Bombenleistung trotz Rahmenbruch

Aktualisiert: 19. Juni 2019

(Konrad Krüger)

Kollerbecker Radsportler beim Rhönmarathon erfolgreich


Bimbach (krü). „Uns hat keiner überholt. Wir sind überaus zufrieden“, kommentierten Josef Struck und Johannes Niemann ihre erste Teilnahme am Rhönmarathon. Über das Pfingstwochenende absolvierten die beiden Radsportler des SV Kollerbeck insgesamt 436 Kilometer und unvorstellbare 7800 Höhenmeter in der Nähe von Fulda. Dass diese Distanzen in einem Schnitt von 30,3 und 28,7 Kilometer pro Stunde runtergespult wurden zeigt, welch enorme Leistung die Beiden abgeliefert haben. Dass Josef Struck kurz vor Schluss sogar noch einen Rahmenbruch wegstecken musste, setzt dem ganzen Vorhaben noch die Krone auf.


Dass solche Leistungen nicht von ungefähr kommen, zeigt ein Blick auf das Vorbereitungsprogramm der beiden Radsportler. Beide hatten Anfang Juni bereits 6000 Straßenkilometer in den Beinen. Gut 15 Distanzen zwischen 150 und über 200 Kilometer wurden abgespult. Dass dabei jeder sich bietende Anstieg mitgenommen wurde, dürfte nicht überraschen. Und nicht nur in der Radsportszene sind die beiden „Radverrückten“ bekannt. Dem aufmerksamen Beobachter werden die Namen Struck und Niemann auch aus der Volkslaufszene bekannt sein. Beide können auch hier beachtliche Resultate vorweisen.

Bestens vorbereitet und hoch motiviert hatten sich die Rennradfahrer für 3 Nächte in Fulda eingemietet. Am Pfingstsamstag ging das Abenteuer „30. Rhönmarathon“ morgens um 7 Uhr mit gut 7000 weiteren Radsportlern in Bimbach los. Eigentlich hatten die Zwei geplant, sich einer leistungsgleichen Gruppe anzuschließen, doch spätestens, wenn es in die Anstiege ging, waren die anderen Mitfahrer, denen man sich unterwegs angeschlossen hatte, abgehängt. „Die waren einfach zu langsam“, schmunzelten Josef „Jolle“ Struck und Johannes Niemann.

Nach 5:33 Stunden bei sehr böigen Winden und niedrigen Temperaturen hatten die beiden Kollerbecker 180 Kilometer und 2900 Höhenmeter abgespult. Allerdings waren sich beide nicht sicher, ob sie am ersten Tag nicht zu viele Körner gelassen hatten und am Pfingstsonntag dafür büßen müssten.

Aber alle Befürchtungen selbst vor der unbekannten Strecke waren umsonst. Auch am zweiten Tag klappte alles Bestens. Wenn man mal vom Rahmenbruch von „Jolle“ absieht. Bei Kilometer 200 gab es ohne erkennbaren Grund einen lauten Knall und schon war der Alurahmen des hochwertigen Rennrads durchgebrochen. Zum Glück auf gerader Strecke. Und zum Glück nur zwei Kilometer vor der nächster Verpflegungsstelle.

Ein zufällig sich in der Nähe befindlicher „Besenwagen“ war die Rettung. Ein ausgestiegener Radfahrer lieh Josef Struck sofort sein eigenes Rad aus, so dass die letzten 60 Kilometer trotz deutlich zu kleiner Maschine noch absolviert werden konnten. Dass die 256 Kilometer in 8:45 Stunden und mit einem 28,7er Schnitt zu Ende gebracht werden konnten zeigt, dass die beiden Kollerbecker Rennradfahrer sich derzeit in blendender Verfassung befinden. Die sportlichen Resultate insbesondere von Josef Struck verblüffen umso mehr, als dass er immerhin schon 51 Jahre alt ist.

In den nächsten Tagen wollen es beide nach diesen doch nicht unerheblichen Strapazen etwas ruhiger angehen lassen. Doch wer die Beiden kennt, weiß nur zu genau, dass diese Aussage nicht lange Bestand haben wird. „Im September sind die Hamburg Cyclassics“, fällt dann schon mal eher beiläufig im Gespräch. Und wer sich in der heimischen Radsportszene auskennt, wird sich nicht wundern, wenn die „guten Beine“, die Josef Struck immer wieder gerne anführt, ihn zu neuen „Heldentaten“ anstacheln.





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