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13.04.2004

Torfestival gegen Tabellennachbarn

Carsten Rheker schießt Brakel ab

Mit sage und schreibe 6:1 Toren wurde am Ostermontag die Reservemannschaft der SpVg Brakel wieder zurück an die Nethe geschickt. Mann des Tages in einem sehr hitzigen Spiel war Carsten Rheker, der mit seinen vier Treffern in der zweiten Halbzeit im Alleingang für die Entscheidung sorgte.

Ein Feuerwerk von Beginn an hatte Trainer Jörg Hundertmark von seiner Mannschaft gefordert. Nach mehreren Spielen der schlechteren Sorte sei einfach mal wieder die Zeit reif für ein gutes Spiel.
Was dann allerdings folgte, war ziemlich genau das Gegenteil. Die Brakeler waren es, die von Beginn an die Zweikämpfe annahmen und auch gewannen. Und so verwunderte es auch nicht, dass sie bereits in der neunten Spielminute mit 1:0 in Führung gingen. Von der Kollerbecker Hintermannschaft allein gelassen, konnte sich der Torschütze sogar noch den Luxus erlauben, mit seinem Kopfball zunächst nur den Pfosten zu treffen. Selbst danach hatte er dann noch alle Zeit der Welt, den Ball unbedrängt einzuschieben.
Was dann folgte, war eine Phase der Unruhe, die mehr durch Fouls als durch Spielfluss geprägt war. Viele Chancen ergaben sich nicht, sodass es bis zur 30. Spielminute dauern sollte, bis der nächste Treffer fiel. Torben Rheker war es, der aus sehr spitzem Winkel einschieben konnte, nachdem zum einen die Abseitsfalle der Brakeler ins Leere geschnappt hatte und zum anderen der Gästetorwart über den Ball getreten hatte.
Dementsprechend war auch der Trainer in der Halbzeit zufrieden. Er mahnte allerdings seine Spieler zu mehr Gelassenheit gerade im Umgang mit dem Schiedsrichter. „Es kann nicht sein, dass wir jede Aktion kommentieren.“ Die Zweikämpfe allerdings sollten weiterhin mit der nötigen Aggressivität geführt werden.
Eine Spur zu viel Aggressivität legte allerdings direkt nach Wideranpfiff Jens Rhekers Gegenspieler an den Tag, als er den Langenkämper im Anschluss an eine Ecke im Strafraum umstieß. Elfmeter war die logische Schlussfolge. Der Mann für solche Fälle ist beim SVK Libero André Struck, der sich auch diese Möglichkeit zum 2:1 nicht nehmen ließ.
Alles lief also nach Plan. Doch das gerade mal sechs Minuten. Jörg Lange war bereits gelb-vorbelastet allzu hart in einen weiteren Zweikampf gegangen und hatte folgerichtig die gelb-rote Karte gesehen. 10 gegen 11 also und noch 40 Minuten zu spielen. Stellte sich also die Frage, ob der knappe Vorsprung verteidigt werden kann.
Doch dann kam erstens alles anders und zweitens die Stunden des Carsten Rheker. In der 52. Spielminute nahm er einen Abschlag vom Keeper Sascha Niemeier an der Mittellinie auf, umkurvte die gesamte Brakeler Hintermannschaft und schloss sehenswert mit seinem „schwachen“ linken Fuß aus 16 Metern zum 3:1 ab. Auch für die Tore zum 4:1, 5:1 und 6:1 zeigte sich Carsten „Schmettjan“ Rheker zuständig. Dabei wiederholten sich die Ereignisse. Denn drei Mal kam die Flanke von rechts und drei Mal schloss er (halb)volley mit rechts ab. Zwei hatte hierbei sein Cousin Jens Rheker (80., 85.) und einmal der starke Andreas „Lui“ Ludwig (81.) mustergültig bedient.
Die Brakeler gaben sich also zusehends auf und wurden regelrecht abgeschlachtet, nachdem sie bereits in der 60. Spielminute ebenfalls dezimiert worden waren. Der Libero der Schwarz-Roten hatte sich allzu heftig mit den Kollerbecker Zuschauern angelegt und sich dabei derbe in der Wortwahl vergriffen. Der Schiedsrichter hatte auch hier keine Wahl gehabt und rot gezeigt.
Dass das Ergebnis noch höher hätte ausfallen können, beweist die Tatsache, dass noch ein Handelfmeter vom Keeper Sascha Niemeier vergeigt worden ist. Dies tat der Freude beim Kollerbecker Anhang allerdings keinen Abbruch mehr. Endlich hatte man mal wieder ein Spiel gesehen, in dem sich zur Kampfbereitschaft nach und nach auch Spielfreude gepaart hatte. Der Osterspaziergang zum Kollerbecker Rehbergstadion hatte sich also mal wieder gelohnt.