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24.05.2010

Keine Schnitte in Hembsen

SVK verliert 0:3

(luw) „Mit einem Sieg heute stehen wir auf Tabellenplatz zwei und haben eine realistische Chance auf den Vizemeistertitel.“ Jörg Hundertmark hatte vor dem Spiel noch einmal alles versucht, um seine Spieler zu motivieren. Das allerdings ohne sichtlichen Erfolg. Das, was der SVK in Hembsen auf den Platz brachte, war eines Vizemeisters definitiv nicht würdig. So ging das Spiel auch in dieser Höhe verdient mit 0: 3 verloren. Zur Ehrenrettung der Mannschaft darf alleine die Tatsache gereichen, dass die letzten beiden Tore erst in den Minuten 85 und 86 fielen. Bis kurz vor Schluss konnte man als Kollerbecker Anhänger also noch auf das gute, alte 1:1 hoffen. Das jedoch nur theoretisch.

Denn praktisch war das alles zu wenig, um zum Torerfolg zu kommen. Schon vor Anpfiff war allen klar gewesen, dass diese Operation kein leichtes Unterfangen werden würde. Zu dem langzeitverletzten Sascha Niemeier und dem bis zum Saisonende gesperrten Marc Neumann hatten sich noch Mikael Grunwaldt (Urlaub), Pascal Ewers (Muskelverletzung im Oberschenkel) und Matthias Loges auf die Liste der „Verhinderten“ gesellt. Demzufolge liefen sowohl Jörg Hundertmark als auch Martin „Kiesel“ Rheker von Beginn an auf. Auf der Ersatzbank nahm allein Sven Schönhoff Platz.

Die Geschichte der ersten Halbzeit ist schnell erzählt. Der TuS Hembsen war bissiger. Der TuS Hembsen war schneller. Der TuS Hembsen war gefährlicher. So kamen bereits in der Anfangsviertelstunde mehrere Aktionen im Kollerbecker Strafraum zustande, die durchaus zum Elfmeter hätten führen können. Der Pfiff, der dann jedoch in Minute fünfzehn für den Strafstoß herhalten musste, kann allerdings nur als Witz interpretiert werden. Klarer kann Torwart Schölzel den Ball gar nicht spielen. Vielleicht war es die viel zitierte ausgleichende Gerechtigkeit, dass Jens Schölzel den Elfmeter parieren konnte. Jens Schölzel war heute übrigens der mit Abstand beste Kollerbecker Spieler auf dem Platz. Bei ihm alleine konnten sich seine Vorderleute bedanken, dass das Spiel nicht schon früh bis sehr früh entschieden war. So dauerte es immerhin bis zur 38. Spielminute, ehe es dann endlich 0:1 aus Kollerbecker Sicht hieß. Der Treffer war aber auch absolut überfällig gewesen.

So ging es mit diesem Rückstand in die Pause, in der der 41-jährige Jörg Hundertmark offensichtlich weniger nach Luft als nach Worten suchte: „Was ist denn hier heute los? Hier geht ja gar nichts. Wir müssen ja froh sein, dass es nur 0:1 steht. Jetzt lasst uns alles besser und zwei Buden machen.“

Was sich in der Theorie gut anhörte, wollte in der Praxis jedoch nicht ganz so gelingen. Zwar kam der SVK etwas besser aus der Pause, als er sie mit letzte Kraft erreicht hatte. Das jedoch war eher dem Gegner zu verdanken, der doch sichtlich abbaute. Das schwere Pokalspiel am Donnerstag gegen den TuS Erkeln – es ging übrigens 1:3 verloren - forderte wohl jetzt seinen Tribut.

Doch auch diese Schwächen vermochte der SVK nicht auszunutzen. Zu viele Pässe erreichten eher schwarz-gelb als grün-weiß. Zu viele Zweikämpfe gingen verloren. So kam es, dass am Ende die Hembser Anhänger noch die Treffer Numero zwei und drei bejubeln konnten. Für die Kollerbecker Anhänger hingegen war das mal wieder eine deprimierende Veranstaltung gewesen.

Fraglich bleibt am Ende übrigens noch, ob die vorabendliche Verbleibensdauer auf den heimischen Schützenfesten und der Restalkohol im Blut wirklich bei allen Spielern in einem angemessenen Verhältnis zur Fehlpassquote und Laufbereitschaft standen. Müsste man mal näher untersuchen…

Der SVK spielte in folgender Aufstellung: Jens Schölzel, Benedict Lange, Jens Rendorf, Martin Rheker (70. Sven Schönhoff), Michael Meyer, Jörg Hundertmark, Stefan Klocke, Alexander Rheker, Niklas Rheker, Torben Rheker, Lukas Meyer

Leider trinkt man in Vinsebeck nicht nur Wasser: Jörg Hundertmark macht seinen Leuten Mut