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08.09.2015

Josef Struck holt 38. Platz in Hamburg

Kollerbecker Radsportler lässt mehr als 8000 Konkurrenten hinter sich

(von Konrad Krüger) „Mein Herz pochte bis zum Hals. Ich war noch nie so aufgeladen, wie diesmal“, meinte Josef Struck (46) zwei Tage nach den Hamburger Vattenfall Cyclassics am 23. August. Die Anspannung und Nervosität sollten sich aber auszahlen. Bei seinem ersten Rennen belegte der Kollerbecker Ausdauersportler einen nie für möglich gehaltenen 38. Platz unter 7990 Finishern. Obwohl er als Neuling in Hamburg aus einer hinteren Gruppe starten musste und somit unzählige Radsportler vor sich hatte, schaffte er mit einer Endzeit von 2:34,22 Stunden eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 41,2 Kilometer auf der 106 Kilometer langen Distanz.

Wochen- ja monatelang hatte sich Josef Struck auf dieses Highlight vorbereitet, als feststand, dass er keine Karte für den Ötztal-Marathon zugelost bekommen hatte. „Nachdem ich aufgrund meiner Achillessehnenprobleme die diesjährige Laufsaison abhaken konnte“, habe ich mich ganz aufs Radfahren konzentriert. Gemeinsam mit Achim Rubel aus Schwalenberg kletterte er im Solling die Berge hoch oder holte sich Tempoausdauer an der Weser. Alles was im Bereich bis 150 Kilometern in der hiesigen Region lag, wurde unter die Räder genommen. Die Kumpels aus der Kollerbecker Radsportgruppe winkten sofort ab, wenn sie hörten, „Jolle“ fährt mit. Die über 6.000 Trainingskilometer blieben schließlich nicht ohne Wirkung. Im Verein fuhr er alles in Grund und Boden und lediglich der erfahrene Achim Rubel traute sich am Ende noch mit Josef Struck zu trainieren.
 
In den letzten Wochen vor den Cyclassics wurde noch einmal speziell auf das Rennen hin trainiert. Nichts sollte dem Zufall überlassen bleiben. Und so reisten die beiden Trainingskollegen schon am Samstag an, um ausgeschlafen und bestens vorbereitet an den Start gehen zu können. Sonntag morgens ging es dann für die Erste Startgruppe um halb neun bei bestem Wetter auf die Strecke. Josef Struck und Achim Rubel starteten eine halbe Stunde nach der A-Gruppe. Von der Startlinie an hielt sich Josef Struck weitgehend auf der linken Straßenseite, um den in Hamburg so gefürchteten Stürzen aus dem Weg zu gehen. Die mehr als 8.000 gestarteten Sportler dezimierten sich so auf immer noch beachtliche 7.990, die am Ende den Zielstrich überquerten.
 
Nicht auszudenken, wenn „Jolle“ gemeinsam mit den ersten auf die Piste gegangen wäre. Am Ende trennten ihn nur läppische 2:53 Minuten vom Sieger dieses Jedermann-Rennens. Kopf an Kopf mit den stärksten wäre alles möglich gewesen. Achim Rubel erreichte in 2:49,22 den tollen 26. Platz in der Altersklasse M65.
 




Ein symptomatisches Bild für Josef Struck in Hamburg. Als Lokomotive vor einer Gruppe Radsportlern rollte der Kollerbecker das Feld von hinten auf und landete am Ende ganz weit vorne.