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30.05.2013

Meisterschaft entschieden um Minute 60

SVK verliert verdient gegen Brenkhausen 0:3 

Nein, nein, so hatte sich mit Sicherheit nur ein Bruchteil der locker über fünfhundert Zuschauer das groß angekündigte Spitzenspiel zwischen dem Tabellenzweiten und Ersten vorgestellt. Die Rede ist von dem Teil, der mit rot und weiß fieberte. Alle anderen, also sowohl die Kollerbecker Sympathisanten als auch die neutralen Liebhaber gepflegter und vor allem spannender Fußballkunst werden dieses Spiel schnell wieder vergessen können und wollen. Zu klar war die ganze Geschichte mindestens von Minute zehn an zugunsten des SV Brenkhausen/Bosseborn. Allenfalls das Ergebnis bis zu 58. Spielminute vermochte ein Minimum an Spannung aufrecht erhalten. Doch ab diesem Zeitpunkt drückten sich die Spielanteile auch im Zählbaren aus. So dauerte es nur fünf Minuten bis es 0:3 aus Kollerbecker Sicht hieß und die Meisterschaft gelaufen war.

An und für sich hatten die Vorzeichen für den SV Kollerbeck gar nicht mal so schlecht gestanden. Fast der gesamte Kader stand – bis auf Mario Mugabe – Trainer Norbert Dölitzsch zur Verfügung. Sogar Keeper Jens Schölzel war nach seiner roten Karte wieder spielberechtigt und hatte insofern von der Verlegung des Spiels auf den Fronleichnamsfeiertag profitiert. Am Sonntag hätte er noch nicht auflaufen dürfen. Zwischen den Pfosten nahm gleichwohl Sascha Niemeier seinen Platz ein. Er sollte jedoch nicht die entscheidende Schlüsselfigur in diesem Match werden. 
 
Dies übernahmen freilich einige seiner Kollegen und Vorderleute, die leider zu keinem Zeitpunkt dem Spiel ihren Stempel aufdrücken konnten. Ob es nun an eigener Form- oder Nervenschwäche lag oder an der erdrückenden Präsenz und den sonstigen Fertigkeiten des Gegners ist schwer zu beurteilen. Vielleicht spielte beides seine Rolle. Fakt ist jedoch, dass der SV Brenkhausen/Bosseborn ab der zehnten Spielminute mehr und mehr das Zepter übernahm und es bis zum Spielende nicht mehr aus der Hand legen sollte. Die körperliche Robustheit in den Zweikämpfen, die erdrückende Überlegenheit im Luftkampf und die Antrittsschnelligkeit der allermeisten Spieler: Insgesamt war beeindruckend, was der Gast von der Schelpe auf den tollen Kollerbecker Rasen zauberte. Apropos Kollerbecker Rasen: Nicht wenige Zuschauer fragten sich am Seitenrand hinter vorgehaltene Hand, wie das Spiel wohl am Sonntag auf Asche und unter Wasser abgelaufen wäre. Doch das ist eine andere Frage.
 
Was das Spiel selber und seine Chancen angeht, diese Geschichte ist zumindest auf Kollerbecker Seite schnell erzählt. Eine einzige Torchance verzeichnete der Gastgeber in Halbzeit Nummer eins. Pascal Ewers ist es in der 30. Spielminute gewesen, der eine prima Ablage vom ansonsten blassen Michael Meyer zur Volleyabnahme aus 16 Metern nutzte. Leider ging sein Schuss um einiges am Tor vorbei, sodass der SVK mit dem Remis zur Halbzeit gut bis sehr gut leben konnte. Zu oft hatten die Brenkhäuser einigermaßen unbedrängt aufs Kollerbecker Gehäuse schießen können. Zu oft hatte allein Fortuna Kollerbeck vor einem Rückstand bewahrt. In der 36. Spielminute war es gar nur der Innenpfosten gewesen, der Schlimmeres verhinderte.
 
Kurz nach der Halbzeitpause sah es dann einmal für ein bis zwei Minuten so aus, als hätte Norbert Dölitzsch in der Kabine den richtigen Schalter erwischt. Erst war es also Stefan Klocke, dessen Schuss aus 14 Metern noch abgeblockt wurde. Im Anschluss an die folgende Ecke war es Christian Föst, der über das Gehäuse schoss. Dieses kurze Aufbäumen entpuppte sich doch schnell als das berühmte Strohfeuer und als wenig nachhaltig. Schnell übernahm der SVBB wieder die Initiative und kam zu Chancen.
 
In der 58. Spielminute wurden diese dann auch schlussendlich genutzt. Wer sonst außer Starstürmer Kevin Wilms könnte es treffenderweise sein, der mit seinen beiden Treffern in der 57. und 58. Spielminute die Meisterschaft entschied? Während er bei seinem ersten Tor per Kopf noch ein ganz klein wenig Glück und die gütige Mithilfe des Innenpfosten benötigte, hatte er all das bei seinem zweiten Treffer überhaupt nicht mehr nötig. Ganz ohne jede Hektik rannte er allein auf Sascha Niemeier zu und vollstreckte souverän. Als dann noch vier Minuten später sogar das 0:3 folgte, musste man fast noch mit einem Debakel rechnen. Jetzt konnte man fast schon von Auflösungserscheinungen in der Kollerbecker Mannschaft sprechen.
 
Doch glücklicherweise fingen sich die Grün-Weißen dann wieder etwas, ohne freilich nach vorne zu gefährlich zu werden. So kam es, dass die Stimmung unter den vielen, vielen Zuschauern fast von der ersten bis zur letzten Minute eher einem Begräbnis als einem Fußballspiel angemessen gewesen wäre. Schade, schade! Was hätte das für ein Fußballfest werden können. Doch der SV Brenkhausen in dieser Form war dem SVK in seiner heutigen Form einfach hoffnungslos überlegen. So ehrlich muss man sein. Und deswegen gratulieren wir hier dem SV Brenkhausen/Bosseborn zur Meisterschaft und zum Aufstieg, der zwar rechnerisch noch nicht zu 100% in trockenen Tüchern ist. Das jedoch sollte sich aller Wahrscheinlichkeit nach am Sonntag schon ändern! Hut ab, Brenkhausen und Bosseborn!
 
Der SVK spielte mit: Sascha Niemeier, Martin Rheker (78. Alexander Rheker), Raphael Föst (85. Marvin Köhne), Dominik Abitz, Andreas Koch, Michael Meyer, Christian Föst (70. Sven Abitz), Martin Skatulla, Jan Dyballa, Pascal Ewers, Marc Neumann

Machte als Manndecker eine sehr solide Partie gegen die Brenkhäuser Spitzenstürmer: Jand Dyballa