vorbei zu schieben. Und jetzt bräuchte man als Berichterstatter eigentlich gar nicht mehr weiter zu schreiben. Denn der geneigte Leser wird ahnen, was nun kommt. Erst waren es zwei ganz dicke Bredenborner Chancen, die noch abgewehrt werden konnten, und praktisch mit dem Pausenpfiff des unauffällig leitenden Schiedsrichters Erwin Schlieter aus Höxter kam es dann knüppeldick. 
 
Ein Fernschuss der Bredenborner Sturmspitze schlug im rechten unteren Eck zum 1:0-Pausenstand für Schwarz-Gelb ein. Dieser Treffer war nicht nur völlig überflüssig, sondern mehr als vermeidbar, wenn man konzentriert und früh genug attackiert hätte. Und ob Sascha Niemeier den Treffer als unhaltbar bezeichnet, wird er im engen Kreis der Mannschaft auch diskutieren.
 
Nach diesem Dämpfer kam es dann nur noch beängstigend einseitig auf die Kollerbecker zu. In der 49. Minute zunächst das 2:0, als die desolate Kollerbecker Abwehr den Bredenborner Torschützen anfängerhaft durchlaufen ließ. Und in der 63. Minute dann der für Kollerbeck negative Höhepunkt. Ähnlich wie beim 1:0 ließ man den Bredenborner Rechtsaußen einfach durchlaufen, und der bedankte sich mit einem satten Linksschuss aus gut und gerne 25 Metern und dem 3:0 für die gänzlich fehlende Eskorte.
 
Dass es danach noch einige dicke Chancen für Grün-Weiß gab, sei ein wenig zur Ehrenrettung an zu schreiben, doch allein die Art und Weise wie die Chancen dann noch vergeben wurden, muss einem doch die Sorgenfalten auf die Stirn wachsen lassen. Jan Henrik Golüke (69.) und Mario Mugabe (72.) hätten einfach das Leder ins Netz bugsieren müssen. Doch nachdem diese Chancen auch verschenkt waren, ließ Grün-Weiß gänzlich den Kopf hängen. Bredenborn hatte zwischen der 74. und 89. Minute noch gut und gerne fünf Einschussmöglichkeiten, die das Hauptmanko des SVK klar offen legten. 
 
Die Abwehr des SVK ist in der derzeitigen Form so nicht A-Liga-tauglich. So hart das klingen mag, aber hierauf muss in den nächsten Tagen und Wochen das Hauptaugenmerk gelegt werden. Wenn man bedenkt, dass mit der vollkommen identischen Abwehrkette in der abgelaufenen Saison der Vizemeistertitel geholt wurde, so ist es unverständlich, dass genau diese Kicker nun mit einem Male das Fußballspielen verlernt haben sollen?
 
Sicher. Es sind noch 16 Tage Zeit, um gegen den Bezirksligaabsteiger aus Nieheim eine schlagkräftige Truppe und vor allem Abwehr zusammen zu stellen, aber ein wichtiges Signal und ein warnender Finger sollte die 0:3-Schlappe im Ortsderby beim SV Bredenborn schon sein.
 
Der SVK spielte mit: Sascha Niemeier, Martin Rheker, Martin Skatulla (59. Alexander Rheker), Pascal Ewers, Marc Neumann, Mario Mugabe,  Jan Hendrik Golüke (69. Sven Abitz), Marvin Köhne, Andreas Koch (82. Jonas Stecker), Dominik Abitz, Raphael Föst

Wo mag die Reise für ihn und den SVK hingehen: Michael Meyer laboriert an einem Bandscheibenvorfall