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19.08.2012

Alle Neuzugänge gleich am ersten Spieltag gefordert

Packender 2:1-Sieg gegen „Angstgegner“ TuS Hembsen

Kollerbeck (krü). Der TuS Hembsen bleibt weiterhin der unbequeme „Angstgegner“ des SV Kollerbeck. Im ersten Spiel der neuen Saison 2012/2013 gewannen die hoch favorisierten Kollerbecker knapp aber verdient mit 2:1 Toren. Christian Föst und Michael Meyer drehten die 1:0-Pausenführung der Gäste bei subtropischen Temperaturen mit zwei wunderschönen 25-Meter-Distanzschüssen noch in einen Heimsieg um. Kollerbeck musste gleich im ersten Saisonspiel alle verfügbaren sieben Neuzugänge einsetzen, um die verletzungs- und urlaubsbedingten Ausfälle der Stammkräfte des letzten Jahres ausgleichen zu können. Eine Situation, mit der gerade zu Beginn dieser Saison niemand rechnen konnte.

Mario Mugabe, Pascal Ewers, Martin Skatulla, Marc Neumann und die kurzfristig nicht mehr verfügbaren Torben Rheker und Pascal Wegener standen SVK-Coach Norbert Dölitzsch vor dem Anpfiff allesamt nicht zur Verfügung. Dass die Grün-Weißen dennoch nach 90 schweißtreibenden Minuten den Platz als Sieger verließen, zeugt nach Aussage des Kollerbecker Coaches von der guten körperlichen Verfassung und der starken Moral, die im Team vorhanden ist. „Bei diesem Wetter eine Pausenführung der Gäste noch umzudrehen, ist aller Ehren wert“, freute sich der SVK-Coach nach dem spannenden und teilweise nervenaufreibenden Match.
 
Dass angesichts von fünf Neuzugängen in der Startelf noch nicht alles nach Maß laufen konnte, wird kaum jemanden unter den etwa 100 Zuschauern auf dem Kollerbecker Brink verwundern. Und dennoch überraschte der SVK doch von der ersten Minute an mit einem enorm hohen Tempo und auch mit einem bemerkenswerten Einsatzwillen. Dass das Chancenverhältnis zum Seitenwechsel 7:2 für Kollerbeck stand, untermauert eindrucksvoll den Siegeswillen der Grün-Weißen. Dass es aber vom Ergebnis her 0:1 stand, zeigte doch ein Manko auf, das schon in den letzten Vorbereitungsspielen zu beobachten war. Kollerbeck braucht vorne zu viele Chancen, um ein Tor zu erzielen und hinten klappt es einfach noch nicht mit der Abstimmung untereinander.
 
So war das erste Gegentor der neuen Saison auch ein glasklares Abziehbild aus dem Kreispokalspiel gegen Beverungen. TuS-Angreifer Daniel Groppe ließ auf Kollerbecker Seite Andreas Koch und Alexander Rheker mit einer Körpertäuschung ins Leere laufen und schon stand es nach einem satten Flachschuß 1:0 für Gelb-Schwarz (19. Spielminute). Bei Kollerbeck waren dagegen viele gute Einschußmöglichkeiten zu verzeichnen, aber allein was zählt, sind Tore. Und die wollten zumindest im ersten Durchgang noch nicht fallen.
 
Stefan Klocke hatte in der 6. Minute die erste SVK-Chance, direkt danach verpassten es die beiden Föst-Brüder (6. und 7. Minute), den SVK in Front zu bringen. In der 23. Minute war es Neuzugang Jan Dyballa, der die Kollerbecker Fans schon zum Torschrei animierte, doch mit einer Glanzparade konnte Gäste-Keeper Tim Müller das Leder um den Pfosten drehen. Bis zum Seitenwechsel waren es dann noch Alexander Rheker, Martin Rheker und Michael Meyer, die aussichtsreich scheiterten. Doch allen blieb es bis dato vorenthalten, für den ersten Torschrei auf Kollerbecker Seite zu sorgen.
 
Direkt nach dem Wechsel hatte zumindest der Kollerbecker Anhang mit einer Druckoffensive gerechnet, doch die nächsten fünf Minuten gehörten zur Verwunderung aller zunächst einmal dem Gast. Der hatte dann auch zwei glasklare Chancen, um den Sack frühzeitig dicht zu machen. Beide Male vergaben die sehr kampf- und konditionsstarken  Gäste nur äußerst knapp. Hier erinnerten sich nicht wenige SVK-Fans an das 1:1 im letzten Jahr oder an das „historische“ 3:4 vor drei Jahren, als Hembsen sogar einen 0:3-Rückstand umbog.
 
Die Erlösung auf Kollerbecker Seite gab es dann in der 55. Minute, als Christian Föst aus 25 Metern volley abzog und das Leder unhaltbar unten links vom Keeper einschlug. Dieser Treffer wirkte wie eine Befreiung. Ab da war es nur noch der SVK, der Druck machte und auf den Siegtreffer hinarbeitete. Allerdings war zu jeder Zeit die Gefahr eines Gegentreffers durch Hembsen zu spüren, weil die Gäste mit ihren nunmehr spärlicheren Angriffen immer wieder für Prickeln in der Kollerbecker Hintermannschaft sorgte.
 
So dauerte es glücklicherweise auch nur bis zur 70. Minute, ehe Michael Meyer mit einem ebenfalls aus 25 Metern abgezogenen Freistoß zum 2:1 erfolgreich war. Dieser Treffer war fast eine Kopie des ersten Kollerbecker Saisontreffers durch Christian Föst. Kurz vor Schluss kamen dann auch noch die beiden Kollerbecker Eigengewächse Marvin Köhne und Jonas Stecker zu ihrem A-Liga-Debut.
 
Am kommenden Donnerstag muss der SVK zum arg geschröpften TuS Amelunxen reisen, ehe dann am nächsten Sonntag schon das nächste Heimspiel im Rehbergstadion ansteht. Eine Konstellation, die der Dölitzsch-Truppe angesichts der derzeitigen Personalmisere in die Karten spielt. Zumal wenn man bedenkt, dass die Spiele gegen die beiden anderen Topfavoriten TIG Brakel und Brenkhausen/Bosseborn, die gleich am ersten Spieltag mit Kantersiegen aufhorchen ließen, erst im Oktober anstehen. Dann müsste sich der SVK gefestigt und eingespielt haben. Allerdings sollte man sich nicht all zu viele Nervenspiele wie gegen Hembsen erlauben. Denn so ab und an können solche Partien trotz drückender Chancenüberlegenheit auch mal in die Hose gehen.
 
Der SVK spielte mit: Sascha Niemeier, Alexander Rheker, Martin Rheker, Dominik Abitz, Andreas Koch, Stefan Klocke (87. Jonas Stecker), Michael Meyer, Christian Föst, Sven Abitz (59. Lukas Meyer), Jan Dyballa, Raphael Föst (84. Marvin Köhne)

Aus den Kollerbecker Torschützenlisten mittlerweile nicht mehr wegzudenken: Defensivspieler und Offensiv-Wunderwaffe Christian Föst