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15.06.2012

Es hat nochmal gemeyert!

SVK I beendet Saison 2011/12 mit einem 3:1 im Nethetal

(luw) Mit einem etwas glücklichen Sieg in Riesel beendet der SV Kollerbeck eine Saison 2011/2012, die als eine der besten Spielzeiten der Vereinsgeschichte in die Kollerbecker Annalen eingehen wird. Dass sie gleichzeitig auch als eine der unglücklichsten Serien in Erinnerung bleiben wird, das liegt vor allem an einem FC Stahle, der in diesem Jahr eben wie von einem anderen Fußballstern daherkam. Aber sei es drum: Am Ende stehen für den SVK 24 Siege bei nur vier Niederlagen und zwei Unentschieden zu Buche. Das macht summa summarum 74 Punkte bei 105 Toren. Davon steuerten die letzten drei die Meyers bei. Denn in Riesel trafen neben Michael und Lukas Meyer auch „Oldie“ Meinolf „Meier“ Köhne.

Mario Mugabe: Zerrung. Stefan Klocke: London. Martin Rheker: Fortbildung. Marc Neumann: krank. Und Pascal Wegener: ebenfalls abwesend. Der zu kompensierende Ausfall bei den Grün-Weißen war durchaus namhaft. Im Vergleich zum letzten Spiel gegen Bergheim stießen also Sascha Niemeier, Martin Skatulla, Alexander Rheker, Pascal Ewers und Kevin Mönks in die Startelf. Unter diesen Voraussetzungen war natürlich damit zu rechnen gewesen, dass der SVK ein wenig Zeit benötigen würde, um gegen die galligen Gastgeber aus dem Nethetal ins Spiel zu kommen. Dass aber bereits nach vier Minuten der Ball im eigenen Kasten liegen würde, daran wiederum hatte auch niemand so recht geglaubt. Dass es jedoch genau so kam, daran hatte Keeper Sascha Niemeier maßgeblichen Anteil: „Irgendwie war ich scheinbar noch nicht so richtig wach“, gab der Papenhöfener nach dem Spiel etwas kleinlaut zu Protokoll. Machen wir es kurz: Er ließ einen bereits mehr als sicher geglaubten Schuss aus 20 Metern durch Hände und Beine ins Tor rollen. So einfach ist manchmal der Fußball. 
 
Auch in der Folgezeit behielt der FC Nethetal die Oberhand in einem Spiel, das vor allem durch Kampf und Leidenschaft geprägt war und nicht so sehr durch spielerische Klasse. Viel zu viele Fehlpässe auf beiden Seiten verhinderten einen schmackhaften Fußballabend. Gleichwohl kamen die Gastgeber immer mal wieder zu mittelguten Chancen, die dann jedoch ebenso mittelmäßig vergeben wurden. So durfte er sich eigentlich auch nicht beschweren, als die erste richtige Torgelegenheit für den SVK in der 43. Spielminute zum Ausgleich führte. Pascal Ewers hatte über links die Vorarbeit geleistet und schön auf den mitgeeilten Michael Meyer gepasst. Der ließ sich die Butter nicht mehr vom Brot nehmen und netzte gelassen ein. 
 
So stand es 1:1 in einer Halbzeitpause, in der Norbert Dölitzsch einmal mehr recht zufrieden war: „Die Nethetaler haben gut angefangen. Wir haben jetzt aber gut geantwortet und sind wieder im Spiel.“
 
Das hätte Anfang des zweiten Durchgangs aber auch ganz schnell wieder ganz anders aussehen können. Zweimal mehr stand jetzt wieder Sascha Niemeier im Brennpunkt. Während er in der 50. Spielminute noch fulminant rettete, leistete er sich in der 59. Spielminute seinen zweiten Fauxpas in diesem Spiel. Wieder ließ er einen an und für sich sicheren Ball durch die Hände gleiten. Wie und warum der Nethetaler Spieler dieses Geschenk allerdings nicht annahm, diese Antwort wird der Angreifer wohl heute Abend mit ins Bett nehmen. Fakt ist, dass er den gemächlich vor sich hin rollenden Ball aus maximal sieben Metern über das leere Tor schlug. Vor Scham versank er postwendend im Boden.
 
In der 75. Spielminute wendete sich dann das Blatt endgültig zugunsten des SV Kollerbeck. Mustergültig führte ein Konter zur Kollerbecker Führung. Wieder war Pascal Ewers der Vorbereiter zum Torerfolg gewesen. Im Gegensatz zum ersten Tor setzte er sich allerdings dieses Mal auf der rechten Seite durch. Abnehmer des Musterpasses war der kurz zuvor eingewechselte Meinolf Köhne, der aus längst vergessen geglaubten Zeiten natürlich immer noch ganz genau weiß, wie man das Runde in das Eckige zu befördern hat. Dass der Torwart dabei gar nicht krabbelte, wird der Routinier dabei mit Sicherheit verschmerzen können. 
 
Der FC Nethetal machte jetzt zwar kurzzeitig noch einmal ein wenig Druck. Spätestens mit dem 3:1 in der 82. Spielminute war der dann aber auch aus dem Kessel raus. Dieses Mal war es Vorbereiter Michael Meyer gewesen, der in unnachahmlicher Art ein Drittel der gegnerischen Mannschaft inklusive Torwart in deren Sechzehner ausspielte und auf seinen Bruder Lukas quer legte. Dessen Aufgabe war dann mehr Fleiß- als Schweißarbeit und das Tor nur noch Formsache.
 
Somit kann nach dem köstlichen 30-Gängemenu und dem fußballerischen Festschmaus am letzten Sonntag durchaus auch das Dessert als gelungen bezeichnet werden. Es kam zwar mehr als schweres Mousse au Chocolat und weniger als locker-leichtes Soufflé daher. Lust auf mehr hat er aber in jedem Fall gemacht. Und so freuen wir uns schon jetzt auf die neue Saison mit hoffentlich genau so vielen Punkten, dafür aber mit weniger Stahlern als in diesem Jahr. Danke, Jungs, für die tollen Momente in der Saison 2011/2012. Und Glückwunsch nach Stahle!
 
Der SV Kollerbeck spielte in folgender Aufstellung: Sascha Niemeier, Jens Schölzel, Mikael Grunwaldt, Torben Rheker (85. Torben Rheker), Michael Meyer, Pascal Ewers, Lukas Meyer, Christian Föst, Martin Skatulla, Alexander Rheker, Kevin Mönks (67. Meinolf Köhne)

Den Blick immer nach Vorne gerichtet: Die Handschrift des Trainers war auch in diesem Jahr überdeutlich