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27.05.2010

Es geht um mehr als nur um einen Saisonabschluss

Sonntag, 15:00 Uhr: SVK empfängt den TuS Vinsebeck

(luw) Ginge es in der A-Liga um die so genannten internationalen Plätze, so wäre die jetzige Situation zwei bzw. drei Spieltage vor Ende der Serie an Spannung kaum zu überbieten. Immerhin trennen den zweiplatzierten TuS Vinsebeck und den Tabellenneunten TuS Hembsen gerade einmal sechs Punkte. Der SVK hängt mit 39 Punkten mittendrin und könnte sich als aktueller Fünfter somit noch berechtigte Hoffnung auf die direkte Championsleague-Qualifikation machen. Auch haben die Grün-Weißen sogar noch ein Spiel mehr zu absolvieren als so mancher Konkurrent. Wie gesagt: Für Spannung wäre also gesorgt.

Doch weil es in der A-Liga eben nicht um Millionen und Abermillionen aus UEFA-Töpfen und TV-Geldern geht, gleicht das Ganze dann doch eben nur dem berühmten Kampf um die goldenen Ananas. Zu diesem Schluss muss man kommen, wenn man die letzten Spiele des SVK verfolgt hat. Freilich kann man genug Gründe nennen, warum es im Moment einfach nicht laufen will. Ganz vorne ist hier die mehr als mächtig kurze Personaldecke zu nennen. Doch kann man sich als Außenstehender auch nur sehr schwierig des Eindrucks erwehren, dass es eben doch teilweise ein Motivationsproblem ist, das die Köpfe und Beine der Kollerbecker Kicker derzeit scheinbar lahm und träge macht. Frustfouls und dergleichen bestätigen diese Richtung.

Jetzt könnte man ja sagen: Mensch, ist auch egal. Wir bringen diese Saison irgendwie über die Bühne und hoffen auf den schnellen und gnädigen Mantel des Schweigens über dieser Rückrunde. Wir fangen einfach in der Saison 2010/2011 noch mal von Vorne an. Doch das wäre zu kurz gedacht. Denn das Abschneiden in dieser Serie hat eben doch Einfluss auf die mittelfristige Zukunft der ersten Mannschaft und vielleicht auch der gesamten Seniorenfußballabteilung. Jörg Hundertmark verlässt bekanntlich den Verein zum Saisonende. Wer wird neuer Trainer? Auch Jens Rendorf wird nicht mehr für den SVK spielen. Über Benni Dobrott, Neuzugang im letzten Sommer, wollen wir hier einmal gar nicht reden. Und auch hinter mehreren anderen Spielern wie zum Beispiel Mikael Grunwaldt und Matthias Loges stehen teilweise große Fragezeichen, was die nächste Saison angeht. Studium und dergleichen machen die Personalplanungen in diesem Sommer offensichtlich noch schwieriger, als sie ohnehin schon immer waren in Kollerbeck.

Unmittelbar damit zusammen hängend: Lässt sich eine zweite Mannschaft unter diesen Umständen überhaupt noch halten? Sind die Spieler der jetzigen zweiten Mannschaft überhaupt bereit, den Kampf um die frei werdenden Plätze in der ersten aufzunehmen? Füllen die Altherrenspieler die dann frei werdenden Lücken in noch größerem Maße aus, als sie es ohnehin schon immer taten? Und noch eine weitere Stufe weiter gedacht: Wie sieht es mit der Damenmannschaft aus? Ist auch die kurz vor dem Ende? Aus dem näherem Umfeld der ersten Mannschaft sind teilweise Sätze zu hören wie zum Beispiel „Geht jetzt fußballtechnisch alles den Bach runter beim SV Kollerbeck?“ Diese Fragen machen Angst und gieren nach ebenso schnellen wie positiven Antworten.

Der allererste Ansatz allerdings ist ein anderer. Die erste Mannschaft ist nun einmal „das“ Aushängeschild der Fußballabteilung und vielleicht auch das des gesamten Vereins. Und da ist es eben doch nicht ganz unerheblich, ob der SVK die Saison auf Platz zwei, drei oder zehn abschließt. Davon könnte abhängen, wer hier möglicherweise trainieren und Fußball spielen möchte. Denn beim SVK ist und bleibt es hoffentlich immer gute Sitte, eben nicht mit Scheinen zu wedeln. Die beste Werbung ist damit nun einmal ein ordentliches Abschneiden in der Kreisliga A!

Davon einmal abgesehen sind wir uns wohl alle einig, dass Jörg Hundertmark in Anbetracht dessen, was er für den Verein geleistet hat, keinen anderen Abschied verdient hat als den bestmöglichen.

Also legt Euch noch einmal ins Zeug, Jungs, zeigt, was in Euch steckt und reißt Euch in den verbleibenden drei Spielen – Ich bitte um Verzeihung! – den Hintern auf! Ein guter Anfang in diesem Zusammenhang wäre ein Sieg gegen Vinsebeck!
So wollen wir Euch immer kämpfen sehen: Jens Rendorf, Pascal Ewers und Mikael Grunwaldt (v.l.) im Einsatz gegen TIG