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11.09.2011

Spannung und Nervenkitzel im Köterbergderby

SV Kollerbeck siegt 3:1 in Fürstenau

Fürstenau (krü). Derbys gegen Fürstenau/Bödexen sind nichts für schwache Nerven! Nach dominanter erster Hälfte verschliefen die Kollerbecker den Wiederanpfiff, fingen sich prompt auch den Ausgleich und nach 65 Minuten fand ein jederzeit spannendes Spiel seinen Höhepunkt. Nach gelb-rot gegen Spielmacher Jakob Hertel wegen wiederholten Foulspiels solidarisierte sich ein anderer Spieler der Gastgeber mit seinem Mitstreiter und ging so rabiat auf den Schiedsrichter zu, dass dieser erst den roten Karton zeigte und kurz danach das Spiel sogar abbrach. Erst die Intervention von Trainer Norbert Dölitzsch und einigen besonnenen Spielern führte zur Rücknahme des Spielabbruchs und zur Fortsetzung der Regenpartie. Gegen 9 heimische Spieler hatte Kollerbeck nun leichteres Spiel und kam zum letztendlich glücklichen aber aufgrund der spieltechnischen Überlegenheit verdienten 3:1 Sieg. Kollerbecks Tore schossen Mario Mugabe, Stefan Klocke und Marc Neumann. Jakob Hertel egalisierte zwischenzeitlich zum 1:1.

Die erste Halbzeit gehörte ganz eindeutig dem SVK. Die Grün-Weißen ließen Ball und Gegner laufen, während der Gastgeber nur mit enormen Einsatz und englischem Kick-and-Rush operierte. Einzig die Chancenausbeute und der letzte fehlende Kick waren es, den man seitens der recht zahlreichen Kollerbecker Zuschauer monieren konnte.
 
So blieb es bei insgesamt auch nur drei Chancen in 45 Minuten. Dass eine dieser Chancen zum Führungstor durch Mario Mugabe führte, lag am enormen Einsatz von Mittelfeldstratege Michael Meyer. Der lange Schlacks eroberte sich den Ball an der Mittellinie, spurtete selbst dem Leder hinterher, doch Mario Mugabe war einen Tick schneller am Ball und konnte so mutterseelenallein auf den Fürstenauer Keeper zulaufen. Beeindruckend, wie abgeklärt und sicher er den Ball zum 1:0 dann am Torwart vorbei in die Maschen schob (20. Spielminute).
 
Nach dem Seitenwechsel bot sich den Zuschauern ein recht eigenartiges, aber leider auch bekanntes Bild. Kollerbeck schob sich den Ball in Höhe der Mittellinie sicher zu und Fürstenau/Bödexen wartete etwa zehn Meter vor dem eigenen Sechszehner auf Fehler der Dölitzsch-Truppe. Wieso man hier nicht ähnlich dominant wie im ersten Abschnitt den Druck erhöhte und auf das vielleicht vorentscheidende 2:0 spielte, bleibt die große Frage. 
 
Als dann die Partie in der 52. Spielminute für etwa 6 Minuten wegen eines Gewitters unterbrochen wurde, dachten viele, es gäbe in der Kabine das notwendige Donnerwetter von Norbert Dölitzsch. Doch nach dem Wiederanpfiff war von einer taktischen Änderung nichts zu spüren. Im Gegenteil. Genau mit der ersten Aktion kam Fürstenau/Bödexen zum Ausgleich. Nach einer Ecke brachten die Kollerbecker den Ball nicht aus dem eigenen Strafraum und aus dem Gewühl heraus donnerte Jakob Hertel das Leder unhaltbar ins untere lange Eck.
 
Jetzt erinnerten sich viele mitgereiste Kollerbecker ans letzte Spiel in Fürstenau. Auch damals war Kollerbeck lange überlegen, doch am Ende führte zu zögerliches Spiel zu einer klassischen Packung. Diesmal sollte es allerdings nicht dazu kommen. Das lag aber weniger an der spielerischen Leistung der Grün-Weißen, als vielmehr an der Undiszipliniertheit der Gastgeber. Schon früh mit zahlreichen gelben Karten wegen harten Spiels oder Meckerns belastet, leistete sich in der 65. Spielminute Jakob Hertel an der Mittellinie ein völlig überflüssiges Foul. Aufgrund der bereits in der ersten Halbzeit erhaltenen gelben Karte, konnte der Schiri jetzt nur gelb-rot geben. 
Dieser Feldverweis brachte den kurz zuvor eingewechselten Rechtsaußen der Blau-Weißen derart in Rage, dass er erst rot bekam und dann auch noch nach dem Schiedsrichter schlug. Dieser brach das Spiel sofort ab, aber das Einreden und die Beruhigung durch Norbert Dölitzsch und einige Führungsspieler beider Mannschaften überzeugten den Unparteiischen, das Spiel zu Ende zu bringen.
 
Nach der derben Dezimierung stand von nun an Fürstenau/Bödexen nur noch vor dem eigenen Sechszehner. Kollerbeck verstand es immerhin dann doch noch, die so sehr herbei gesehnten Tore zum Auswärtssieg zu schießen. Beide Male führten Sonntagsschüsse zur Erhöhung des Ergebnisses. Erst war es in der 71. Spielminute Marc Neumann, der aus gut 30 Metern einfach drauf hielt und vier Minuten später war es Stefan Klocke, der sich einen schon verlorenen Ball im Strafraum zurück eroberte und mit einem satten Schuss ins linke untere Toreck den 3:1-Endstand  klar machte.
 
Unter dem Strich ein verdienter Sieg, der aber zu sehr an die Nerven ging. Und das auch nur, weil die Kollerbecker ihr überlegenes Spiel nicht fortsetzten, sondern es mit Ballsicherung versuchten.
 
Der SV Kollerbeck spielte in folgender Aufstellung: Sascha Niemeier, Christian Föst, Martin Rheker, Marc Neumann, Alexander Rheker, Pascal Ewers, Mario Mugabe (78. Kevin Mönks), Torben Rheker (70. Lukas Meyer), Stefan Klocke, Michael Meyer, Mikael Grunwaldt (46. Pascal Wegener)