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21.05.2004

Wechselbad der Gefühle in Bellersen

Nur 2:2 nach 2:0 Führung im erneuten Spiel um Platz drei

(luw) Ein wahres Wechselbad der Gefühle durchlebten Spieler und Anhänger des SVK am Vatertag in Bellersen. Sollte man nun über diesen einen Punkt auf des Gegners Platz zufrieden sein oder nicht? Vor dem Spiel noch hatte der Trainer Jörg Hundertmark die Marschroute ausgegeben, dass man mit einem Punkt leben könne. Als der SVK jedoch in der 51. Spielminute mit 2:0 führte, liebäugelte so mancher mit einem „Dreier“. Dann jedoch zwei unnötige Gegentore und auch danach noch massiver Druck durch die Hausherren. „Hoffentlich ist das Spiel bald vorbei“, dachte sich in dieser Phase des Spiels so mancher mitgereister Fan. In der Schlussphase allerdings hatten die Kollerbecker dann noch einmal drei hochkarätiger Einschussmöglichkeiten durch Konter, sodass auch ein Sieg durchaus möglich gewesen wäre.

Zu Beginn des Spiels konnte man deutlich erkennen, dass sich keine der beiden Mannschaften eine Niederlage leisten wollte. Spielte doch der Vierte gegen den punktgleichen Fünften und eine Niederlage würde beide Mannschaften im Spiel um Platz drei weit nach hinten werfen. Ein Sieg wiederum würde den dritten Platz bedeuten. Die Mannschaften tasteten sich also erstmal nur durch „Warnschüsse“ aus der zweiten und dritten Reihe ab.
In der 16. Spielminute dann allerdings die erste viel versprechende Torszene durch die Kollerbecker. Der Trainer Jörg Hundertmark hatte sich sehenswert an der Eckfahne gegen seinen Gegenspieler durchgesetzt und per Flanke Jens Rheker bedient, der völlig freistehend aus 8 Metern keine Schwierigkeiten mit seinem ersten Tor seit mehreren Spielen hatte.
Trotz dieser eigentlich beruhigenden Führung spielte in der Folgezeit nur der Gastgeber aus Bellersen. Chancen ergaben sich in regelmäßigen Abständen. Das „dickste Ding“ dann in der 27. Spielminute als Keeper Sascha Niemeier schon geschlagen war, der Bellerser Stürmer allerdings nur den Pfosten traf. In der 38. Spielminute klärte nach einer Ecke Libero Andreas Ludwig sogar auf der Linie. Erst in der Folgezeit konnte sich der SVK etwas aus der Umklammerung befreien. Immerhin war jetzt noch mal ein Schuss auf das Tor der Bellerser durch Matthias Brisgies (45.) zu verzeichnen.
Die zweite Halbzeit begann allerdings viel versprechend, denn bereits in der 51. Spielminute erhöhte der SVK auf 2:0. Die Vorarbeit per Freistoß kam diesmal vom Spielmacher Jens Rehker und Jörg Hundertmark war es, der einen Patzer vom Bellerser Schlussmann zum 2:0 nutzen konnte.
Und auch jetzt hätte man etwas mehr Ruhe und Abgeklärtheit im Kollerbecker Spiel erwarten können. Weit gefehlt jedoch. Bis zu 75. Spielminute spielte nämlich nur noch der Gastgeber. Chancen im Fünf-Minutentakt für Bellersen. Die Kollerbecker waren in dieser Phase mit „nur“ zwei Gegentoren (54, 68. per Eigentor Matthias Brisgies) sogar noch gut bedient. Gut und gerne hätte es auch 4:2 heißen können. Die Kollerbecker beschränkten sich nur darauf, den Ball aus der Gefahrenzone zu befördern, um dann den nächsten Angriff zu erwarten. Kaum mal ein Spielzug, bei dem der Ball über 4, 5 Stationen im Kollerbecker Mittelfeld gelaufen wäre. Die Stürmer Carsten und Torben Rheker hingen weitgehend in der Luft, hatten aber auch sonst ebenso wenig ihren besten Tag wie der Rest der Mannschaft. Entlastung also Fehlanzeige.
Erst in der 77. Minute wieder ein Lebenszeichen durch eine Doppelchance der Kollerbecker. Durch eine sehenswerte Kombination war Matthias Brisgies auf der linken Seite freigespielt worden. Sein Schuss auf das lange Ecke konnte der Keeper zwar noch parieren aber nicht festhalten. Und so ergab sich noch eine weitere Großchance für Carsten Rheker, der jedoch noch entscheidend behindert wird.
In der 81. Spielminute noch einmal Aufregung im gegenüberliegenden Strafraum nach einer Ecke, als Willi Struck noch soeben auf der Linie klären konnte. Eine Minute später der nächste Aufreger an gleicher Position. Ein eher harmloser Ball glitt durch die Hände vom Keeper Sascha Niemeier, prallte an die Latte und von da aus in die Arme des glücklichen Papenhöfener Schlussmans.
Die letzte Torchance des gesamten Spiels erspielte sich allerdings noch einmal der SVK in Person von Carsten Rheker, der sich einen Abwurf an der Mittellinie abholte und sich bis zum Strafraum der Gäste durchtankte. Der Abschluss aus 16 Metern ging allerdings knapp am Tor vorbei.
Am Ende also ein 2:2, von dem keine der beiden Mannschaften wusste, ob sie lachen oder weinen soll. Eins stand auf jeden Fall fest: am Ende dieses Spiels um Platz drei hatte keine der beiden Mannschaften denselben inne. Durch einen Sieg am Vortag hatte sich nämlich der TuS Hembsen dort hinauf katapultiert.