SV Kollerbeck

Service

Suche



Termine

2018

Februar

März

April

17.05.2009

Auflösungserscheinungen

SV Kollerbeck unterliegt in Fürstenau mit 3:1

(luw) Das, wovor Jörg Hundertmark seit einigen Wochen warnt, tritt nun ganz offensichtlich ein: Der SVK schenkt die Saison 2008/2009 her. Denn diese Niederlage hätte nie und nimmer passieren dürfen. Nicht, dass wir uns falsch verstehen: Der Fürstenauer Sieg war verdient. Verdient deswegen, weil der Gastgeber insbesondere in der ersten Halbzeit das spielte, was er konnte. Und er vollstreckte eiskalt aus dem Nichts. Das war dann auch der große Unterschied zum SVK. Der nämlich hatte zwar mehr vom Spiel und auch sehr gute Einschussmöglichkeiten. Aber er scheiterte kläglich. Den Ehrentreffer für den SVK erzielte übrigens Pascal Ewers. Freilich war zu diesem Zeitpunkt das Spiel längst entschieden.

„Hi Jörg. Dann sieht’s bei Euch auf der Ersatzbank ja genau so aus wie bei uns!“ FüBö-Trainer Viehöfer spielte bei seiner Begrüßung Jörg Hundertmarks insbesondere auf die Tatsache an, dass der Sabbenhausener selber den Trainingsanzug trug und bei Bedarf wohl höchstselbst auf dem Platz aushelfen würde. Und tatsächlich sah die personelle Situation vor dem Spiel alles andere als gut aus. Neben Hundertmark hatte lediglich Lukas Meyer auf der Ersatzbank Platz genommen. André Reinhard sollte nachkommen.

Das Spiel begann dann temporeich und mit sehr guten Chancen für den SVK. Insbesondere Stefan Klocke lief innerhalb der ersten zehn Minuten alleine zwei Mal aufs gegnerische Tor zu, konnte den Ball aber nicht versenken. Insbesondere an diesen Beispielen wird immer wieder der Unterschied zwischen Training und A-Liga deutlich. Denn unter der Woche versenkt der Youngster diese Dinger mit seiner großen Technik serienmäßig. Doch B-Noten gibt es eben im Fußball nicht. Und damit drei Euro ins DFB-Phrasenschwein…

Sei es drum. In der 13. Spielminute steht es aus heiterem Himmel 1:0 für den Gastgeber. Die Kollerbecker Defensive schlief im Kollektiv den Schlaf der Gerechten und der Vördener Thorsten Niemann erteilt seinen Gegenparts im grün-weißen Dress kostenlos eine kleine Lektion in Sachen „Effektivität“. Nur drei Minuten später hätte es auch schon 2:0 heißen können, doch der Ball geht knapp am langen Pfosten vorbei. Im Gegenzug scheitert auch Matthias Loges nach einer der seltenen schönen Kollerbecker Kombinationen.

Danach wurde es ein wenig ruhiger, bis dann in der 33. Spielminute wiederholt Stefan Klocke alleine vor dem gegnerischen Tor auftaucht, aber den Ball nicht unter Kontrolle bekommt.

Es folgte der rasante Schlussspurt des ersten Durchgangs. Er beginnt mit Glück für den SVK, denn nicht wenige – auch Kollerbecker – Zuschauer befürchteten schon das schlimmste, als Michael Meyer als letzter Mann mit viel Körperkontakt klärt (37.). Doch der umsichtige und souveräne Schiedsrichter Matthias Thamm sieht noch nicht einmal ein Foul und damit erst recht keine Notbremse.

Drei Minuten später allerdings verlässt Fortuna wieder die grün-weißen Farben und es steht dann doch 2:0 aus Sicht der Gastgeber. Dieses Mal war Ausgangssituation ein Freistoß für Fürstenau, der den Weg ins Tor findet. In der Nachspielzeit wechselt die Glücksgöttin dann wiederholt die Fronten. Es hätte jetzt sogar 3:0 stehen können. Doch die Unterlatte rettet für den bereits geschlagenen Sascha Niemeier.

Jörg Hundertmark war in der Halbzeit verständlicherweise nur bedingt zufrieden, um nicht zu sagen „sauer“: „Leute, Fürstenau führt hier sogar verdient. Nicht, weil die so gut sind, sondern weil wir zu dumm sind. Wir machen Sachen, die klappen selbst in der Bundesliga nicht!“ Kopfschüttelnd entlässt er seine Jungs wieder auf das Spielfeld. „Hier ist noch nichts verloren. Die sind doch nicht stark!“

Doch das Spiel war doch verloren. Denn in der zweiten Halbzeit verlor der SVK erst recht den Faden. Die Bälle waren schneller wieder weg als man gucken konnte. Folgerichtig fiel in der 65. Spielminute das 3:0 und schlussendlich konnte der SVK noch zufrieden sein, dass er nicht aus dem Köterbergstadion geschossen wurde. Ergebniskosmetik dann noch in der 80. Spielminute durch das 1:3 aus Kollerbecker Sicht durch Pascal Ewers.

Im Endeffekt muss man wohl von Auflösungserscheinungen sprechen. Und das betrifft nicht nur die zweite Halbzeit dieses Spiels. Insgesamt muss man tatsächlich den Eindruck gewinnen, dass der SVK sich abgefunden hat mit einem Mittelfeldplatz. Mut macht in diesem Zusammenhang auch nicht unbedingt die Tatsache, dass die Schützenfestsaison wieder angefangen hat. Komischerweise hatten gerade zum Ende wesentlich mehr Kollerbecker Probleme mit der „komischen Luft“ als Fürstenauer. Das aber sind nur Spekulationen, die auf Zerstreuung in den nächsten Spielen warten.

Der SVK spielte in folgender Aufstellung: Sascha Niemeier, André Struck, Marc Neumann, Michael Meyer, Jens von Heesen, Niklas Rheker, Pascal Ewers, Stefan Klocke, Jens Schölzel (55. André Reinhard), Torben Rheker (46. Lukas Meyer), Matthias Loges

War zwar bereit, griff dann aber doch nicht aktiv ins Geschehen ein: Jörg Hundertmark