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15.04.2012

Schwache SVK-Abwehr lässt Sektkorken in Stahle knallen

1:3-Schlappe beim TSC Steinheim beendet Kollerbecker Glücksserie

Steinheim (krü). „Das war die logische Konsequenz nach den schwachen Spielen in den letzten Wochen“, brachte Marienmünsters Bürgermeister Robert Klocke die 1:3-Niederlage im Auswärtsspiel beim TSC Steinheim auf den Punkt. Nach ansehnlich und überlegen geführter erster Hälfte fingen sich die in der Abwehr eklatant schwachen Grün-Weißen im zweiten Durchgang zwei klassische Konter zur am Ende unglücklichen Auswärtsschlappe. Das einzige Tor der Dölitzsch-Jungs erzielte Pascal Ewers in der 35. Spielminute zum zwischenzeitlichen 1:1.

Das Spiel auf dem ausgezeichnet bespielbaren Steinheimer Kunstrasenplatz begann mit einem Paukenschlag. Nach nicht einmal 10 Sekunden stand es schon 1:0 für die Steinheimer Türken. Vom Anstoß weg spielte der TSC das Leder nach vorn und scheinbar waren noch einige Kollerbecker Spieler mit den Gedanken auf der Junggesellen-Abschiedsfahrt (für Matthias Büker) nach Düsseldorf statt auf dem Kunstgeläuf in der Emmerstadt. Der TSC-Mittelstürmer hatte jedenfalls kaum Mühe, die wie ein aufgescheuchter Hühnerhaufen agierende SVK-Abwehr zu überlaufen und zum Führungstreffer einzuschießen.
 
Überhaupt erwies sich die Kollerbecker Abwehr am Sonntag als ständiger Unsicherheitsfaktor. Hier macht sich jetzt mehr als deutlich das Fehlen von Mika Grunwald bemerkbar, der mit seiner Schnelligkeit und seinem Einsatzwillen so manches Loch in der Vergangenheit gestopft hat. Die derzeitige Abwehrreihe wird gegen Gegner wie die Türken vom TSC oder noch anstehende Kontrahenten wie Vinsebeck, TIG oder auch Bergheim den erforderlichen Ansprüchen nicht gerecht werden können. Wie das gegen den Stahler Top-Sturm am ersten Mai-Wochenende gut gehen soll, wird sich auch Norbert Dölitzsch spätestens nach der Leistung gegen den TSC fragen.
 
Wurden die letzten drei Spiele nach schwacher Leistung alle mehr oder weniger glücklich erst in den Schlussminuten umgebogen und noch mit Mühe gewonnen, so war an einen Sieg in Steinheim frühzeitig nicht mehr zu denken. Spätestens nach dem türkischen Doppelschlag in der 58. und 60. Spielminute war das Spiel für Kollerbeck gegessen. Dabei sah es zumindest im ersten Spielabschnitt seit langer Zeit endlich mal wieder erfolgsversprechend aus. Trotz des rekordverdächtigen Dämpfers in der ersten Minute erspielte sich der SVK im ersten Abschnitt ein deutliches spielerisches Übergewicht. Der Ball lief schön durch die eigenen Reihen, einzig die Durchschlagskraft nach vorn ließ zu wünschen übrig.
 
So waren es Pascal Ewers und Stefan Klocke, die für ansehnliche und erfolgsversprechende Momente sorgten (17. Minute Kopfball an den Innenpfosten und 38. Minute erneut ein Kopfball, den der TSC-Keeper pariert). In der 35. Spielminute war es dann aber doch soweit. Michael Meyer leistete gute Vorarbeit und spielte zu Pascal Ewers, der dann aus etwa 12 Metern das Leder mit links am Torsteher vorbei ins untere rechte Eck zirkelte. Mehr Zählbares gab es leider nicht in den ersten 45 Minuten. Kollerbeck bestimmte das Spiel, brachte es aber gegen die quirligen Gastgeber nicht fertig, sich entscheidend in Szene setzen zu können. 
 
Nach hinten hin brannte es aber trotz des Weckrufs in der ersten Minute ein ums andere Mal. So kam der TSC in der 9. und 22. Minute frei vor Jens Schölzel stehend zu Chancen, die der Kollerbecker Keeper gut parieren konnte. Allein diese beiden Szenen ließen erahnen, was im zweiten Durchgang noch kommen konnte und was in den nächsten Spielen noch zu erwarten ist. Der sprichwörtliche Hühnerhaufen wär gegen die SVK-Abwehr noch eine gut organisierte Organisationsform. Hier gilt es in den kommenden Wochen verstärkt den Hebel an zu setzen, will man nicht noch den als unantastbar angesehenen zweiten Tabellenplatz aufs Spiel setzen.
 
Im zweiten Abschnitt waren es die beiden besten Steinheimer, die den Kollerbecker Hoffnungen schnell einen Strich durch die Rechnung machten. In der 58. Spielminute kam die SVK Abwehr wieder einmal zu spät und nur zwei Minuten später vertändelte die SVK-Defensive das bereits sicher eroberte Leder. Beide Male nutzte der TSC diese Geschenke zu Gegentreffern. Übel obendrein noch, dass sich in genau dieser 60. Minute noch Marc Neumann und Pascal Ewers verletzten und ausgewechselt werden mussten. Nicht auszudenken, wenn beide länger ausfallen sollten.
 
Aber trotz dieser Schwächen und Schwächungen kam Kollerbeck noch einmal heran. So war es in der 71. Spielminute allein  der unglücklich agierende Schiedsrichter, der eine durchaus mögliche Kollerbecker Aufholjagd zunichte machte. Michael Meyer erzielte ein klares Tor, das allerdings wegen angeblichen Abseits nicht vom Referee gegeben wurde. Hier sprang der Kollerbecker Mittelfeldmotor klar von hinten kommend in einen Ball und bugsierte ihn regelkonform in die Maschen. Allein, der Pfiff blieb aus.
 
Danach kamen Benedict Lange (79.) und Christian Föst (89. Spielminute) noch zu schönen Einschussmöglichkeiten, aber was in den letzten drei Spielen an Glück auf Kollerbecker Seite zu verzeichnen war, wurde diesmal von Göttin Fortuna auf dem Notizblock gegen gerechnet.
 
Der SVK spielte mit: Jens Schölzel, Martin Rheker, Alexander Rheker, Christian Föst, Pascal Wegener, Michael Meyer, Marc Neumann (60. Mario Mugabe), Pascal Ewers (61. Lukas Meyer), Stefan Klocke, Benedict Lange und Torben Rheker

Beide Leistungsträger mussten heute verletzungsbedingt ausgewechselt werden: Marc Neumann und Pascal Ewers sind schwer zu ersetzen