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18.08.2013

Abwehrschwache Kollerbecker verlieren Spiel der Top-Favoriten

FC Nieheim hat kaum Mühe beim 3:1-Sieg gegen SVK

Nieheim (krü). Mit einer solchen Leistung ist der SV Kollerbeck lange nicht mehr in eine Saison gestartet. Im Spitzenspiel beim Bezirksligaabsteiger FC Nieheim kassierten die Grün-Weißen eine verdiente 1:3-Niederlage. Norbert Dölitzsch kann sich noch bei seinem Torhüter Jens Schölzel bedanken, dass es nicht noch derber gekommen ist. Allein im zweiten Durchgang erspielten sich die Weberstädter mindestens vier Großchancen, die allesamt vom besten Kollerbecker vereitelt wurden.

„Mit dieser Leistung werden wir es schwer haben, uns für die eingleisige A-Liga zu qualifizieren“, meinte direkt nach dem Schlusspfiff Meinolf Köhne zu der Partie der Kollerbecker. Bis zur Pause hielten die Gäste noch einigermaßen mit, doch praktisch mit dem Halbzeitpfiff kippte das Spiel vollends. Einen Freistoß köpfte Rechtsaußen Sören Grasmeier mutterseelenallein in die Maschen des Kollerbecker Tores, und dieser psychologische Knacks ließ im zweiten Spielabschnitt nur noch eine völlig einseitige Partie zu.

Kollerbeck hatte mit dem derzeitigen Hauptmanko, der ungeordneten und zu langsamen Abwehr, niemals mehr eine Chance, die ersten Punkte einzufahren. Was sich die Grün-Weißen gegen die routinierten und technisch eine Klasse besseren Nieheimer in der Defensive erlaubten, kann die Aussage von Meinolf Köhne nur all zu gut bestätigen. Angriff über Angriff rollte immer wieder über die linke Nieheimer Seite gegen viel zu weit aufgerückte Kollerbecker Verteidiger vor das Tor des SVK. Wäre nicht Jens Schölzel über sich hinaus gewachsen, es hätte auch gut und gerne ein 1:6- oder 1:7-Debakel geben können.

Vor dem Spiel musste Norbert Dölitzsch neben den beiden Langzeitverletzten Michael Meyer und Andreas Koch auch noch auf Kapitän Marc Neumann verzichten, der sich am letzten Sonntag im völlig unbedeutenden Vorbereitungsspiel gegen Borgentreich den roten Karton eingefangen hatte. Derart geschwächt, war gegen die Nieheimer im Nachhinein niemals ein Blumentopf zu gewinnen. Michael Meyer und auch Andreas Koch fehlten wirklich an allen Ecken und Enden. Kollerbeck verstand es einfach nicht, das Spiel an sich zu reißen. Erst als in der letzten Viertelstunde mit Mario Mugabe, Jan-Hendrik Golüke und Lukas Meyer drei Stürmer eingewechselt wurden, ergaben sich auch einige Chancen. Allerdings darf man nicht vergessen, dass es zu dem Zeitpunkt schon 2:0 für Nieheim stand und der FC sich jede Menge Konterchancen erarbeitete, die eigentlich ein viel höheres Ergebnis als das am Ende schmeichelhafte 1:3 möglich machen musste.

Im ersten Spielabschnitt dauerte es geschlagene 20 Minuten, ehe der erste Torschuss überhaupt zu verzeichnen war. Stefan Klocke war es, der das Leder in Richtung Nieheimer Tor bugsierte. Auch Nieheim war fast 30 Minuten gar nicht präsent, wenn es um Torchancen ging, doch mit zunehmenden Spielzeit wurde Kollerbeck müder und unaufmerksamer und Nieheim stärker. So war es auch nicht einmal verwunderlich, dass die Gastgeber sogar noch mit einer 1:0-Führung in die Halbzeitpause gehen konnten. Kollerbecks Hintermannschaft hatte sich die bereits mehrfach erwähnte Schlafpause genommen und so konnte ein unbedrängter Sören Grasmeier ohne Mühe in der 45. Minute zum 1:0 einnicken.

Dass Kollerbeck jetzt mehr Risiko gehen musste, war allen klar. Und dass sich dadurch auch Konterchancen für Nieheim ergeben würden, war auch allen klar. Aber wieso die Defensive derart offen gemacht wurde, die rechte Abwehrseite quasi gar nicht existent war und der Nieheimer Neuzugang Tuncay nach Belieben schalten und walten konnte, war nicht nachzuvollziehen. Und so kam es, wie es kommen musste. Kollerbeck fing sich eine deftige Packung, die bestimmt noch länger nachwirken wird. Allein Mittelstürmer Christian Martens spielte im zweiten Abschnitt die Abwehr des SVK schwindelig. Und dass er nur zweimal zum Erfolg kam, war wie erwähnt nur Jens Schölzel zu verdanken.
Das 2:0 fiel nach genau einer Stunde, als Martens sich die Ecke aussuchen konnte, als ein Eckstoß halbhoch herein getreten wurde und sich niemand in der Kollerbecker Deckung für den kräftigen FC-Sturmtank zuständig erklärte. Als SVK-Coach Dölitzsch dann alles auf eine Karte setzte, sah es sogar noch einmal danach aus, als wäre eine Wende möglich. Insbesondere als Christian Föst in der 85. Spielminute einen Foulelfmeter (Mario Mugabe war gelegt worden) sicher verwandelte, keimte kurzzeitig so etwas wie Hoffnung auf. Aber praktisch mit dem Gegenzug stellte Martens den alten Torabstand wieder her, als Kollerbeck die Deckung aufgerückt hatte und der Mittelstürmer mit einem Male völlig frei vor Jens Schölzel zum Schuss kam.

Nach dem Spiel kam es noch zu einigen unschönen Szenen, die darin gipfelten, dass FC-Kapitän Dirk Weskamp noch den gelb-roten Karton sah. Ansonsten bleibt Norbert Dölitzsch noch jede Menge Arbeit, um schnellstmöglich eine A-Ligataugliche Abwehr zusammen zu stellen. Im Mittelfeld und im Angriff ist genügend Potenzial vorhanden, wenn auch etwas mehr Druck und Ehrgeiz entwickelt werden könnte, aber hinten sieht es derzeit zappendüster aus.

Der SV Kollerbeck spielte mit: Jens Schölzel, Dominik Abitz, Martin Rheker, Martin Skatulla (62. Mario Mugabe), Alexander Rheker, Jan Dyballa, Pascal Ewers, Christian Föst, Raphael Föst, Stefan Klocke (75, Lukas Meyer), Torben Rheker (75. Jan-Hendrik Golüke)