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22.05.2011

Wieder einmal Potenzial nicht ausgeschöpft

SVK verliert in Amelunxen 2:5

Der SV Kollerbeck bleibt weiter das große Rätsel der Rückrunde. Nach dem souveränen 3:0 Erfolg am letzten Sonntag gegen Verfolger Nethetal unterlagen die Grün-Weißen jetzt beim allenfalls mittelmäßigen TuS Amelunxen mit 2:5 Toren. Die Niederlage wiegt umso schwerer, da Kollerbeck das Spiel über weite Strecken im Griff hatte und bis zur 39. Spielminute auch wie der ganz sichere Sieger aussah. Doch unkonzentriertes Abwehrverhalten gepaart mit leichtsinniger Chancenverwertung drehte ein Spiel, das so nie und nimmer ausgehen durfte.

Die Grün-Weißen sollten sich in ruhiger Stunde einmal überlegen, was sie aus ihrem Potenzial hätten machen können. Es musste ja nicht der Aufstieg sein, aber so, wie in der Rückserie Spiele abgeschenkt wurden, kann man sich nur unschwer dem Verdacht erwehren, dass man gar nicht alles geben wollte. Wie kann man ein Spiel 39 Minuten dominieren, den Gegner quasi nie zur Geltung kommen lassen, sogar noch mit 1:0 (Steffen Rheker) in Führung gehen, um dann innerhalb von nur drei Minuten alles ad absurdum zu führen?
 
Zweimal rutscht ein Verteidiger aus und zweimal ist es der Topscorer der A-Liga, der zur Stelle ist, und den Ausgleich selbst markiert und beim 2:1 mustergültig vorbereitet. Hat in Kollerbeck denn zuvor niemand den Namen Christoph Übensee gehört? Wusste niemand in grün und weiß, dass der Amelunxer Mittelstürmer seit Jahren die Torjägerkrone in der A-Liga errungen hat? Wie kann man so einen jederzeit brandgefährlichen Stürmer nur so sträflich allein agieren und frei stehen lassen?
 
Bis dato hätte es mindestens 3:0, wenn nicht sogar 5:0 für Kollerbeck stehen müssen. Doch immer wieder fehlte der letzte Kick oder die nötige Konzentration, um die reichlichen Chancen zu verwehrten. Irgendwie konnte man sich nicht des Eindrucks erwehren, als wenn einige der SVK-Kicker in der Nacht zuvor mindestens eine Mütze Schlaf zu wenig mitbekommen hatten. Wie auch immer. Trainer Norbert Dölitzsch hat Ansatzpunkte genügend, seinem  Team die richtigen Leviten zu lesen. So, wie sich seine Truppe an der Nethe präsentierte, vergrault man die letzten treuen Fans mehr als leichtfertig.
 
Zum Spiel selbst kann ob dieser schwachen Darbietung nicht viel mehr als in Zeitraffer erzählt werden. Nach der ersten Gastgeberchance in der ersten Minute waren es Steffen Rheker, Stefan Klocke (zweimal) und Pascal Ewers, die beste Chancen nicht verwerten konnten, ehe es dann Steffen Rheker war, der in der 33. Minute einen Superpass von Pascal Ewers zum bis dahin mehr als verdienten 1:0 einnetzte. Wer jetzt an einen souverän nach Hause gefahrenen Sieg glaubte, musste sich schrecklich erwacht die Augen reiben. Erst war es Goalgatter Christoph Übensee selbst, der die Kollerbecker Innenverteidigung austanzte (1:1 in der 39. Minute) und dann legte er nur 3 Minuten später für Kai Scherding zum 2:1 auf. Wieder war es der SVK selbst, der die Vorarbeit zu diesem Geschenk leistete.
 
Nach dem Wechsel praktisch das gleiche Bild. Kollerbeck spielte, dominierte und erarbeitete sich Chancen, um auf der anderen Seite aber auch dem Gastgeber die besten Einschussmöglichkeiten zu erlauben, ja sie sogar selbst vorzubereiten. Nach zwei dicken Chancen durch Meinolf Köhne (Pfosten) und Steffen Rheker (frei vor dem Torhüter) war es dann erneut Übensee, der das 3:1 (53. Minute) vorbereitete. Vorausgegangen war auch hier der leider schon obligatorische Fehler der Kollerbecker im Spiel nach vorne.
 
Knapp 10 Minuten nach dieser Vorentscheidung führte erneut ein solcher Abspielfehler des SVK zum Konter für den TuS. Der über rechts mutterseelenallein durchlaufende Mittelfeldspieler hielt aus etwa 30 Metern einfach drauf und schon stand’s 4:1. Christian Fösts Anschlusstreffer zum 2:4 in der 74. Spielminute ließ bei einigen Daueroptimisten so etwas wie Hoffnung aufkeimen, doch spätestens mit dem 5:2 in der Schlussminute (Foulelfmeter Kai Scherding) waren die Fronten an einem enttäuschenden Spieltag endgültig geklärt. Was unter dem Strich bleibt, ist eine völlig überflüssige 2:5-Schlappe und eine Kollerbecker Mannschaft, die ihr Talent und ihre Möglichkeiten leichtfertig verspielt und zusätzlich auch noch die Anhängerschaft enttäuscht und verärgert. Man sollte statt  zu trainieren mal schleunigst in sich gehen und sich fragen, was man da so Sonntag für Sonntag abliefert. Wenn das Potenzial nicht vorhanden wäre, würde niemand etwas sagen. Aber hier wiederholt sich gerade etwas, was im letzten Jahr schon einmal da gewesen ist…
 
Für den SV Kollerbeck spielten: Sascha Niemeier, Martin Rheker (45. Slawa Neskoromny), Mikael Grunwaldt, Alex Rheker, Jens Schölzel (65. Artur Razlaf), Meinolf Köhne, Marc Neumann, Torben Rheker (34. Christian Föst), Pascal Ewers, Steffen Rheker, Stefan Klocke

Ist mittlerweile nicht nur in der Startaufstellung, sondern auch in der Torschützenliste wiederzufinden: Steffen Rheker