„Heißzeit“ ließ 2018 Rekorde nur so purzeln

Von Konrad Krüger.

Bessere Bedingungen als im abgelaufenen Jahr können sich Radsportler eigentlich gar nicht vorstellen. Die mehr als sechsmonatige Hitzeperiode von April bis in den Oktober hinein führte dazu, dass viele Kollerbecker Radsportler ihre Jahreskilometerleistungen steigern konnten. Teilnahmen an den hiesigen Radtouristikfahrten (RTF), am ersten Höxter-Triathlon und dem schon obligatorischen Trainingslager auf Mallorca rundeten sportlich gesehen ein nahezu traumhaftes Radsportjahr ab.


Als der Flieger traditionell Anfang Mai auf die Balearen-Insel Mallorca abhob, hatten die Kollerbecker Radsportfreunde schon mehr Kilometer in den Beinen als in den Jahren zuvor. Der „Heißzeit“-Sommer ließ schon im März und April Trainingstouren zu, die sonst eher nicht möglich waren. Dafür traf es die acht Kollerbecker dann auf „Malle“ ziemlich unvorbereitet. Mehrere Tage Regen und recht kühle Temperaturen machten das Training nicht gerade einfach. Mehrfach musste der Start am Morgen verschoben werden oder die Route am Nachmittag abgekürzt werden, um den teilweise wolkenbruchartigen Regenschauern auszuweichen. Dass einige Malle-Fahrer am Ende trotzdem mehr als 800 Kilometer auf dem Tacho hatten zeigt, dass man durchaus mit Ehrgeiz an die Sache heran ging. Abgerundet wurde das durchaus positive Echo dadurch, dass man ohne nennenswerte Pannen und gänzlich ohne Stürze wieder heil zu Hause angekommen war.

Derart gestärkt und vom guten Wetter in Deutschland motiviert, meldeten sich kurz danach nach längerer Pause mit Josef Struck, Axel Thomas, Elmar Klocke, Johannes Niemann, Maria und Konrad Krüger sechs Kollerbecker Radsportler mal wieder zur Radtourenfahrt des RSV Lemgo-Lieme an. Obwohl die Teilnehmer einer RTF sich an sämtliche Vorschriften der Straßenverkehrsordnung zu halten haben, wurden am Ende Zeiten gefahren, die diese Regel zumindest in einem zweifelhaften Licht erscheinen lassen.

So schaffte es Josef „Jolle“ Struck, die 152 Kilometer durch das Lipper Hügelland in einem bemerkenswerten 34,3er Stundenschnitt abzuspulen. In dieser Zeit schafften es die anderen Kollerbecker gerade mal, die mit 127 Kilometern merklich kürzere Distanz zu fahren. Dass Jolle als Erster von allen teilnehmenden Sportlern wieder am Ausgangspunkt in Lemgo zurück war, braucht an dieser Stelle wohl nicht extra erwähnt zu werden…


Mit zunehmender Zeit und weiter ansteigenden Temperaturen im Juli und August wurde es auch den eifrigsten Läufern aus der Laufgruppe zu heiß und so schlossen sich immer mehr den Radfahrern an, da diese Art Sport zu treiben noch am ehesten möglich war. So gab es nicht wenige Wochenabende oder Samstagnachmittage, wo sich bis zu zehn Rennräder ab Langenkamp auf den Weg durchs Pyrmonter Hochland oder die Weser entlang machten.

Anfang September fand dann in Höxter zum ersten Mal ein Triathlon an den Godelheimer Teichen statt. Mit Johannes Niemann und Maria Krüger vom SVK waren auch zwei Kollerbecker bei dieser Premiere mit 190 weiteren Sportlern am Start. Nach 700 Meter Schwimmen im See vor dem „Strandgut“, 20 Kilometern Radfahren bis nach Wehrden und zurück und 5 Kilometern Laufen durch Höxters Innenstadt war auf dem Freizeitgelände dann der Zieleinlauf.

Die Veranstaltung war durch die Unterstützung durch die Stadt Höxter, den Kreissportbund, mehrerer benachbarter Vereine und dem Kreis Höxter ein voller Erfolg und ein Publikumsmagnet. Konnte man doch auf der weitläufigen Freizeitanlage am See das sportliche Geschehen sehr gut beobachten. Und wo gab es das schon einmal, dass für eine Sportveranstaltung zwei Bundesstrassen mehrere Stunden lang vollständig für den normalen Straßenverkehr gesperrt wurden. Johannes Niemann belegte in seiner Altersklasse den 6. Platz und in 1:13,43 Stunden wurde der Sommerseller 15. in dem 191 Teilnehmer starken Feld. Maria Krüger wurde Altersklassen Zweite und 121 im Gesamtklassement. Ihre Zeit betrug 1:36,07 Stunden.


Zum Schluss darf nicht unerwähnt bleiben, dass Josef Struck mittlerweite 90 (!) KOM’s in der hiesigen Region sein Eigen nennen darf. Ein KOM ist ein „King of Mountain“. Diese Auszeichnung wird immer dann vergeben, wenn man auf einem Streckenabschnitt die beste über GPS gemessene Zeit gefahren ist. Streckenabschnitte – im Strava-Jargon Segmente genannt - sind zwischen mehrere hundert Meter und bis zu 30 Kilometer lang. Im Umkreis von 50 Kilometern gibt es wenn überhaupt nur vereinzelte Abschnitte, die Jolle noch nicht sein eigen nennen darf. Allerdings fährt er beileibe nicht die kurzen Strecken, sondern Touren nach Winterberg oder zum Brocken und zurück an einem Tag sind für ihn nichts Außergewöhnliches. Der Blick auf die Strava-Statistik unterstreicht die Wirkung solcher Mammuttouren.

Nicht unerwähnt lassen wollen wir an dieser Stelle, dass die Radsportabteilung im kommenden Jahr ihr 25-jähriges Bestehen begehen kann. Am 28. August 1994 gründeten insgesamt sieben Radsportler die Abteilung unter dem Dach des SV Grün-Weiß Kollerbeck. Erster Vorsitzender der jüngsten SVK-Gruppierung wurde Franz Meyer, der das Amt insgesamt 12 Jahre inne hatte.

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