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29.08.2010

Stefan Klocke schießt TIG fast im Alleingang ab

SVK deklassiert TIG mit 7:0

Nur ein einziges Mal musste der umsichtige Schiedsrichter den gelben Karton zücken. Diese Statistik allein beweist einiges. Nur selten verlief ein Match zwischen Kollerbeck und TIG so unemotional wie heute. Zu klar war die Angelegenheit zugunsten der Grün-Weißen, die zur Halbzeit zwar „nur“ mit 2:0 führten, die aber auch im ersten Durchgang das Spiel jederzeit im Griff hatten. Die Tore erzielten Stefan Klocke (4), Pascal Ewers, Torben Rheker und Alexander Rheker

Interims-Torwart vom Ottbergen-Spiel, Alexander Rheker, war für den fehlenden Matthias Brisgies zurück in die Mannschaft gerückt. An die Abwesenheit des Defensivspezialisten wird man sich übrigens gewöhnen müssen, ist er doch erst einmal ein halbes Jahr nach Ecuador ausgeflogen, um dort – so wird zumindest behauptet - zu arbeiten. Zwischen den Pfosten nahm wieder einmal Jens Schölzel für den abermals verletzten Sascha Niemeier seinen Platz ein.

Norbert Dölitzsch hatte vor dem Spiel gegen TIG volle Konzentration von der ersten Minute an gefordert: „Das ist das, was ich gegen Ottbergen nicht gut fand.“ Neben der Konzentration darf natürlich auch ein Schuss Motivation nicht fehlen. Zu diesem Zweck hat der Trainer extra eine mobile Musikanlage anschaffen lassen, die vor den Spielen in der Kabine für die nötige Stimmung sorgen soll. Sascha Niemeier findet’s gut: „Schöne Rockmusik vor dem Spiel. Das hat doch was!“

Ob es die Musik war oder doch etwas anderes, kann im Nachhinein nicht beurteilt werden. Fakt ist, dass sie definitiv nicht geschadet hat und dass das 1:0 für den SVK bereits in der 4. Spielminute fiel. Niklas Rheker hatte eine Ecke vor das Tor gebracht, Pascal Ewers mit dem Kopf den Erfolg gesucht und ein türkischer Verteidiger den Ball noch so eben von der Linie gekratzt. Dort stand aber Stefan Klocke goldrichtig und sagte höflich „Danke!“. Ein Auftakt nach Maß also.

Auch in der Folgezeit blieb der SVK spielbestimmend. Insgesamt kam die Dölitzsch-Elf besser mit dem schwer zu bespielenden, weil sehr tiefen Platz klar. Die Türken andererseits produzierten Querschläger im Fünfminutentakt. Schade, dass die sich ergebenden Chancen zunächst nicht genutzt werden konnten. Die vielen, vielen Chancen hier aufzuzählen, ist jedoch deswegen unnötig, weil ja in Halbzeit Nummer zwei doch noch die Tore fielen wie reife Früchte. Doch zunächst sorgte wiederum Stefan Klocke noch vor dem Halbzeitpfiff für die entspannende 2:0-Führung. Martin Rheker hatte einen Ball sauber an der Mittellinie abgefangen und ihn postwendend auf Stefan Klocke gespielt. Der verarbeitete den Ball mit der Brust zumindest abseitsverdächtig gut und ließ dem türkischen Keeper keine Abwehrchance.

Norbert Dölitzsch war zur Pause also zufrieden: „Wir haben gut gearbeitet und führen zurecht. Klar, zwei Mal hatten wir Glück, als der Ball an unseren Außenpfosten klatscht. Ansonsten haben wir nichts zugelassen und kaum Freistöße produziert. Das müssen wir beibehalten.“

Ganz anders zur Sache ging es im Übrigen direkt nebenan in der Gästekabine. Die geschlagenen Türen wurden dort fast noch vom ohnehin etwas intensiveren Klangteppich verschluckt.

Die Stimmung in der TIG-Kabine wird wahrscheinlich nach dem Spiel auch nicht besser gewesen sein. Denn obwohl sich der Spielertrainer Arif Göral zur Halbzeit selbst einwechselte, nahm das Schicksal jetzt erst recht seinen Lauf.

Den lustigen Torreigen der zweiten Halbzeit eröffnete in der 55. Spielminute Pascal Ewers, dessen Schuss aus 18 Metern noch leicht abgefälscht worden war und so dem Keeper keine Chance ließ. Nur zwei Minuten später fiel das 4:0 wieder durch Stefan Klocke. Damit war der Drops gelutscht und der Deckel endgültig auf dem Topf. Die weiteren Tore waren nur noch feine Formsache.

Mit seinem vierten Treffer an diesem Tag erzielte Stefan Klocke per Kopf in der 72. Spielminute das 5:0. Der eingewechselte Torben Rheker kümmerte sich nach Flanke von Stefan Klocke um das 6:0 (84.). Und den Schlusspunkt unter eine sehr unterhaltsame, obwohl einseitige Partie setzte Alexander Rheker auf feinem Zuspiel von Marc Neumann in der 90. Minute.

7:0 gewinnt der SVK also gegen die Türken aus Brakel vor circa einhundert Zuschauern und führt damit seinen erfolgreichen Saisonstart eindrucksvoll fort. Vier Siege aus vier Spielen. Davon sogar drei Mal zu Null mit neu installierter Viererabwehkette. Ein Schelm, der bei diesen Werten an Bier denkt. Eine Kiste dieses edlen Kaltgetränks lässt der Trainer nämlich bei jedem Zu-Null-Spiel springen. Wollen wir mal hoffen, dass – zumindest sonntags und weniger samstags - der Durst der Jungs noch lange nicht gelöscht ist.

Der SVK spielte in folgender Aufstellung: Jens Schölzel, Jan Durgeloh, Martin Rheker, Alexander Rheker, Lukas Meyer (72. Torben Rheker), Michael Meyer, Marc Neumann, Pascal Ewers (76. Benedict Lange), Niklas Rheker (80. Andrè Reinhard), Mikael Grunwaldt, Stefan Klocke

Heute eher ein Freund der Kollerbecker als einer der Türken: der tiefe Rasen im Kollerbecker Rehbergstadion