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11.11.2012

SVK liefert Spiel für die Geschichtsbücher

9:2-Sieger nach 1:2-Rückstand in Hembsen

Hembsen (krü). So etwas hat es lange nicht mehr gegeben. Bis zur 55. Spielminute lagen die Kollerbecker beim unmittelbaren Verfolger TuS Hembsen mit 1:2 Toren im Hintertreffen, um dann nach 90 Minuten den Platz als 9:2-Sieger zu verlassen. Traumfußball wie man ihn so wohl noch niemals von der Dölitzsch-Truppe gesehen hatte prägte die letzten 35 Minuten gegen eine bis dato kämpferisch ebenbürtige Gastgeberelf. Michael Meyer, Christian Föst und Stefan Klocke waren jeweils doppelt erfolgreich und Pascal Ewers schaffte es sogar dreimal, den wirklich nicht schlechten Hembser Torsteher zu überwinden.

„In manchen Szenen hätte man sich eine Zeitlupe gewünscht“, meinten nicht wenige der mitgereisten Fans. Bei bestem Fußballwetter brannten die erstmals ganz in schwarz gekleideten Kollerbecker in der zweiten Halbzeit ein wahres Feuerwerk ab. Spielfreude gepaart mit Traumkombinationen und Toren aus dem Fußballlehrbuch ließen die Zuschauer jedweder Couleur ins Schwärmen geraten. „Die Zuhausegebliebenen werden noch monatelang dieses Spiel vorgekaut kriegen“, war denn auch ein Kommentar, der beim glückseligen Verlassen des Bahndammstadions fiel.
 
Im ersten Spiel der Rückserie lieferten sich beide Teams in der ersten Hälfte ein Spiel auf Augenhöhe. Kollerbeck hatte wie so oft die größeren Spielanteile und auch die Mehrzahl der Chancen, aber Hembsen war aufgrund unbändigen Kampfgeistes jederzeit brandgefährlich. Und so verwunderte es nicht unbedingt, als der TuS urplötzlich nach 29 Spielminuten in Führung ging. Andreas Koch wehrte einen Ball etwas unglücklich nach vorne ab, und mit der ersten Chance für Hembsen überhaupt fiel der Führungstreffer für die Gelb-Schwarzen.
 
Bis dahin hatten Christian Föst (17.) und Michael Meyer in der 18. Minute sowie Sven Abitz (18.) die besten Kollerbecker Chancen. Überhaupt waren die Gäste die ersten 25 Minuten durchweg spielbestimmend, doch nachdem nichts Zählbares heraus springen wollte, ließ man die Zügel ein wenig schleifen und prompt kam Hembsen ins Spiel. Zum Glück wurde der Gegentreffer aber als Wachrüttler aufgenommen. Martin Skatulla wühlte sich in der 36. Minute in den Strafraum, und als er förmlich eingekeilt wurde, pfiff der Schiri auch sofort Elfmeter.
 
Während jetzt alle Kollerbecker Spieler und Zuschauer skeptisch schauten, was nach den verschossenen Strafstößen aus den letzten Spielen passieren würde, zeigte Michael Meyer sofort, was Sache ist. Von der ganzen Körpersprache her untermauerte der Mittelfeldregisseur seine Entschlossenheit und schaffte so den 1:1-Ausgleich aus 11 Metern.
 
Nach dem Wechsel dauerte es gerade mal 20 Sekunden, bis Kollerbeck die Chance zum Führungstreffer hatte, doch Stefan Klocke schoss nach einem Konter selbst, statt auf den besser postierten Pascal Ewers zu flanken. Und wie es dann kommen musste, so kam es auch. Nur zwei Minuten nach dieser Großchance ging Hembsen erneut in Führung. Kollerbeck hatte auf Abseits gespielt und so stand mit einem Male der Linksaußen der Gastgeber völlig frei vor Sascha Niemeier. Sein trockener Direktschuss bedeutete die erneute Führung für die Kaletta-Elf.
 
Duplizität der Ereignisse dann sechs Minuten Später. Diesmal war es Michael Meyer, der sich in den Strafraum gespielt hatte, und an der Sechszehnerkante wurden ihm die Beine weggezogen. Den fälligen Elfer verwandelte Christian Föst zum erlösenden 2:2 Ausgleich. Die nächsten Minuten vergingen mit gegenseitigem vorsichtigen Abtasten, weil jeder dachte, der nächste Treffer würde entscheidenden Charakter haben. Und genauso sollte es dann auch kommen. Allerdings völlig anders, als angenommen. Denn das wunderschön heraus gespielte 3:2 für Kollerbeck in der 64. Spielminute (Flugkopfball Pascal Ewers nach Zuspiel Michael Meyer) bedeutete nicht den Endstand, sondern den Auftakt zu einer Phase, wie sie so wohl noch niemand vom SVK gesehen hatte.
 
Jetzt gelang den Kollerbeckern förmlich alles. Dem 4:2 durch Christian Föst in der 73. Minute ging noch eine Schrecksekunde nach einem Patzer von Martin Rheker voraus, doch jetzt waren alle Dämme gebrochen. 74. Minute 5:2 durch einen wunderschönen Heber von Pascal Ewers, 78. Spielminute 6:2 durch Stefan Klocke, 81. Minute 7:2 durch erneut Pascal Ewers, 85. Minute 8:2 durch Stefan Klocke und der 9:2 Endstand fiel in der 87. Minute durch Michael Meyer. Überhaupt war Michael Meyer bis auf das 8:2 (hier bediente Andreas Koch Stefan Klocke) an allen Toren als Schütze oder Vorgabengeber beteiligt.
 
Klar. Hembsen ließ nach dem 4:2 die Köpfe hängen. Aber die Souveränität und die spieltechnische Fertigkeit, gepaart mit tollen Kombinationen, die Kollerbeck in den letzten 18 Minuten an den Tag legte, war allererste Sahne. So macht Fußball einfach nur Spaß. Und um sich auch zu wiederholen: Jeder, der dieses Spiel verpasst hat, wird auch nicht von Berichten oder Erzählungen die wahre Klasse dieses Spiels erahnen können.
 
Der SVK spielte mit: Sascha Niemeier, Martin Rheker, Dominik Abitz, Andreas Koch, Marc Neumann, Martin Skatulla, Michael Meyer, Christian Föst (83. Jens Schölzel), Pascal Ewers, Sven Abitz (83. Pascal Wegener), Raphael Föst (33. Stefan Klocke).

Spielte wieder einmal mit viel Überblick und übernahm Verantwortung beim ersten Elfmeter: Michael Meyer