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11.08.2008

Aus dem Leben eines Reporters, der nicht da war…

SVK – SV Brenkhausen/Bosseborn 1:2

(luw) Als ein Journalist, der nicht „mittendrin“ war, hat man verständlicherweise so seine Probleme mit objektiven Spielberichten. Die öffentliche, kommerzielle Lokalpresse behilft sich in solchen Situationen meist in der Form, dass die Berichterstatter zum Telefonhörer - respektive Handy – greifen und Trainer und Betreuer der beiden beteiligten Mannschaften interviewen. Heraus kommt dabei im günstigsten Falle die gewünschte und größtmögliche Objektivität. Als sog. „embedded“ (deutsch: „eingebetteter“) Reporter hat man es da schwerer. Bekommt man doch nur von einer Seite die Infos. Theoretisch…

Schon vorab war klar, dass ich wegen beruflicher Abwesenheit nicht dem DFB-Pokal-Klassiker SVK – SV B/B würde beiwohnen können. Dumm gelaufen… aber eben auch nicht zu ändern!

Drum geschwind nach einem Vertreter im Amte gesucht und auch prompt in einem Abwehrrecken des SVK gefunden. Dass dieser Abwehrrecke dann erst zehn Minuten nach Spielbeginn am Tatort auftauchen und sich dann noch zehn Minuten vor Spielende den roten Karton abholen würde, damit konnte niemand rechnen. Auf jeden Fall fiel dieser Dortmund-Fan als Berichterstatter aus.

Nicht so schlimm! Dann schreibe ich eben selber einen Bericht. Nur worüber, wenn man nicht dabei war? Ganz einfach: Man schreibe einfach ein paar Leute an, die das Spiel verfolgt haben, und bete um ein paar Statements. Aber auch das ist nicht ganz so einfach…

Der eine war während des Spiels zunächst mit Formalitäten und in der zweiten Halbzeit mit Bier beschäftigt. Mit dem Ausschenken wohlgemerkt. Ca. 100 Liter an diesem Abend. Das ist doch schon mal eine Information. Nur vom Spiel berichten, das kann er deswegen nicht. Der zweite hat das Spiel zwar intensiv und konzentriert verfolgt, ist aber per E-mail nicht erreichbar. Wegen eines Umzugs und gleichzeitiger Telekom-Problematik „kein Anschluss unter dieser Nummer“. Der dritte hat das Spiel zwar intensiv und konzentriert verfolgt und ist zudem sogar über Mail erreichbar. Doch zitiert werden will er nicht: „Ein Zitat von mir muss nicht unbedingt sein, oder Lukas?“

Drum bleibt nur die Mund-zu-Mund-Propaganda. Der SV Brenkhausen/Bosseborn war wohl über die gesamte Spielzeit überlegen, nutzte jedoch seine Chancen nicht konsequent. Nur dieser Nachlässigkeit ist es geschuldet, dass es zum Ende nach einer 2:0-Führung noch einmal eng wurde für die Rot-Weißen. Die taktisch neu ausgerichtete Abwehreihe unseres SVK spielte – je nach Befragtem – nervös bis „abgeklärt ist was anderes“.

Was im Laufe der Partie immer mehr an Spannung gewann, waren also mehr die Emotionen. Höhepunkt war hier die nach Spielende vorgetragene Selbsteinschätzung eines Brenkhäuser Spielers, der in der letzten Saison noch bei der SpVgg. Brakel unter Vertrag gestanden hatte: „"Da, wo ich gespielt habe, möchtet Ihr doch gerne auf Toilette gehen". Ganz großes Kino also, zu dem aber wohl auch die Kollerbecker Zuschauer und Spieler ihren Anteil beigesteuert haben.

Also: „Schwamm drüber!“ und rein in die Saison! ;o)