SV Kollerbeck

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14.04.2003

Erste Halbzeit hui, zweite pfui

Torben Rheker mit zwei Toren Matchwinner beim 2:1 in Bergheim

(luw) Am vorigen Sonntag konnte der SV Kollerbeck den erst dritten Auswärtssieg der Saison 2002/03 beim Tabellennachbarn SV Bergheim einfahren. In zwei total unterschiedlichen Halbzeiten war es Torben Rheker, der den SVK mit seinen Saisontoren Nr. 4 und 5 praktisch im Alleingang zum Sieg schoss. Nachdem der Youngster bereits vor einer Woche gegen den TuS Hembsen traf, scheint bei ihm der Knoten auch was das Tore schießen angeht endgültig geplatzt zu sein.

Von der ersten Minute an wurde die Marschroute des Trainers in beeindruckender Weise umgesetzt. Diese lautete „Volle Pulle!“ und führte auch prompt zum gewünschten Erfolg. Denn bereits nach 2 Minuten (die Bergheimer standen quasi noch gar nicht auf dem Platz) hieß es 1:0 für Kollerbeck. Die herrliche Vorarbeit zum Treffer lieferte Carsten Rheker ab, der auf dem rechten Flügel bis zur Grundlinie durchlief und mustergültig auf seinen am Elfer wartenden Bruder Torben zurücklegte. Dieser fackelte nicht lange und schoss mit seinem eigentlich schwachen linken Fuß trocken und flach ins lange Eck. Auch in der Folgezeit rieben sich die etwa 25 mitgereisten Fans verwundert die Augen. Ist das der gleiche SVK, der noch vor zwei Wochen beim Kellerkind SSV Würgassen sang- und klanglos untergegangen ist? Eine gelungene Sturmkombination nach der anderen. Die sich hieraus resultierenden Großchancen an dieser Stelle aufzuzählen, würde diesen Rahmen sprengen. Eigentlich alle Stürmer und auch Mittelfeldspieler hatten in schöner Regelmäßigkeit die Möglichkeit zum Einschuss. Allein das Tor wollte nicht fallen.
Und so kam es, wie es kommen musste und das Gegentor fiel in der 43. Spielminute, nachdem sich ein Bergheimer Spieler aus 18 Meter ein Herz nahm und unhaltbar für Keeper Sascha Niemeier den Ball flach in rechte Eck schoss. Zuvor hatten die Bergheimer kaum Möglichkeiten zum Torschuss. Die schnellen Stürmer waren nur dann gefährlich gewesen, wenn ihr Libero mit nach vorne gegangen war und sich mit klugen und präzisen Bällen ins Angriffsspiel eingeschaltet hatte.
Die Halbzeitansprache des Trainers Dietmar Ferlemann fiel dementsprechend kurz aus: „Nach Vorne einfach so weiter. Dann fallen die Tore von ganz allein. Hinten noch konzentrierter.“
Doch nach Wiederanpfiff rieben sich die Kollerbecker Fans ein zweites Mal die Augen. Diesmal allerdings war der Grund kein guter. Schlechter als der SVK in der zweiten Halbzeit kann man die Vorgabe eines Trainers kaum erfüllen. Auf einmal war es der SVK, der eine brenzlige Situation nach der anderen zu überstehen hatte. Auf einmal war es der SV Bergheim, der sich eine Chance nach der anderen erarbeitete. Keine Spur mehr vom flüssigen Kollerbecker Angriffsspiel der 1. Halbzeit. Allein kämpferisch boten die Kollerbecker eine ansprechende Leistung.
Und schon in der 47. Minute bekam der SV Bergeim einen Strafstoß zugesprochen. Dieser war freilich nur aus Sicht der Kollerbecker Spieler mehr als fraglich („1. war es abseits, 2. war der Ball aus und 3. war es überhaupt kein Foul vom Nieheimer Sebastian Wessler.“). Als ausgleichende Gerechtigkeit mag man es empfinden, dass der Bergheimer Schütze den Elfer neben den Kasten setzte, nachdem der Schiedsrichter ihn wohl auch ein wenig irritiert hatte. Der Unparteiische ließ es nämlich partout nicht zu, dass der Schütze sich den Ball zurecht legt, obwohl sich dieser nicht annähernd in der Mitte zum Tor befand.
Von dem vergeigten Elfmeter ließen sich die Bergheimer aber nicht beeindrucken und drückten die Kollerbecker Abwehr immer weiter hinten rein. Diese musste zu allem Überfluss jetzt auch noch zwei Mal umgestellt werden. Nachdem sich André Struck bereits beim Warmlaufen wegen Rückenbeschwerden abmelden musste, waren nun Willi Struck (Zerrung) und Lukas Welling (Knie) zu ersetzen. Jetzt durfte sich niemand mehr verletzen, denn die Ersatzbank war verwaist.
Mehr schlecht als recht wühlte man sich so durch die zweite Halbzeit. Nur gelegentlich führten Konter zur Entlastung der Kollerbecker Defensivabteilung. Mehr als einmal hatten die Bergheimer Zuschauer den Torschrei auf den Lippen. Doch als dann auch 1000%ige Torchancen auf Seiten Bergheims nicht verwertet wurden und die Zeit langsam aber sicher verstrich, wagten es einige Kollerbecker, von einem Punktgewinn zu träumen.
Dass es dann noch drei werden würden, damit hatte niemand mehr gerechnet. 75 Minuten waren gespielt. Bergheim drückte, aber urplötzlich war es nach schöner Vorarbeit von Dirk Schoppmeier Torben Rheker, der einschoss. Wieder hatte er aus 14 Meter trocken und flach abgezogen.
Auch in der Schlussviertelstunde brachten die Gastgeber, die jetzt natürlich alles nach Vorne warfen, den Ball trotz zahlreicher Chancen gerade durch Freistöße nicht im Kollerbecker Gehäuse unter. Zwar verzeichnete Kollerbeck jetzt auch noch einige schöne Chancen durch Konter, aber auch hierbei wollte kein Tor fallen, sodass es schlussendlich beim 1:2 blieb.
Ob der Sieg nun glücklich oder verdient war, darüber kann man streiten. In Erinnerung sollte aber auf jeden Fall das tolle Angriffspiel der ersten Halbzeit bleiben. Wenn es dem SVK gelingen sollte, dieses öfter so aufzuziehen, wird es hoffentlich nicht bei nur drei Auswärtssiegen in dieser Saison bleiben.