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28.04.2014

„Mir ist ein 5:4 lieber als ein 1:0“

Raphael Maaßen ab Sommer neuer Trainer beim SVK

(luw) So, nun ist es amtlich: Raphael Maaßen ist ab dem ersten Juli 2014 neuer Trainer des SV Kollerbeck. Ganz lange hatte es nach der einvernehmlichen Trennung von Norbert Dölitzsch nicht gedauert, bis Präsident Bernward Brisgies die Personalie des Neutrainers in trockene Tücher gebracht hat. Wegen eines urlaubsbedingten Auslandsaufenthalts auf La Gomera wurde mit Raphael Maaßen jedoch übergangsweise Stillschweigen vereinbart. Diese Frist ist nun abgelaufen und so hat sich der gut erholte braun-gebrannte Brakelsieker am Montag gleich einmal mit den Verantwortlichen des SVK getroffen, seine Unterschrift unter den Vertrag gesetzt und sich außerdem den investigativen Fragen des „Grün-Weißen Treffs“ gestellt.
 
Grün-Weißer Treff: Hallo Raphael, zunächst einmal ein vorgezogenes „Herzliches Willkommen!“ beim SV Kollerbeck! Erzähl einmal aus Deiner Sicht, wie es von der Kontaktaufnahme zum Vertragsabschluss kam.
 
Raphael Maaßen: Bernward sprach mich vor etwa drei Wochen an, ob ich nicht Lust hätte, das Team des SV Kollerbeck zu trainieren. Es war eine recht schnelle Entscheidung. Wir haben uns dann lediglich noch einmal getroffen und ich habe zugesagt.
 
Grün-Weißer Treff: Wir wissen, dass Du in Brakelsiek wohnst, bei Phönix Contact arbeitest und 45 Jahre alt bist. Dann hört es aber auch schon aut. Um Dich ein bisschen näher kennen zu lernen, erzähl doch bitte ein wenig über Dich!
 
Raphael Maaßen: Ich bin verheiratet und habe einen 8-jährigen Sohn, der meine Fußballleidenschaft mittlerweile teilt! Seit 25 Jahren bin ich, wie schon erwähnt, bei Phoenix Contact beschäftigt. Und das im Bereich Logistik. Mein großes Hobby ist natürlich der Fußball. Außerdem höre und mixe ich gern elektronische Musik.
 
Grün-Weißer Treff: Bis zum Anfang der letzten Saison hast Du beim TSC Steinheim das Training geleitet. Das war aber nicht Deine erste Trainerstation…
 
Raphael Maaßen: Meine erste Trainerstation war in meinem Heimatverein TUS RW Schieder. Damals war ich 28 Jahre alt. Später war ich beim Post SV Detmold aktiv, dann beim TSC Steinheim, sieben Jahre lang für den TUS 08 Brakelsiek und letztes Jahr habe ich dann noch einmal den Trainer des TSC Steinheim unterstützt.
 
Grün-Weißer Treff: Mit Norbert Dölitzsch verbindet Dich ebenso eine gemeinsame Vergangenheit wie mit den Abitz-Brüdern und Andreas Koch. Erzähl mal.
 
Raphael Maaßen: Norbert war zwei Jahre lang mein Trainer beim SV Steinheim. Damals haben wir in der Landesliga gespielt. Mit ihm stehe ich immer noch unregelmäßig in einem netten Kontakt. Die Abitz-Brüder und Andi Koch kenne ich aus Brakelsieker Zeiten als Spieler. Es sind vorbildliche Fußballer, die sich jeder Trainer wünscht. Deswegen freue ich mich auch riesig, dass wir nun wieder zusammen treffen.
 
Grün-Weißer Treff: Welche Erfahrungen hast du bisher mit dem SV Kollerbeck gemacht?
 
Raphael Maaßen: Als ich noch das Brakelsieker Team trainiert habe, haben wir regelmäßig in der Vorbereitung gegen Kollerbeck gespielt. Außerdem habe ich mir schon das eine oder andere Spiel der Grün-Weißen angeschaut. Schließlich ist die Entfernung von Brakelsiek bis Kollerbeck nicht ganz so groß. Aus diesem Grund habe ich schon einige erste Eindrücke sammeln können. Auch von den Spielern.
 
Grün-Weißer Treff: Die Wahrscheinlichkeit, dass der SVK auch im nächsten Jahr A-Liga spielt, ist angesichts der jüngsten Siege relativ groß. Kannst Du schon abschätzen, welche Ziele Du Dir und der Mannschaft stecken wirst?
 
Raphael Maaßen: Hier bin ich etwas vorsichtig. Man kann nicht voraus sehen, was in der Vorbereitungsphase passiert. 
 
Grün-Weißer Treff: Und da wären wir auch schon bei den Personalien. Können wir in dieser Hinsicht wohl etwas erwarten für die kommende Saison? 
 
Raphael Maaßen: Ich kann mir gut vorstellen, dass wir noch Neuzugänge bekommen. Schließlich können wir bei diesen Verhandlungen aller Wahrscheinlichkeit mit der A-Liga-Zugehörigkeit punkten. Dieses Kriterium sollte man im Jahr eins nach der Fusion der Sportkreise und dem damit verbundenen Abstieg vieler Vereine in die B-Liga nicht unterschätzen. Und frischer Wind tut einer Mannschaft schließlich immer gut.
 
Grün-Weißer Treff: Dann sind wir ja mal gespannt. Spannend ist auch die Frage, ob Du beim SVK selber denn auch die Fußballschuhe schnüren willst? Immerhin bist Du mit 45 Jahren im besten Fußballalter. Wie viele Tore können wir erwarten?
 
Raphael Maaßen: Ob ich selbst noch spiele, kann ich noch nicht sagen. Wegen Rückenproblemen sieht es im Moment nicht danach aus. Die Sache mit dem Tore schießen hat sich ohnehin etwas reduziert, da ich mit zunehmendem Alter immer defensiver gespielt habe. Die Tore kamen dann zumeist nur über Standards.
 
Grün-Weißer Treff: Kannst in einem Satz sagen, für welche Art von Fußball du stehst?
 
Raphael Maaßen: Kurz und knackig: Ich mag es gern offensiv. Mir ist ein 5:4 lieber als ein 1:0.
 
Grün-Weißer Treff: Welche drei Eigenschaften verbindest Du vorrangig mit dem Namen „SV Kollerbeck“?
 
Raphael Maaßen: Erstens fairplay. Zweitens kämpferische Stärke. Drittens ein hohes Niveau. Und das mittlerweile seit Jahren.
 
Grün-Weißer Treff: Man hört immer wieder von erfahrenen Trainerhaudegen, dass sich die Zeiten geändert hätten. Für viele Spieler stünde der Fußball eben nicht mehr und ausschließlich auf Nummer eins. Das sei früher eben anders gewesen. Wie ist deine Sicht auf diese Dinge?
 
Raphael Maaßen: Natürlich haben die Zeiten sich geändert. Ich habe aber auch Verständnis dafür. Das Freizeit-Angebot ist zum einen größer. Und vor allem wird viel mehr Wert auf Schule, Studium und Ausbildung gelegt. Da steht das Hobby Fußball natürlich an zweiter Stelle. Schade finde ich nur, dass der Zusammenhalt in den Mannschaften nachgelassen hat. Nicht nachgelassen hat hingegen meiner Ansicht nach die Qualität des Fußballs auf Kreisebene.
 
Grün-Weißer Treff: So, das war doch schon einmal sehr aufschlussreich. Ich danke Dir ganz herzlich für das Gespräch und freue mich auf den Sommer!