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28.10.2012

Die große ausgelassene Chance

SVK vs. SV Fürstenau/Bödexen 1:1

(luw) Der SV Kollerbeck schafft es auch im dritten Heimspiel in Folge nicht, als Sieger vom Platz zu gehen. Gegen einen Abstiegskandidaten aus Fürstenau und Bödexen reichte es nach der Niederlage gegen Höxter und dem Remis gegen Vinsebeck wieder nur zu einem Remis. Dabei hätte den Kollerbeckern ein Sieg so gut zu Gesicht gestanden. Immerhin hatte der SV Brenkhausen sein Spiel – das stand bereits zur Halbzeit fest – in Höxter nicht gewinnen können. Die große Chance war also da, den Sieg des letzten Spieltages gegen Brenkhausen zu vergolden. Doch dies wollte einfach nicht gelingen. Pechvogel des Tages war Kapitän Pascal Ewers, der einen Strafstoß in der 85. Spielminute nicht im Tor unterbringen konnte. So blieb es bei dem einen Tor durch Sven Abitz und dem einen Punkt.

„Leute, eigentlich muss ich nur diesen einen Satz sagen: Brenkhausen hat in Höxter nur unentschieden gespielt. Also wacht endlich auf und gebt Gas!“ Die Worte von Norbert Dölitzsch in der Halbzeitpause waren deutlich. Vorausgegangen war eine Halbzeit mit Fußball zum Abgewöhnen. Zugegeben, von Fürstenau und Bödexen kann man zum gegenwertigen Zeitpunkt nicht viel mehr verlangen. Dass sie über den Kampf zu Punkten gegen den Abstieg kommen wollen, war ihnen nicht zu verdenken. Der SV Kollerbeck jedoch passte sich nahtlos dem Spielniveau an und ließ die Kollerbecker Zuschauer ein ums andere Mal erschauern. Glücklicherweise spielte das Wetter mit. So passten wenigstens die äußeren Umstände und die Sonne schaffte das, was das Spiel nicht vermochte: sie erwärmte.
 
Lange, lange mussten die Zuschauer warten, bis es endlich einmal zu Torgelegenheiten kam. Geschlagene dreißig Minuten dauerte es dann auch, bis die Kollerbecker Sympathisanten zum ersten Mal den Torschrei auf den Lippen hatten. Lukas Meyer war frei vor dem gegnerischen Keeper aufgetaucht, konnte ihn aber nicht überwinden. Überhaupt war der Gästekeeper heute der beste Mann auf dem Feld gewesen. Katzengleich machte er nicht nur diese Chance zunichte, sondern vereitelte ebenso gekonnt die zweite und letzte Kollerbecker Chance in Halbzeit Nummer eins. Wieder war es Lukas Meyer gewesen, der ihn – dieses Mal für ihn untypisch mit dem Kopf – in der 45. Spielminute getestet hatte.
 
Auf der anderen Seite hätte auch der Gast von jenseits des Köterbergs bei konsequenter Konterausbeute durchaus ein Törchen machen können. So ging das Halbzeitresultat von 0:0 durchaus in Ordnung.
 
Glücklicherweise brachte dann der zweite Durchgang etwas mehr Elan, wenngleich nur kaum erkennbar höheres Niveau, auf den Platz. Der SV Kollerbeck war nun gewillt, die Steilvorlage aus Höxter nicht ungenutzt zu lassen. Allein es wollte nicht gelingen. „Ich sehe ja, dass der Wille da ist. Aber mehr auch nicht!“ Norbert Dölitzsch war recht zeitnah desillusioniert.
 
Geschockt wird er dann in der 65. Spielminute gewesen sein. Denn der SV Fürstenau/Bödexen ging tatsächlich 1:0 in Führung. Vorausgegangen war ein Konter, an dessen Ende Sascha Niemeier zwar noch seine Finger an den Ball bekommt. Allein die entscheidende Richtungsänderung wollte nicht gelingen und der Ball lag zum Entsetzen der Kollerbecker Zuschauer im eigenen Kasten.
 
Das wiederum wollte Norbert Dölitzsch nicht auf sich sitzen lassen. Er reagierte prompt und brachte Sven Abitz für Lukas Meyer und den einigermaßen erkältungsgenesene Marc Neumann für Martin Skatulla. Beide Einwechselspieler sollten noch ihre Rolle in diesem Stück spielen.
 
Denn Sven Abitz ist es gewesen, der zum einen in der 72. Spielminute nach Lattenschuss von Andreas Koch zum 1:1 abstauben konnte und zum anderen in der der 85. Spielminute den Strafstoß herausholte. Der Titel „man of  the match“ wäre dem Neuzugang also sicher gewesen, hätte – ja hätte – Pascal Ewers das Angebot denn angenommen und eingelocht. Stattdessen scheiterte unser Kapitän mit seinem etwas läppischen Schuss aus elf Metern am guten Torwart und es blieb schlussendlich bei einem 1:1, das naturgemäß den Gast aus Fürstenau jubeln ließ.
 
Dass Marc Neumann mit zwei Fouls, über deren Qualität trefflich streiten kann, ab der 88. Spielminute wieder neben dem Platz stand, ist da nur eine Randnotiz zu einem Spiel, das womöglich als „die große ausgelassene Chance“ in die Jahreschroniken des SVK eingehen wird. Dumm ist nämlich, dass ein Sieg gegen Brenkhausen eben auch nur drei Punkte bringt. Wenn dann wieder deren zwei gegen einen Underdog verloren gehen, dann ist der Sieg vom letzten Wochen eben nicht viel mehr wert als eine schöne Erinnerung. So bitter das auch klingt!
 
Der SVK spielte mit: Sascha Niemeier, Christian Föst, Lukas Meyer (65. Sven Abitz), Raphael Föst, Martin Rheker, Martin Skatulla (65. Marc Neumann), Alexander Rheker, Dominik Abitz, Andreas Koch, Pascal Ewers, Michael Meyer

Als Joker einen Treffer erzielt und einen Elfmeter rausgeholt: Sven Abitz