Geselligkeit und sportliche Höchstleistungen wechseln sich ab

Aktualisiert: Jan 6

Rückblick 2019 der Radsportgruppe im SV Kollerbeck


Von Konrad Krüger.


Die Radsportgruppe des SV Kollerbeck hat das gute Wetter im Jahre 2019 zu zahlreichen Ausfahrten genutzt, von denen hier nur die Besonderen Erwähnung finden können. Da sind neben den Radtourenfahrten (RTFs) die Saisoneröffnungsfahrt des SV Niese und die mehrtägigen Gruppentouren nach Mallorca anzuführen. Am Pfingstsamstag bedankte sich die Kollerbecker Radsportgruppe beim Nachbarverein aus Niese mit einem erstmals durchgeführten Volksradfahren. Neben diesen eher geselligen Veranstaltungen standen sportlich der 2. Wesertriathlon in Höxter, der Rhönmarathon und der Münsterland-Giro im Fokus der Kollerbecker Radsportler.

Früh im April hatte Björn Schrader vom SV Niese zu einer lockeren Fahrt zur Saisoneröffnung eingeladen. Gut 40 Radbegeisterte aus nah und fern waren der Einladung gefolgt, um in drei unterschiedlichen Gruppen, die nähere Umgebung zu erfahren. Neben einer Jedermanngruppe, die um die 30 Kilometer absolvierte gab es noch eine sportlicher ausgerichtete Gruppe, die über Bergheim und dem Schiedersee gut 50 Kilometer abspulte und eine Mountainbike-Gruppe, die es in die Wälder rund um den Köterberg trieb. Am Ende waren sich bei Speis und Trank in lockerer Runde alle einig, dass diese Veranstaltung zum festen Pensum im Jahreskalender werden soll.

Angelehnt an diese schöne Veranstaltung hat die Radsportgruppe des SV Kollerbeck dann den seit einigen Jahren vakanten Pfingstsamstag dazu genutzt, erstmals selbst wieder eine Radveranstaltung auf die Beine zu stellen. Ohne großes Brimborium und ohne großen Aufwand traf man sich kurz nach Mittag an den Sportplätzen, um in zwei bis drei Stunden-Touren unter fachkundiger Führung die heimische Gegend zu befahren. Dieses Volksradfahren soll auch in der Zukunft angeboten werden, um auf diesem Wege die Neugierde für diesen schönen Sport zu wecken und bereits sportlich Aktive für die Fahrt in der Gruppe zu begeistern.

Im Mai stand dann für insgesamt acht Kollerbecker Radsportler die schon obligatorische Malle-Woche auf dem Programm. Josef und Annemarie Raders, Elmar und Brigitte Klocke, Konrad und Maria Krüger, sowie Johannes Lensdorf und Georg Fuhrmann erlebten bei vorwiegend frühlingshaften bis sommerlichen Temperaturen erneut eine Woche, die man so schnell nicht vergisst. Gänzlich ohne professionelle Guide-Führung wurden Touren quer über die Insel von Alcudia im Norden bis in die Inselhauptstadt Palma im Südwesten unternommen. Während ein Teil der Gruppe mit dem Bus die Heimreise antrat, nutzten andere das schöne Wetter, um über Llucmajor, Algaida, Petra und Can Picafort zurück zur Platja de Muro zu fahren.

Der so genannte Küstenklassiker stand an einem anderen Tag auf dem Programm, während eine Gruppe mehr die nähere Umgebung im Norden der Insel erkundete, fuhren die sportlicher Ambitionierten frühmorgens mit dem Bus bis ans unterste Ende der Insel nach Port Andratx, um von dort den Weg auf zwei Rädern an der Küste entlang in den Norden zu nehmen. Die Orte an den Küstenstraßen wie Estellencs oder Valldemossa haben schon einen besonderen Reiz. Nicht nur für Radfahrer. Ruhetage nach solch strapaziöseren Etappen führten dann zum Markt von Sineu, wo des Mittwochs quasi die halbe Insel-Touristik angekarrt wird. Am Ende kamen Inselkilometer zwischen 380 und 500 bis hin zu 800 für die acht Kollerbecker in der einen Woche zusammen.

An Radtourenfahrten nahmen im letzten Jahr Johannes Niemann, Josef Struck, Frank Niemeier und Axel Thomas teil. Johannes Niemann und Josef Struck spulten dabei die eigentlich völlig ohne Wettkampfcharakter ausgelegten 200 Kilometer der Bielefeld-RTF in einem 33,7er Stundenschnitt herunter. Bei 2550 Höhenmetern erreichten sie mit der ersten Gruppe den Ausgangspunkt der Fahrt in Bielefeld nach 5:55 Stunden.

Dass die beiden Kollerbecker Ausnahmesportler solche Leistungen nicht mal eben so nebenbei erreichen können, zeigt ein Blick auf ihre Jahreskilometerleistung. Josef Struck erfuhr seine 10.800 Kilometer bei 130.000 Höhenmetern ebenso wie Johannes Niemann seine 12.700 Kilometer meist im Alleingang.

Sportliche Höchstleistungen waren neben den zuvor beschriebenen eher geselligen Aktivitäten aber auch zu verzeichnen. So ist an erster Stelle hier der Rhönmarathon von Johannes Niemann und Josef Struck aufzuführen. Über die Pfingsttage fuhren die Zwei nach Bimbach in Hessen, um insgesamt 436 Kilometer und 7.800 Höhenmeter an zwei Tagen abzustrampeln. „Uns hat keiner überholt. Wir sind überaus zufrieden“, kommentierten Josef Struck und Johannes Niemann ihre erste Teilnahme am Rhönmarathon. Dass diese Distanzen in einem Schnitt von 30,3 und 28,7 Kilometer pro Stunde runtergespult wurden zeigt, welch enorme Leistung die Beiden abgeliefert haben. Dass Josef Struck kurz vor Schluss sogar noch einen Rahmenbruch wegstecken musste, setzt dem ganzen Vorhaben noch die Krone auf.



Quasi wie Phönix aus der Asche etablierte sich Frank Niemeier aus Papenhöfen (auf dem Foto vorne rechts) beim Münsterland-Giro am Tag der Deutschen Einheit gleich als „Youngster of the Year“. Die 60-Kilometer-Distanz rund um Münster spulte der erst seit kurzer Zeit radsportlich Aktive in einer Zeit von 1:34,16 Stunden ab. Die Leistung wird umso bemerkenswerter, wenn man sich die Durchschnittsgeschwindigkeit ansieht: 38,2 Kilometer pro Stunde! Hiermit wurde er im 1.197 Startern starken Feld 247.


Dass die Kollerbecker Sportler bei den regionalen Volksläufen gut abschneidet, ist über die Jahre, ja sogar Jahrzehnte hinaus hinlänglich bekannt. Jetzt lassen einige von ihnen aber auch bei Triathlon-Veranstaltungen aufhorchen. So nahmen Johannes Niemann, Frank Niemeier, Dirk Eickhoff und Maria Krüger bereits zum zweiten Mal am Weserbergland-Triathlon über 700 Meter Schwimmen, 20,5 Kilometer Radfahren und 5 Kilometer Laufen teil. Und alle vier für den SV Kollerbeck startenden Athleten steigerten dabei ihre Zeit aus dem Premierenjahr 2018 deutlich.

Erster der Kollerbecker Sportler im Ziel war Johannes Niemann. In 1:10,55 Stunden kam der Sommerseller Youngster als 22. der Gesamtwertung und als 6. seiner Altersklasse drei Minuten schneller als 2018 wieder zurück. Diese Leistung ist umso höher einzuschätzen, war Johannes Niemann doch am Tag zuvor die große Weserrunde von Rinteln nach Hannoversch Münden und wieder zurück mit dem Rennrad gefahren. Und diese 300 Kilometer lange Distanz hatte er nicht einfach nur abgerollt, sondern in einem 33er Schnitt auf dem dritten Platz beendet.

Als Zweiter der „Grün-Weißen“ kam Dirk Eickhoff aus Steinheim ins Ziel. Seine Zeit von 1:20,0 Std. bedeutete den 78. Platz unter 204 in die Wertung gekommene männliche Einzelstarter. In seiner Altersklasse M55 war das der Sieg!

Frank Niemeier aus Papenhöfen finishte in 1:22,31 Std. als 97. der Gesamtwertung und als 17. seiner Altersklasse. Den größten Sprung um knapp 7 Minuten nach Vorne gegenüber der Vorjahresveranstaltung machte Maria Krüger in 1:29,15 Std. Ihre Zeit bedeutete den 31. Platz unter 57 ins Ziel gekommenen Frauen und den ersten Platz in der Altersklasse W55.







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