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18.09.2011

Mann des Tages: Pascal Ewers

SVK schlägt TSC Steinheim mit 2:1

(luw) Skandalös. Fürchterlich. Schrecklich. Die Äußerungen der rund 80 Zuschauer nach dem Schlusspfiff beschrieben treffend das Geschehen in den neunzig Minuten zuvor. Denn das, was sich auf dem tiefen Kollerbecker Rasen abgespielt hatte, das hatte nur wenig mit Fußball zu tun gehabt. Gut, dass immerhin die drei Punkte in Kollerbeck blieben. Dafür hauptverantwortlich war heute unter anderem Pascal Ewers, der mit seinen beiden Toren den Boden für den Kollerbecker Sieg ebnete.

Dabei hatte alles so gut angefangen. Zwar weilte Stürmer Mario Mugabe im verdienten Türkeiurlaub. Was sich seine Mitspieler allerdings insbesondere in der Anfangsphase für Möglichkeiten erarbeiteten, dass sollte eigentlich für mehr als ein Spiel reichen. Allein der verflixte Ball wollte nicht über die Linie. So scheiterte bereits in der 4. Spielminute Christian Föst nach einer Ecke mit einer herrlichen Direktabnahme am hinteren Fünfereck am Aluminium. Nur eine Minute später testete Pascal Ewers zum ersten Mal in diesem Tag den türkischen Torwart. Wiederum nur eine Zeigerumdrehung weiter lief Stefan Klocke alleine aufs gegnerische Tor zu, wählt aber statt des eigenen Abschlusses den Pass in die Mitte, der leider nicht ankommt. Zumindest nicht beim Mitspieler. In der zehnten Minute mischte sich auch Lukas Meyer unter die verhinderten Torschützen. Seinen Schuss aus gut und gerne 25 Metern konnte der Gästekeeper noch so eben über die Latte lenken. In der elften Minute war dieser dann jedoch auch geschlagen. Zum Unglück der Kollerbecker rettete aber auch in dieser Situation erneut das Aluminium, sodass es beim Stande von 0:0 bleib. Verständlicherweise sehr schmeichelhaft für den TSC.
 
Bis jetzt also bis auf die Chancenauswertung alles bestens im Kollerbecker Rehbergstadion. Bis jetzt. Denn nun kam die Stunde des Unparteiischen. Denn was mit ein bis zwei relativ umstrittenen bis möglicherweise unglücklichen Abseitspfiffen des Mannes in schwarz als eine Art running-gag begann, wurde nach und nach zum Pulverfass. Jede einzelne Situation, in der ein Kollerbecker womöglich seinen Mitspieler überlief und den Ball mit auf die Reise bekam, wurde zurück gepfiffen. Genau so wie jeder einzelne Steilpass. Da konnten noch so viele Gegenspieler das Abseits aufheben. Der Unparteiische pfiff. Nur gut, dass er in der 23. Spielminute auch einmal einen aussichtsreichen türkischen Angriff unterbrach, sonst wäre die Situation im Rehbergstadion wohl schon vor der Pause eskaliert.
 
Die Türken kamen nun ein wenig besser ins Spiel und hatten in der 25. Spielminute tatsächlich die ganz große Doppelchance. Zunächst verlängert Mikael Grunwaldt einen langen türkischen Freistoß derart unglücklich mit dem Kopf, dass Sascha Niemeier sein gesamtes Können aufbieten muss, um den Ball noch so eben entschärfen zu können. Direkt im Anschluss rettet er noch einmal. Das war knapp gewesen.
 
In die Halbzeit ging es dementsprechend mit einem 0:0, womit Norbert Dölitzsch nur bedingt zufrieden war. Mehr wurmte ihn aber etwas anderes: „Leute, wir müssen jetzt mal in den zweiten Gang schalten. Das ist alles viel zu behäbig, was wir hier abliefern! Und wir müssen jetzt unsere Chancen nutzen.“
 
Das Problem ist nur, dass dies nicht gelang. Immer wieder kamen die Grün-Weißen zwar vornehmlich mit dem Kopf gefährlich vor die türkische Hütte. Dann jedoch scheiterten sie regelmäßig an der vielbeinigen Abwehr oder auch gerne mal am eigenen Mann, der dann plötzlich im Wege stand. Auch spielten die Kollerbecker jetzt zunehmend mit der Brechstange und ohne die ganz große Struktur.
 
So sollte es auch nicht verwundern, dass eine doppelte Standardsituation zum zunächst erlösenden 1:0 führte. Nach einer Ecke war der Ball einem türkischen Verteidiger an die Hand gesprungen. Die Rechtsfolge war ein Elfmeter, den Pascal Ewers nicht ganz so souverän verwandelte wie gewohnt. Mit einem bisschen Mehr Pech hätte der gut aufgelegte Torwart den Ball nämlich fast noch um den Torpfosten gelenkt.
 
So aber stand es 1:0 und es musste jetzt doch eigentlich besser laufen für den SVK. Es hätten sich doch mehr Räume ergeben müssen anlässlich etwas offensiver agierender Türken. Zum Leidwesen der Kollerbecker Anhänger ergaben sich jedoch jetzt auf einmal Kontersituationen zugunsten der Türken. Das wiederum führte zu noch viel mehr Unruhe auf dem Platz. Glücklicherweise fiel dann irgendwann doch das 2:0. Wieder war eine Standardsituation Ausgangspunkt gewessen. Michael Meyer hatte einen Freistoß in den Sechzehner gebracht, wo Pascal Ewers per Kopf erfolgreich war (85.).
 
Jetzt begann Norbert Dölitzsch natürlich an der Uhr zu drehen. Unter anderem wechselte er Pascal Wegener für Mikael Grunwaldt ein (86.). Im Nachhinein gesehen sollte sich diese Entscheidung nicht unbedingt als Glücksgriff erweisen, denn Pascal Wegener produzierte mit oder wahlweise auch ohne seinen ersten Ballkontakt einen Elfmeter, der auch prompt zum Anschlusstreffer führte.
 
Und was in einer solchen Situation in einem ohnehin schon sehr hektischen Spiel an Aufregung entwickeln kann, weiß jeder, der schon einmal Kontakt mit Fußball hatte. Die paar Minuten Nachspielzeit zogen sich also wie Kaugummi und die Erleichterung über den Schlusspfiff war greifbar. 
 
Ist das jetzt ein Spiel, zu dem man sagt „Mund abwischen und weitermachen“? Wahrscheinlich ja. Wobei: Auch mit noch soviel Mundabwischen bleibt ein blöder Nachgeschmack. Aber besser ein blöder Nachgeschmack als Sperren. Und die hat es heute glücklicherweise nicht gegeben.
 
Der SV Kollerbeck spielte in folgender Aufstellung: Sascha Niemeier, Christian Föst, Martin Rheker, Marc Neumann, Alexander Rheker, Pascal Ewers (86. Steffen Rheker) , Lukas Meyer (82. Kevin Mönks), Torben Rheker, Stefan Klocke, Michael Meyer, Mikael Grunwaldt (86. Pascal Wegener)
Gewühl war heute oft: Auch hier behält Pascal Ewers die Oberhand