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14.02.2008

Jahresrückblick der Radsportgruppe des SV Kollerbeck 2007

von Konrad Krüger

Ein Bilderbuchfrühjahr

Stand im letzten Jahresrückblick noch die Zeile „Der lange Winter – Strampeln bei sibirischem Wetter“ über dem Bericht der Radsportgruppe, so war der Start im abgelaufenen Jahr 2007 gänzlich anders strukturiert. Wer kann sich schon daran erinnern, wann der Raps an einem 7. April an der Weser bei  Bodenwerder schon einmal in voller Blüte gestanden hat? Sicher nur die wenigsten. Und dass dieser frühe Blütezeitpunkt sich natürlich auch auf die Kilometerleistung der Kollerbecker Radsportler ausgewirkt hat, wird nicht weiter verwundern. Stand im Jahre 2006 gegen Ende März gerade mal eine Distanz von 1.200 Kilometern in der Bilanz, so waren es im Vergleichszeitraum des letzten Jahres immerhin schon 2.000 Kilometer.
Aber wie es dann über die zwölf Monate in der Regel dann „normalerweise“ auch so ist, so kam es auch im letzten Jahr. Gute Anfangsleistungen im Frühjahr wurden durch häufige Wetterkapriolen oder schlicht und ergreifend durch Unlust wieder kompensiert. Dass am Ende dann Jahres-Pensen von 8.200 oder 6.800 Kilometer bei den eifrigsten „Stramplern“ zu Buche standen, zeigt, dass viel mehr als solche Gesamtleistungen nur schwer auf den Tacho zu bekommen sind.
 
Jahrestour nach Brilon

Wie in jedem Jahr so unternahm die Radsportgruppe des SV Kollerbeck  auch im Jahre 2007 wieder eine Wochenendtour. Bei denkbar ungünstigen äußeren Wetterbedingungen war die Kollerbecker Truppe mit insgesamt 11 Radsportlern am Freitag in zwei Gruppen Richtung Sauerland aufgebrochen. Die vormittags gestartete Vorhut schaffte es dann noch vor dem großen Regen. Aber die Nachzügler, die erst gegen 14 Uhr aufbrechen konnten, kamen voll in’s schönste Unwetter. Über Altenbeken und Lichtenau ging es in einem Rutsch bis Fürstenberg. Doch da setzte dann ein Gewitter ein, das gar nicht mehr enden wollte.
Als alles Abwarten auch nicht mehr weiter half, schwang man sich dann in strömenden Regen aufs Rad und fuhr so die letzten zwei Stunden quasi wie in der Waschküche. Dass sich hierbei niemand erkältete oder verletzte, kann schon als kleines Wunder bezeichnet werden.
Nach kräftiger Abendstärkung und erholsamen Schlaf in der Briloner Jugendherberge sollte es dann morgens früh in einem größeren Bogen über Westheim und Beverungen wieder zurück nach Kollerbeck gehen. Doch die immer noch nasse Straße und Unachtsamkeit führten dann dazu, dass dieses Vorhaben geändert werden musste. Eine Bahnschwelle quer zur Fahrtrichtung in Menzinghausen bedeutete dann eine kleine Routenänderung. Mit gebrochener Rippe steuerten die Kollerbecker Radsportler den direkteren Nachhauseweg bzw. das Höxteraner Krankenhaus an. Aber dass auch derartige „Fahrplanänderungen“ nicht weiter tragisch und unter Radfahrern eher normal sind, zeigte sich spätestens beim abschließenden Umtrunk.

„Jolle“ Struck schafft Rad-Marathon in 31er Schnitt

„Den Rest des Jahres fahren wir nur noch maximal nen 28er Schnitt“, meinte Josef „Jolle“ Struck noch zehn Tage nach dem Warburger Supercup völlig ausgelaugt. Die 240 Kilometer durch die Warburger Börde, das Weserbergland und den Solling hatte der lange Schlacks in 7 Stunden und 56 Minuten abgestrampelt. Doch so ohne weiteres hat „Jolle“ diese lange Distanz auch nicht aus der hohlen Hand geschüttelt.
„Ich merke die Tour heute noch“, gab er auch im Nachhinein freimütig zu. Für die bergige Strecke ein Schnitt von knapp 31 km/Std. zu fahren ist umso beachtlicher, als am Veranstaltungstag regnerisches Wetter herrschte und der Wind vor allem auf der Rückfahrt zum Ausgangspunkt Warburg heftig ins Gesicht blies.
Knapp 400 Rad-Touristen waren am Schützenfest Morgen um 6 Uhr in der Früh an der Warburger Stadthalle ins Rennen gegangen. Rennen ist für eine Radtourenfahrt zwar der offiziell falsche Ausdruck, zumal die Strecke nicht abgesperrt ist und die Regeln der Straßenverkehrsordnung eingehalten werden müssen, aber dennoch versucht jeder, der bei dieser Marathonveranstaltung an den Start geht, sein bestes zu geben und dem Mitfahrer auch zu zeigen, was eine Harke ist.
Dass Josef Struck diesen Ehrgeiz besitzt, weiß jeder, der ihn kennt. So war er auch extra um halb 5 schon in Kollerbeck losgefahren, um ja früh genug am Start zu sein, wenn der große Pulk an Stramplern losgelassen wird. „Im letzten Jahr war ich ein wenig spät dran und musste so ein ganzes Stück alleine fahren“, begründete „Jolle“ seine akribische Vorbereitung. Vor einem Jahr hatte er bei seinem Debüt auf der Marathonstrecke einen 29,6er Schnitt schaffen können. Und was das Fahren im Pulk ausmacht, kann jeder beurteilen, der selbst einmal auf dem Rad gesessen hat. Bis zu 30 Prozent Energieeinsparung sind drin, wenn man sich mit Windschattenfahren abwechseln kann.
Die Tour über Warburg, Bad Driburg, Schwalenberg, Ottenstein, Bodenwerder, Dassel, Silberborn, Lauenförde, Höxter, Bosseborn, Tietelsen, Peckelsheim und wieder zurück nach Warburg konnte „Jolle“ immer im vorderen Teil der Strampler absolvieren. Und was ein 31er Schnitt auf solch einer langen und anstrengenden Strecke bedeutet, wird sicher nicht nur „Jolle“ selbst einschätzen können.

10. Kollerbecker Mountain-Bike-Rennen am 26. Mai 2007

Mit der bereits zum 10. Mal durchgeführten Mountainbike-Veranstaltung am Pfingstsamstag war die Radsportabteilung durchaus zufrieden. Insgesamt 100 Teilnehmer an den vier unterschiedlichen Rennen waren eine kleine Entschädigung für die Unbillen, mit denen die Veranstalter im Vorfeld zu kämpfen hatten.
Nicht nur, dass wenige Stunden vor der Veranstaltung unwetterartige Regenschauer die Strecke in eine reine Schlammwüste verwandelten. Zu allem Überfluss hatte die Stadt Marienmünster auch noch die kleine Fußgängerbrücke über die Niese abgerissen, die vor allem von den jüngsten Radsportlern gern als Bachüberquerung angenommen wurde.
Anstatt das durch den Januar-Orkan zerstörte Geländer einfach wieder neu zu errichten, hielten es die „Städtischen“ für angebracht, das ganze Bauwerk dem Erdboden gleich zu machen. Die Tatsache, dass hier bis heute immer noch nicht für adäquaten Ersatz gesorgt wurde zeigt, welch Schildbürgerstreich man sich hier in Vörden erlaubte. Ob es im Kernort ebenfalls länger als ein Jahr gedauert hätte, ehe hier Abhilfe geschaffen worden wär, darf bezweifelt werden…
Nichtsdestotrotz schafften es die Kollerbecker Veranstalter noch am Abend vor dem Rennen, eine Behelfsüberquerung mit Doka-Trägern und Schaltafeln aufzustellen. Hier gebührt ganz besonders dem Kollerbecker Bauunternehmer Rudolf Büker Dank, der mit Rat und Tat diese Aktion unterstützt hat.
Sportlich gesehen hat die Veranstaltung in Kollerbeck schon allein aufgrund ihres freundlichen und vom ganzen Verein getragenen Flairs einen herausragenden Stellenplatz im Veranstaltungskalender gefunden. Die Mitveranstalter der Mountainbike-Serie „Challenge-for-MTB“ sind jedenfalls immer wieder äußerst angetan von der Zuschauerresonanz und der Unterstützung durch viele Vereinsmitglieder.
Starter aus allen Teilen Ostwestfalens, aus Niedersachsen, dem Rheinland und dem Ruhrgebiet zeigen, dass der kleine Ort am Fuße des Köterbergs mittlerweile in der Szene einen Namen hat. Auch im Jahre 2008 wird es somit wieder am Pfingstsamstag ein MTB-Rennen auf dem Kollerbecker Sportgelände geben.