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Duell an der A-Liga-Spitze geht in die Entscheidung

Kollerbeck gewinnt in Vinsebeck mühsam mit 2:1

Vinsebeck(krü). Jetzt kommt’s zum lang ersehnten Show-down. Nach dem schwer erkämpften 2:1-Auswärtssieg bei den Vinsebecker Teutonen treffen am Wochenende nach Pfingsten mit Kollerbeck und Brenkhausen/Bosseborn die beiden unangefochten dominierenden A-Ligateams im heimischen Brinkstadion aufeinander. Dieses "Endspiel" um den Kreismeistertitel und damit um den Aufstieg in die Bezirksliga stand in Vinsebeck aber lange auf des Messers Schneide, da Kollerbeck zwar drückend überlegen war, aber lange Zeit auch einem 0:1-Rückstand hinterher laufen musste. Raphael Föst in der 29. und Sven Abitz nur fünf Zeigerumdrehungen nach seiner Einwechslung (74. Spielminute) markierten die Treffer der Grün-Weißen.

Vor der Partie deutete eigentlich alles auf einen deutlichen Sieg der Dölitzsch-Jungs hin. Während Vinsebeck fast mit dem letzten Aufgebot antreten musste, hatte Kollerbeck so ziemlich das Beste aufgeboten, was derzeit ein grün-weißes Trikot trägt. Mit Lukas Meyer, Sven Abitz, Alexander Rheker und Marvin Köhne waren insgesamt vier Spieler auf Ersatz, die gut und gerne auch von Anfang an hätten spielen können. Dass zusätzlich noch Pascal Wegener, Martin Rheker und Jens Schölzel fehlten, zeigt auf, über welch gute Spielerdecke Norbert Dölitzsch mittlerweile verfügen kann.
 
Dieser rein rechnerische Vorteil zeigte sich dann auch gleich von Beginn an. Um es vorweg zu nehmen: Vinsebeck kam über die gesamten 90 Spielminuten eigentlich nur zu einer wirklichen Chance, die den Ausdruck Torgelegenheit verdient hatte. Und doch stand das Spiel lange am Rande eines Remis. Dass es dazu kommen konnte, lag daran, dass sich die Teutonen früh Luft verschaffen konnten, weil ihnen eine Unachtsamkeit in der Kollerbecker Deckung quasi das Führungstor schenkte. Nach einem langen Ball von der Mittellinie unterschätzte Jan Dyballa das Leder und der hinter ihm stehende Mittelstürmer zwang Keeper Sascha Niemeier zu einer Superparade. Dass diese wiederum nicht von wirklichem Erfolg gekrönt war, lag daran, dass der abprallende Ball zum mit aufgerückten Waldemar Serr kam und der mit gutem Auge und schöner Technik das Leder volley ins leere Tor drosch (12. Spielminute).
 
Kollerbeck hatte vor diesem Gegentreffer und auch danach nicht nur 70 Prozent Spielanteile, sondern auch gut und gerne bis zum Seitenwechsel vier Einschussmöglichkeiten, von denen zumindest zwei hätten sitzen müssen. So waren es in der 6. Minute zunächst Pascal Ewers per Kopf und anschließend Christian Föst im Anschluss an die Ecke nach der vorherigen Torwartabwehr, die hätten einnetzen können. Ähnlich deutliche Chancen hatten dann noch der sehr agil auftrumpfende Raphael Föst und der gegenüber dem Galaspiel gegen TIG Brakel deutlich abfallende Michael Meyer, doch auch sie schafften es nicht, das Leder ins Netz zu befördern.
 
Ein förmliches Aufatmen war dann aber in der 29. Spielminute unter den Vinsebecker Eichen zu hören, als erst Pascal Ewers den Keeper der Gastgeber zur Parade zwang und dann Raphael Föst den Abpraller eiskalt zum wichtigen 1:1 eindrücken konnte. Selten war ein Ausgleichstor so wichtig, drohte das Kollerbecker Spiel doch merklich zerfahrener zu werden.
 
Nach dem Wechsel waren es dann die taktischen Maßnahmen von Trainer Norbert Dölitzsch, die den Kollerbeckern den Sieg bescherten. Durch die Einwechslung von Sven Abitz (69. Spielminute) für den keineswegs enttäuschenden Martin Skatulla setzte der SVK-Trainer ein deutliches Zeichen für die Offensive. Abwehrmann raus, Stürmer rein. Und gerade einmal fünf Minuten nach dieser Maßnahme rappelte es dann auch schon im Teutonen-Kasten. Aus nach Vinsebecker Meinung abseitsverdächtiger Position markierte der aus Brakelsiek zum SV Kollerbeck gekommene Mittelstürmer das für Kollerbeck so wichtige 2:1. Die Proteste der Teutonen ob der Rechtmäßigkeit dieses Treffers hielten bis nach dem Schlusspfiff an. Mit lautem Türenknallen und wütenden Attacken der Vinsebecker flüchtete der Unparteiische in seine Kabine.
 
Wie auch immer, Kollerbeck hatte sich dieses eine Tor mehr als redlich verdient. Zu deutlich war die Überlegenheit. Wenngleich auch oftmals Ideenlosigkeit eine frühere und deutlichere Entscheidung verhinderten. Nur auffällig und unerklärlich bleibt es, wieso sich die Grün-Weißen nach dem Tor des Tages so dermaßen noch unter Druck setzen lassen konnten. Denn was Vinsebeck 74 Minuten zuvor nicht geschafft hatte, prägte nunmehr die letzten 20 Minuten. Kollerbeck kam ein ums andere Mal unter Druck, ohne dass Vinsebeck sich deutliche Chancen erarbeiten konnte, doch ständig schwebte die Gefahr eines plötzlichen Gegentores ähnlich wie in der 12. Spielminute über der ganzen Partie.
 
Unter dem Strich behielt sich der SVK seine Titelambitionen durch diesen mühsamen, aber hoch verdienten Sieg. Gegen Brenkhausen/Bosseborn wird man gewiss eine völlig anders agierende und bis in die Haarspitzen motivierte Kollerbecker Elf sehen können. Wenn dann noch das Spiel auf Samstag vorgezogen werden kann, werden sicherlich auch gut und gerne einige hundert Zuschauer den Weg ins Kollerbecker Brinkstadion finden.
 
Der SVK spielte mit: Sascha Niemeier, Martin Skatulla (69. Sven Abitz), Michael Meyer, Jan Dyballa, Pascal Ewers,  Raphael Föst (86. Lukas Meyer), Marc Neumann, Dominik Abitz, Andreas Koch, Christian Föst, Stefan Klocke (78. Alexander Rheker)

Konnte wegen seiner roten Karte im Spiel gegen TIG noch nicht wieder ins Geschehen eingreifen:
Jens Schölzel ist auch noch für das Spitzenspiel gegen Brenkhausen gesperrt