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11.10.2009

Und wieder ein verschenkter Sieg…

SVK vs. TIG Brakel 4:4

(luw) Diese 90 Minuten waren picke-packe-vollgepackt. Voll mit gutem Fußball, voll mit Unterhaltung, voll mit Emotionen, voll mit strittigen Schiedsrichterentscheidungen und vor allem voll mit Toren. Von daher darf man als Fußballfan nicht meckern. Wenn dann jedoch das Herz für den SVK schlägt und man bedenkt, dass die Grün-Weißen 1:0, 3:1 und 4:3 führten, dann kommt man nicht umhin, wieder einmal von verschenkten Punkten zu sprechen. So leid das auch tut…

Dabei hatte das Spiel eigentlich so unspektakulär begonnen. Denn in der ersten Halbzeit spielte eigentlich nur der SVK. Er war durch die guten Ergebnisse der Brakeler gegen Aufstiegsaspiranten gewarnt und stand defensiv sehr kompakt. Ließ kaum Chancen zu. Auch nach vorne ging zwar zunächst nicht übermäßig viel. Das änderte sich aber schlagartig in der 17. Spielminute.

Matthias Loges war schön geschickt worden, lief alleine aufs gegnerische Tor zu und konnte nur irregulär gleich von zwei Türken gestoppt werden. Mehrere Fragen traten auf, die vom Schiedsrichter sämtlich gegen den SVK beantwortet wurden. Hatte das Foul im Sechzehner stattgefunden? Schiedsrichter: Nein. Muss nicht der letzte Mann eine rote Karte sehen? Schiedsrichter: Nein, ich geben noch nicht einmal gelb!

Sei es drum. Getreu dem Motto „Wer braucht denn schon Elfer?“ schlenzte Pascal Ewers den anstehenden Freistoß aus 17 Metern direkt in das Brakeler Gehäuse. Super!

Auch im Anschluss behielt der SVK die Fäden in der Hand und ließ nichts anbrennen. Höhepunkt in Sachen Spannung war jetzt fast schon die Tatsache, dass Alexander Rheker den Grip seiner Fußballschuhe auf Istruper Asche bemängelte und Auswechselspieler Jens Schölzel bat, ihm nicht etwa seine kirsch- oder kaminroten Fußballschuhe zu bringen. Nein, es sollten schon die bordeaux-roten sein!

Dann allerdings wurde auch wieder Fußball gespielt und wie aus dem Nichts stand es in der 35. Spielminute nur noch 1:1. Vorausgegangen war eine Ecke für TIG, die nach einem kleinen Gewühl in Kollerbecker Strafraum den Weg ins Tor fand. Dabei war unzweifelhaft, dass der Brakeler Spieler den Ball mit der Hand ins Kollerbecker Tor befördert hatte. Der Schiedsrichter entschied jedoch auf „angeschossen“, was aufgrund der Entfernung zum Schützen sicherlich auch richtig war. Von Absicht konnte also keine Rede sein. Strafbar ist ein Handspiel aber auch dann, wenn eine unnatürliche Handbewegung vorliegt. Und die liegt nun einmal vor, wenn der Spieler mit beiden Armen voran in den Ball springt. Aber sei es drum. Noch war ja genug Zeit, den Fehler zu korrigieren.

Und das besorgte Stefan Klocke in der 43. Spielminute mehr oder weniger unabsichtlich. Noch lange wurde am Seitenrand diskutiert, was dieser Schuss aus 35 Metern eigentlich werden sollte: Torschuss oder Flanke. Es ehrt den Youngster, dass er sofort freimütig zugab, eigentlich eine Hereingabe für Lukas Meyer servieren zu wollen. Der aber musste gar nicht mehr eingreifen, denn der Ball von der rechten Außenlinie schlug im hohen Bogen direkt im linken Knick des Brakeler Gehäuses ein. Ein Torwart sieht bei so etwas zwar immer etwas dumm aus. Allerdings waren sich so ziemlich alle einig, dass der Ball auch sehr, sehr undankbar war.

Umso erstaunlicher, dass nach der folgenden Halbzeitpause auf einmal ein anderer Keeper im gegnerischen Tor stand. Der hätte dann auch fast in der 46. Spielminute den Ball aus seinem Tor holen müssen, ohne ihn einmal vorher berührt zu haben. Michael Meyer hatte einen Schuss aus 18 Metern an den rechten Torpfosten gesetzt.

Lange Zeit, dieser vergebenen Chance nachzutrauern hatte der Bönekenberger aber ebenso wenig wie alle anderen Kollerbecker. Denn er wird in der 48. Spielminute im Sechzehner gefoult und verwandelt den anstehenden Elfmeter höchstselbst zum 3:1. Na also, das muss es doch gewesen sein. Oder?

Nein, das war es noch nicht. Denn trotz jetzt guter Kontergelegenheiten für den SVK stand es in der 63. Spielminute urplötzlich unentschieden 3:3. Das 3:2 fiel dabei wieder nach einer Standardsituation – wie im Übrigen alle Tore der Gastgeber heute. Auch bei diesem Tor entschied der Schiedsrichter wieder gegen den SVK. Ein Brakeler Stürmer hatte im Abseits gestanden, aber nicht ins Spiel eingegriffen. So zumindest sah es der Unparteiische. Sascha Niemeier hingegen sah es ganz anders und fühlte sich klar irritiert. Nutzte aber nichts. Das Tor zählte (60.). Drei Minuten später der nächste Freistoß für TIG und es steht 3:3. Niklas Rheker soll gefoult haben.

Jetzt ging das Spiel rauf und runter. Beide Mannschaften suchten die Entscheidung. Und prompt gelingt Pascal Ewers in der 75. Spielminute die erneute Führung für den SVK. Vorausgegangen war ein Freistoß von Niklas Rheker. Das sollte doch wohl reichen jetzt.

Es tat es aber wieder nicht. Denn in der 82. Spielminute bekommt der TIG wieder einen zweifelhaften Freistoß zugesprochen. Dieses Mal soll Mikael Grunwaldt gefoult haben. Er hingegen deutete immer wieder auf den Ball, denn er gespielt hatte. Sei es drum. Es folgte ein wunderschöner Freistoß von halb rechts und ein wunderschöner Kopfball ins Kollerbecker Tor.

Und weil danach endlich keine Tore mehr fielen, blieb es schlussendlich bei einem Unentschieden, das heute nur eine Mannschaft glücklich machte. Und die spielte definitiv nicht in grünen Trikots.

Der SVK spielte in folgender Aufstellung: Sascha Niemeier, Jens Rendorf, Marc Neumann, Lukas Meyer, Michael Meyer, Matthias Loges (69. Torben Rheker), Pascal Ewers, Stefan Klocke, Niklas Rheker, Mikael Grunwaldt, Alexander Rheker

Wieder einmal eine beeindruckende Kollerbecker Kulisse in Istrup